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Corona in Schulen: Diese Karte zeigt die FĂ€lle

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 04.08.2020Lesedauer: 3 Min.
CoronafÀlle an Schulen: Eine Hamburger Lehrerin trÀgt seit Wiederöffnung der Schulen FÀlle zusammen.
CoronafÀlle an Schulen: Eine Hamburger Lehrerin trÀgt seit Wiederöffnung der Schulen FÀlle zusammen. (Quelle: wolterfoto/imago images, Screenshot Google Maps/imago-images-bilder)
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Die LÀnder wollen die Schulen wieder in den Regelbetrieb starten lassen. Eine Hamburgerin rechnet mit viel Arbeit: Sie trÀgt CoronafÀlle an Schulen in einer Karte zusammen.

Mehr als 300 Kitas und Schulen in Deutschland haben bereits Corona-FĂ€lle verzeichnet. Das geht aus einer Auswertung einer Hamburgerin hervor. Seit Mitte Mai bis zum Beginn der Sommerferien in allen BundeslĂ€ndern hat die derzeit als Übersetzerin arbeitende Lehrerin bestĂ€tigte Infektionsgeschehen zusammengetragen. Mit Beginn des neuen Schuljahres und den PlĂ€nen, zum Regelbetrieb zurĂŒckzukehren, hat sie sich VerstĂ€rkung geholt: Sie fĂŒrchtet, dass es bald mehr Arbeit geben wird.

Ihre Karte soll ein Beitrag sein, das Risiko bewusst zu machen und die Verbreitung des Virus einzudĂ€mmen. Die Hamburgerin ist inzwischen Teil einer Initiative "Bildung aber sicher", die vor leichtfertigem und konzeptlosem Öffnen von KindergĂ€rten und Schulen warnt und entsprechende Informationen zu Gefahren zusammentrĂ€gt und in Diskussionen einbringt. Vor allem Eltern, aber auch einige Lehrer, die sich dazu ĂŒber Twitter lose vernetzt haben, sprechen sich fĂŒr eine Bildungs- statt einer PrĂ€senzpflicht aus. Pflicht zum Unterricht, aber der muss nicht in der Schule sein.

Karte ist unvollstÀndig

ZunĂ€chst war die "#Coronaschulen"-Karte ihr persönliches Projekt, wie sie t-online.de am Telefon sagte. "Ich war mir sicher, dass es zu FĂ€llen kommt und wollte das anschaulich machen." Die Karte zeige aber voraussichtlichen einen erheblichen Teil der FĂ€lle nicht. "Ich konnte ja nur die aufnehmen, zu denen ich Medienberichte gefunden habe. Und es gab sicher auch Kommunen, die das nicht an der Öffentlichkeit sehen wollten." Aber auch die mutmaßlich unvollstĂ€ndige Karte habe einige erstaunte und erschrockene Reaktionen hervorgerufen.

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In die Karte kann reingezoomt werden, die blauen Punkte stehen fĂŒr Schulen, die roten fĂŒr Kitas. Klicks auf die Punkte liefern weitere Informationen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres beginnt sie mit Helfern aus der Gruppe "Bildung aber sicher" eine neue Karte. Dazu werden sie sich die BundeslĂ€nder aufteilen. "Ich hoffe es nicht, aber es könnte sehr viel mehr EintrĂ€ge geben, wenn die Klassen nicht mehr geteilt sind, an Gymnasien sogar die JahrgĂ€nge durchmischt werden und es Herbst und nicht mehr gelĂŒftet wird."

Kritik an Vorbereitungen der LĂ€nder

Die bisherigen Konzepte seien aus Sicht von "Bildung aber sicher" unzureichend. Bayern habe sich die meisten Gedanken gemacht mit seinem Vier-Stufen-Plan, der Szenarien fĂŒr verschiedene Entwicklungen vorzeichnet. In anderen BundeslĂ€ndern sei die Zeit bisher nicht genutzt worden. "Lehrer warten vielerorts noch ab, mit welchen Konzepten die LĂ€nder um die Ecke kommen. Ich denke, dann kommt der Aufschrei."

Ziel fĂŒr die neue Karte ist, auch Übertragungen innerhalb der Einrichtungen in der Karte kenntlich zu machen, wenn es dazu öffentliche Informationen gibt. "Eigentlich sollte es nicht Aufgabe von Privatinitiativen sein, das auszuwerten. Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass der Bund so eine Karte fĂŒhrt."

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Eine Übersicht ĂŒber betroffene Einrichtungen gibt es vom Robert Koch-Institut nicht, teilte das RKI auf Anfrage mit. Es weist in seiner Statistik allerdings gesammelt aus, wie viele Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen fĂŒr ĂŒberwiegend MinderjĂ€hrige mit Infektionen festgestellt wurden. Das waren demnach 4.228 Kindergartenkinder und SchĂŒler sowie 2.934 Lehrer, Erzieher und weiteres Betreuungspersonal. Doch selbst das RKI hat unvollstĂ€ndige Zahlen: Bei jedem vierten bestĂ€tigten Infektionsfall fehlt die Angabe, die eine Zuordnung ermöglichen wĂŒrde.

VerstĂ€ndnis fĂŒr gestresste Eltern

Die Karte und die Warnungen stoßen aber auch auf heftige Ablehnung, berichtet die Hamburger Lehrerin, die in diesem Text ihren Namen nicht lesen möchte. "Wer den Regelbetrieb um jeden Preis will, kommt auch mit Argumenten, die wissenschaftlich nicht haltbar sind." Das zeige etwa das Beispiel Israel, wo Schulen wieder geschlossen werden mussten und die Fallzahlen in die Höhe gingen.

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Andererseits berichten Experten, dass durch fehlenden PrĂ€senzunterricht sozial benachteiligte Kinder zusĂ€tzlich benachteiligt werden. Und die Frau, die Buch fĂŒhrt ĂŒber die CoronafĂ€lle an Schulen, hat auch viel VerstĂ€ndnis fĂŒr Eltern, die große Hoffnungen in einen Regelbetrieb setzen. "FĂŒr viele Eltern bedeutet es sonst eine wahnsinnig große Belastung. Aber es ist eine Pandemie und Schule darf es nicht um den Preis riesiger Infektionsherde geben. Und wir wollen auch den On-/Off-Betrieb vermeiden."

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