Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Virologe Streeck kritisiert Corona-Lockdown in Deutschland: "Zu schnell"

"Zu schnell in Lockdown gegangen"  

Virologe Streeck kritisiert deutsche Corona-Maßnahmen

10.06.2020, 19:36 Uhr | dpa, t-online.de

Virologe Streeck kritisiert Corona-Lockdown in Deutschland: "Zu schnell". Prof. Hendrik Streeck: Der Virologe kritisiert den Lockdown und die Maßnahmen.  (Quelle: imago images/teutopress)

Prof. Hendrik Streeck: Der Virologe kritisiert den Lockdown und die Maßnahmen. (Quelle: teutopress/imago images)

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Lockdown-Maßnahmen der Bundesregierung in der Corona-Krise scharf kritisiert. Er stellt sogar die Maskenpflicht in Frage.

Der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn hat in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) die Regierung für ihr Verhalten im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie getadelt. Er ist der Meinung, Deutschland sei "zu schnell in den Lockdown gegangen". Hendrik Streeck erklärt: "Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken."

Update: t-online.de hat Streecks Aussagen einem Faktencheck unterzogen. Wo die aktuelle Forschung seinen Behauptungen widerspricht lesen Sie hier.

Für Streeck sei "ein gewisser Druck in der Öffentlichkeit" bestanden, der zu den Beschränkungen geführt habe. Doch seine Kritik geht noch weiter ins Detail.

Schutzmasken seien Gefährdung bei falscher Anwendung 

Denn er sieht den Einsatz von Atemmasken im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen", sagte Streeck der Zeitung. 

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das allgemeine Tragen von einfachem Mund- und Nasenschutz in der Öffentlichkeit weiter skeptisch. Sie hatte ihre bis dahin kritische Haltung gegenüber dem Tragen von Mundschutz in der Allgemeinbevölkerung zwar kürzlich geändert: Selbstgemachte Masken aus Stoff oder solche aus dem Supermarkt seien durchaus empfehlenswert in öffentlichen Verkehrsmitteln, Läden und anderen Einrichtungen, wo ein Abstand von mindestens einem Meter nicht eingehalten werden könne, heißt es in Anfang der Woche veröffentlichten Empfehlungen.

Die Organisation warnte aber erneut, dass solche Masken das Risiko einer Ansteckung auch erhöhen können. Etwa, wenn die Masken oft angefasst oder zeitweise nach unten ans Kinn und dann wieder über Mund und Nase gezogen würden.

Außerdem könne ein falsches Sicherheitsgefühl die Träger veranlassen, weniger oft die Hände zu waschen oder weniger Abstand zu halten. Die Masken machten nur Sinn, wenn sie sachgemäß verwendet und alle anderen Vorgaben eingehalten werden, so die WHO.

In Deutschland gibt es in vielen Bundesländern bereits wieder Lockerungen. Thüringen hebt ab dem 13. Juni sogar die Kontaktbeschränkungen auf. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal