Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Deutschlandweit: Tausende demonstrieren gegen Corona-Regeln

Bundesweit Demonstrationen  

Proteste gegen Corona-Regeln – Polizei führt Attila Hildmann ab

10.05.2020, 10:30 Uhr | dpa, pdi

Große Proteste gegen Anti-Corona-Strategie

Am Samstag hat in Stuttgart erneut eine Demonstration stattgefunden, die sich gegen die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie richtet.

Die Initiatoren nennen sich „Querdenken" und sehen in den von der Bundes- und Landesregierung verhängten Einschränkungen gegen die Verbreitung des Coronavirus eine ungerechtfertigte Beschneidung ihrer Rechte. (Quelle: Reuters)

Proteste gegen Corona-Maßnahmen: Wie hier in Stuttgart gingen am Samstag in mehreren Städten Menschen auf die Straße. (Quelle: Reuters)


"Legt den Maulkorb ab", "Widerstand": In etlichen deutschen Städten gab es Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen. Auf Abstandsregeln nahmen viele keine Rücksicht.

In mehreren deutschen Städten haben am Samstag Tausende Menschen gegen die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie demonstriert. Einer der Schwerpunkte war Stuttgart. Auch in Berlin, München und Frankfurt gab es Proteste.

Stuttgart: Ein Mann steht während einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711" mit einem Schild auf dem Cannstatter Wasen. (Quelle: dpa)Stuttgart: Ein Mann steht während einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711" mit einem Schild auf dem Cannstatter Wasen. (Quelle: dpa)

In Stuttgart waren auf dem Cannstatter Wasen mehrere Tausend Menschen unterwegs. Ein Polizeisprecher sagte, es sei ziemlich voll geworden. Eine genaue Teilnehmerzahl nannte er nicht. Die Schutzmaßnahmen seien meist eingehalten worden. Die Behörden hatten maximal 10.000 Teilnehmer erlaubt. Hinter dem Protest steht eine Initiative namens "Querdenken". Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Festnahmen in Berlin

In Berlin nahm die Polizei wegen Nichteinhaltung von Regeln zur Corona-Eindämmung bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude etwa 30 Menschen fest. Dabei sei es vor allem um die Feststellung der Personalien gegangen, sagte ein Sprecher. Trotz Durchsagen über Lautsprecher sei der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

Der Vegan-Koch Attila Hildmann wurde dort kurzzeitig von der Polizei abgeführt. Laut mehrerer Berichte auf Twitter nahmen die Beamten Hildmanns Personalien auf, ehe sie ihn wieder gehen ließen.*

Der TV-Koch hatte zuvor Mühe gehabt, bei einer Ansprache angesichts einer zeitgleich per Lautsprecher verstärkten Ansprache eines "Reichsbürgers" zumindest akustisch verstanden zu werden.

Mehrere Hundert Menschen versammelten sich am Alexanderplatz zu einer nicht angemeldeten Zusammenkunft. In Berlin sind aktuell Versammlungen mit bis zu 50 Teilnehmern an einem festen Ort erlaubt.

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin gibt es Festnahmen.  (Quelle: Reuters)Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin gibt es Festnahmen. (Quelle: Reuters) 

Menschen in München und Frankfurt auf der Straße

Auf dem Münchner Marienplatz demonstrierten etwa 3.000 Menschen gegen zu strikte Infektionsschutzbestimmungen. Die Demonstration sei angemeldet gewesen, allerdings nur für 80 Teilnehmer, sagte ein Polizeisprecher. Aus "Gründen der Verhältnismäßigkeit" habe man die Demonstration laufen lassen. Alle hätten sich friedlich verhalten.

In Plauen zogen mehrere Hundert Menschen durch die Stadt. Dabei wurden Rufe wie "Wir sind das Volk" oder "Wahrheit" laut. Die Veranstaltung war nicht angemeldet und "als Spaziergang" deklariert, die Polizei schritt dort nicht ein. 

Mehr als 500 Demonstranten protestierten in Frankfurt. Sie zogen mit Transparenten durch die Innenstadt und riefen: "Legt den Maulkorb ab", "Schließt Euch an" und "Widerstand". Nach Polizeiangaben handelte es sich um eine nicht angemeldete Kundgebung. Teilweise sei der Mindestabstand von 1,5 Metern unterschritten worden. Die Polizei löste auch diese Demonstration nicht auf.

*An dieser Stelle haben wir korrigiert, dass Hildmann am Reichstag gesprochen hat und nicht am Rande einer Kundgebung ."Für Grundrechte & Rechtsstaat", die am Brandenburger Tor stattgefunden hat.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal