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Bei Inspektionsbesuch - Von der Leyen zu "Gorch Fock": Zeit für "absolute Klarheit"

Bei Inspektionsbesuch  

Von der Leyen zu "Gorch Fock": Zeit für "absolute Klarheit"

21.01.2019, 16:09 Uhr | dpa

Bei Inspektionsbesuch - Von der Leyen zu "Gorch Fock": Zeit für "absolute Klarheit". "Ich mache mir sehr große Sorgen um die Gorch Fock", sagte Verteidigungsministerin von der Leyen.

"Ich mache mir sehr große Sorgen um die Gorch Fock", sagte Verteidigungsministerin von der Leyen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam. (Quelle: dpa)

Bremerhaven/Berlin (dpa) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat vor einer Entscheidung über die Zukunft der "Gorch Fock" absolute Klarheit über die Sanierung des Segelschulschiffs verlangt.

Bei einem Inspektionsbesuch auf dem Schiff in Bremerhaven kündigte sie zugleich an, dass sie den weiteren Kurs binnen einiger Wochen festlegen werde. "Ich mache mir sehr große Sorgen um die "Gorch Fock"", sagte die CDU-Politikerin. Politiker von Grünen und FDP hatten zuletzt einen Neubau ins Spiel gebracht - verbunden mit scharfer Kritik an der Arbeit von Marine und Verteidigungsministerium, die für eine Kostenexplosion von zunächst 9,6 Millionen auf nun bis zu 135 Millionen Euro verantwortlich seien.

Am Montag wurde an dem Schiff, das in Bremerhaven von der Elsflether Werft und Subunternehmern saniert wird, heftig geschweißt, gehämmert und gebohrt. Das Schiff ist komplett eingerüstet und angesichts rostig wirkender Metallteile kaum noch als Stolz der Marine zu erkennen. Es flogen die Funken, während von der Leyen die Arbeiten besichtigte. Kommandant Nils Brandt führte die Ministerin durch das Schiff und zeigte ihr auch die Nieten aus dem Jahr 1958, mit denen die Metallteile damals verbunden wurden.

Für explodierende Kosten bei der Sanierung hatte der Bundesrechnungshof auch jahrelange Versäumnisse bei Bundeswehr und Verteidigungsministerium verantwortlich gemacht. So sei das Schiff zuletzt vor knapp 40 Jahren vollständig technisch untersucht und dokumentiert worden. Vor der Instandsetzung sei keine ausreichende Untersuchung der Wirtschaftlichkeit erfolgt. Die Marine habe das Schiff offensichtlich trotz der starken Schäden retten wollen. Die Arbeiten werden auch von Verdacht auf Korruption überschattet.

Der Segler sei in "schweres Fahrwasser" geraten, sagte von der Leyen. "Wir sprechen von Wochen, um Licht in das Dunkel zu bringen." Es seien zwei Arbeitsgruppen eingesetzt: eine im Beschaffungsamt, die auch den Korruptionsverdacht behandelt, eine zweite beleuchtet organisatorische Mängel. Ein klares Bild sei für das Ministerium nötig, aber auch für das Parlament. Es gehe um die seemännische Ausbildung, aber auch um sehr viel Geld der Steuerzahler. "Diese Zeit müssen wir uns nehmen", sagte die Ministerin.

Für ihre mögliche Entscheidung liegen drei Optionen auf der Hand: Die Fertigstellung der Reparatur, eine Verschrottung der Reste oder ein Umbau zu einem Museumsschiff, was ebenfalls erhebliches Geld kosten würde.

Das ganze Traditionsschiff ist so marode, dass es sich inzwischen praktisch um einen Neubau handelt. Zuletzt war der Betrieb der "Gorch Fock" aus Sicht des Havariebeauftragten gar eine Gefahr für die Besatzung. Der Zustand des Schiffes sei so schlecht gewesen, dass "einen Zeitraum von vielen Jahren eine nicht unerhebliche Gefahr für Schiff und Besatzung ausging", wie es in dem Bericht des Bundesrechnungshofes heißt.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste drängt angesichts von mehreren Hundert Arbeitsplätzen bei Werften und Zulieferern auf einen Weiterbau der "Gorch Fock". "Die Verunsicherung bei den Beschäftigten ist groß", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, in Hamburg. Sie wollten wissen, wie es mit Blick auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Korruption und des im Dezember verhängten Zahlungsstopps weitergehe.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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