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Krisenflughafen BER: "Keiner wusste, wer für was zuständig ist"

Krisenflughafen BER  

"Keiner wusste, wer für was zuständig ist"

23.11.2018, 21:57 Uhr | dpa, pdi

Krisenflughafen BER: "Keiner wusste, wer für was zuständig ist". Flughafen Willy-Brandt, Flughafen Berlin Brandenburg: Der Flughafen BER haten den Steuerzahler bislang über fünf Milliarden Euro gekostet. (Quelle: imago)

Flughafen Willy-Brandt, Flughafen Berlin Brandenburg: Der Flughafen BER haten den Steuerzahler bislang über fünf Milliarden Euro gekostet. (Quelle: imago)

Auf der Suche nach Fehlern stößt der Flughafen-Untersuchungsausschuss in Berlin auf Missstände, die ganz aktuell sind. Kabelschächte an der Landebahn stehen unter Wasser. Mit welchen Folgen?

Kabelschächte mit Elektroleitungen an der südlichen Start- und Landebahn des künftigen Hauptstadtflughafens BER haben schon vor sechs Jahren unter Wasser gestanden. "Ja", sagte der damalige Technikchef Horst Amann im BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses auf die Frage, ob er von diesem Problem gewusst habe. Schon 2012 sei klar gewesen, dass diese Schächte saniert und abgedichtet werden müssten. Erst vor wenigen Tagen wurde der Baumangel öffentlich bekannt.

Mehdorn als Zeuge

Nach Angaben der Flughafengesellschaft werden die Kabelschächte seit 2016 fortlaufend überwacht. Die Leitungen seien bis heute in Ordnung, sagte ein Sprecher. Im August habe der Aufsichtsrat beschlossen, die Schächte für 10 Millionen Euro zu sanieren. Eine entsprechende Mitteilung darüber nach der Aufsichtsratssitzung gab es nicht.

Die CDU im Abgeordnetenhaus sprach von einem Täuschungsmanöver. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sei dabei, "sein Ansehen und Vertrauen zu verspielen", sagte der Obmann der CDU-Fraktion, Christian Gräff. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja fügte hinzu, Amanns Befragung habe ergeben, dass der SPD-geführte Senat die Eröffnungstermine der Flughafengesellschaft diktiert habe, ohne sich um die Verwirklichung zu scheren.

Der ehemalige Technikchef am BER-Flughafen, Horst Amann, wartet auf den Beginn der Sitzung des BER-Untersuchungsausschusses im Abgeordnetenhaus: Das Versagen am neuen Hauptstadtflughafen soll systematisch aufarbeitet werden. (Quelle: dpa)Der ehemalige Technikchef am BER-Flughafen, Horst Amann, wartet auf den Beginn der Sitzung des BER-Untersuchungsausschusses im Abgeordnetenhaus: Das Versagen am neuen Hauptstadtflughafen soll systematisch aufarbeitet werden. (Quelle: dpa)

Amann war ebenso wie der frühere Geschäftsführer Hartmut Mehdorn als Zeuge in den Ausschuss geladen. Das Gremium will die Fehler beim Bau des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg aufklären. Dieser soll nach jüngstem Stand im Oktober 2020 eröffnet werden.

Amman war von August 2012 bis November 2013 Technikchef der Flughafengesellschaft und bis März 2013 auch erster Geschäftsführer. Dann kam der Manager Mehdorn (bis März 2015) als neuer Chef. "Als Mehdorn kam, war da kein Platz mehr", sagte Amann zu seinem damaligen Weggang.

Keine Risikomanagement

Mehdorn und Amann lieferten vor dem Ausschuss eine ähnliche Analyse der Situation auf der Baustelle in den Jahren 2012/13. Mehdorn sagte, es habe nach der geplatzten Eröffnung im Juni 2012 einen Stillstand auf der Baustelle gegeben. "Keiner wusste, wer für was zuständig ist", ergänzte er. Amann erinnerte daran, dass es damals "keine Planung mehr gab und auch keine Planer", weil der Planungsgemeinschaft PG BBI gekündigt worden sei. "Ein funktionierendes Risikomanagementsystem gab es nicht, als ich kam."

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Er habe von Februar bis Mai 2013 eine komplette Bestandsaufnahme der Mängel auf der Flughafen-Baustelle gemacht. Er habe "minutiös gucken" wollen, wie man diese Mängel beseitigt. Mehdorn dagegen habe gesagt: "Wir müssen in Betrieb gehen", berichtete Amman. Mehdorn sagte anschließend vor dem Ausschuss, Amann habe noch weitere neun Monate Mängel auflisten wollen. Er hingegen habe die Sache beschleunigen und die ersten Fehler sofort beseitigen wollen, um dann am Ende schneller fertig zu werden. Mehdorn trennte sich im November 2013 von Amann.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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