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Razzia gegen Islamisten: Ansaar und WWR Help im Visier

Verdacht der Terrorismus-Finanzierung  

Razzien gegen islamistisches Netzwerk in neun Bundesländern

10.04.2019, 11:59 Uhr | dpa, AFP

Razzia gegen Islamisten: Ansaar und WWR Help im Visier. In mehreren Bundesländern laufen Razzien gegen ein islamistisches Netzwerk: Die Vereine Ansaar und WWR Help sollen unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe die radikalislamische Hamas unterstützen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

In mehreren Bundesländern laufen Razzien gegen ein islamistisches Netzwerk: Die Vereine Ansaar und WWR Help sollen unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe die radikalislamische Hamas unterstützen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe sollen sie die radikalislamische Hamas unterstützen: die Vereine Ansaar und WWR Help. Hunderte Beamte suchen bei Razzien bundesweit nach Beweisen. 

Die Polizei geht seit dem frühen Mittwochmorgen mit Razzien in neun Bundesländern gegen Einrichtungen eines bundesweiten islamistischen Netzwerks vor. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, werden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein etwa 90 Objekte durchsucht. An der Spitze dieses Netzwerks stehen demnach die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Vereine WWR Help und Ansaar International. Ansaar hat seinen deutschen Hauptsitz in Düsseldorf.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass die Organisationen dem extremistischen Milieu zuzurechnen sind. Es bestehen den Angaben zufolge Anhaltspunkte, dass die radikalislamische Hamas finanziell und propagandistisch unterstützt wird. Die USA, Israel und die EU haben die Hamas, die im Gazastreifen herrscht, als Terrororganisation eingestuft.

"Wer unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Hamas unterstützt, missachtet fundamentale Wertentscheidungen unserer Verfassung", teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer mit. Dadurch werde auch das Engagement der vielen Hilfsorganisationen diskreditiert, die "sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zur Neutralität verpflichtet haben". Die Ordnung des Grundgesetzes gebiete, gegen solche Aktivitäten mit Nachdruck vorzugehen.

Ansaar und WWR Help Anlaufpunkt für Islamisten

Ansaar wurde laut NRW-Verfassungsschutz 2012 gegründet, Ursprungsort ist Düsseldorf. Seit 2014 heißt der Verein Ansaar International. Vordergründig verfolgt Ansaar demnach den Zweck, humanitäre Hilfe für Muslime weltweit zu leisten – beispielsweise in Syrien, Somalia, Marokko und Myanmar. Neben dem Sammeln von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen erschloss sich der Verein den Behörden zufolge zuletzt weitere Einnahmequellen.

So wurde 2017 in Düsseldorf unter anderem ein Ladenlokal mit dem Namen "Ummashop" eröffnet, wo auch Kleidung der neuen Marke "Ansaar clothing" vertrieben wird. Auch ein Restaurant, ein Secondhandshop und ein weiteres Geschäft werden den Angaben zufolge Ansaar zugerechnet.

"Keine Abkehr von extremistisch-salafistischen Bestrebungen"

"Auch wenn Ansaar öffentliche Veranstaltungen mit bekannten extremistischen Salafisten vermeidet, ist keine Abkehr des Vereins von extremistisch-salafistischen Bestrebungen zu erkennen", heißt es im NRW-Verfassungsschutzbericht. Stattdessen gebe es intensive Kooperationen mit anderen Angehörigen der extremistisch-salafistischen Szene. Auffällig seien dabei einige personelle Überschneidungen zum mittlerweile verbotenen Verein Die Wahre Religion/Lies. Dieser Verein hatte in deutschen Städten kostenlos Koranausgaben verteilt.
 

 
Den 2014 gegründeten Verein WWR Help e.V. (World Wide Resistance Help) mit Sitz im nordrhein-westfälischen Neuss stuft der NRW-Verfassungsschutz als Teilorganisation von Ansaar ein. WWR Help bezeichnet sich demnach selbst als Hilfsverein zur Unterstützung von Kriegsopfern, Kriegshinterbliebenen, Kriegsgefangenen sowie hilfsbedürftigen und notleidenden Menschen in Kriegs- und Krisengebieten. Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten steht dem Landesverfassungsschutz zufolge die Hilfe für Betroffene im Gazastreifen.

Verwendete Quellen:

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