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Wie teuer kommt Israel die schnelle Lockdown-├ľffnung zu stehen?

  • David Ruch
Von David Ruch

Aktualisiert am 27.06.2020Lesedauer: 3 Min.
Strand in Tel Aviv: Seit dem Ende des Lockdowns floriert das Leben in der Metropole am Mittelmeer.
Strand in Tel Aviv: Seit dem Ende des Lockdowns floriert das Leben in der Metropole am Mittelmeer. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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Mit raschen und strikten Ma├čnahmen konnte Israel im Fr├╝hjahr die Ausbreitung des Coronavirus zun├Ąchst stoppen. Doch nun steht das Land vor einer zweiten Infektionswelle ÔÇô weil es Warnungen ignorierte?

Zu Beginn der Corona-Pandemie konnten sich nirgendwo auf der Welt die Menschen so sehr auf das Krisenmanagement ihrer Regierung verlassen wie in Israel. Eine Untersuchung der Londoner Deep Knowledge Group gab dem Land Anfang April die beste Bewertung, weil es fr├╝hzeitig mit strikten Ma├čnahmen reagiert hatte und so die Ausbreitung des Virus stoppen konnte.


Fotoshow: Wo das Virus aktuell am schlimmsten w├╝tet

Nur wenige Touristen in den sonst ├╝berf├╝llten Stra├čen von Dubrovnik: Lange Zeit blieb der S├╝dosten Europas weitestgehend von der Pandemie verschont. Doch seit kurzem melden die Staaten der Balkanregion wieder stark steigende Infektionszahlen (Stand Anfang Juli 2020). In Kroatien ist die Zahl der infizierten Personen vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche um ├╝ber 230 Prozent angestiegen. ├ťber 3.000 Menschen sind in dem beliebten Urlaubsland mit dem Coronavirus infiziert.
Menschen warten vor einer Klinik in Belgrad: Auch in Serbien schie├čen die Infiziertenzahlen wieder in die H├Âhe. Anfang Juli sind die Zahlen im Vergleich zur Vorwoche um 125 Prozent gestiegen. F├╝r die Hauptstadt Belgrad, wo die meisten neuen Infektionen gemeldet wurden, hat die serbische Regierung sch├Ąrfere Corona-Ma├čnahmen verh├Ąngt. Auch das Nachbarland Griechenland hat reagiert und seine Grenzen f├╝r serbische Reisende geschlossen.
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Knapp drei Monate sp├Ąter scheint der Vorsprung aufgebraucht. Israel erreicht bei den t├Ąglichen Neuinfektionen schon wieder das Niveau vom H├Âhepunkt des Ausbruchs Ende M├Ąrz, Anfang April. Lagen die neu registrierten F├Ąlle Mitte Mai noch bei unter 20 am Tag, so kletterte dieser Wert in der laufenden Woche zweimal auf ├╝ber 500.

Schnelle Schul├Âffnung nach dem Lockdown

Wie konnte es dazu kommen? Experten sehen vor allem in der raschen und unkontrollierten ├ľffnung des Landes eine wesentliche Ursache. Schon Anfang Mai begannen die Schulen wieder mit dem Unterricht, zwei Wochen sp├Ąter kehrten sie zum Regelbetrieb zur├╝ck. Etwa zur selben Zeit wurde auch die Schlie├čung der Bars aufgehoben, die Str├Ąnde ├Âffneten wieder. An manchem Abschnitt herrschte zuletzt schon wieder reger Betrieb.

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Benjamin Netanjahu: Der israelische Premier macht das leichtsinnige Verhalten einiger B├╝rger f├╝r den neuerlichen Ausbruch verantwortlich. Doch Experten sehen Vers├Ąumnisse der Regierung.
Benjamin Netanjahu: Der israelische Premier macht das leichtsinnige Verhalten einiger B├╝rger f├╝r den neuerlichen Ausbruch verantwortlich. Doch Experten sehen Vers├Ąumnisse der Regierung. (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)

"Wir sind von der Katastrophe direkt in Euphorie ├╝bergeschwenkt", sagte der israelische Politikwissenschaftler Gil Murciano zu "Focus Online". "Das r├Ącht sich jetzt." Vor wenigen Tagen brachte der israelische Milit├Ąr-Geheimdienst die Gefahr auf den Punkt. Er warnte, die t├Ąglichen Neuinfiktionen k├Ânnten schon bald die Marke von 1.000 ├╝bersteigen, die Zahl der Todesopfer sich verdreifachen, wenn nicht bald gegengesteuert werde.

Lockdown in mehreren St├Ądten

In besonders betroffenen Regionen sah sich die Regierung nun gezwungen, die Lockerungen wieder zur├╝ckzunehmen. Sie erkl├Ąrte mehrere Gebiete zu "roten Zonen", die zus├Ątzliche Unterst├╝tzung der Beh├Ârden br├Ąuchten. ├ťber mehrere St├Ądte und Gemeinden wurden auch wieder Lockdowns verh├Ąngt.

Corona-Test in Ranla: Mehrere Regionen in Israel wurden wegen der stark steigenden Fallzahlen mit Einschr├Ąnkungen belegt.
Corona-Test in Ranla: Mehrere Regionen in Israel wurden wegen der stark steigenden Fallzahlen mit Einschr├Ąnkungen belegt. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Die Polizei sprach Verwarnungen und Platzverweise wegen Verst├Â├čen gegen die Corona-Regeln aus. In Bat Yam, s├╝dlich von Tel Aviv, so schreibt die "Jerusalem Post", patrouillierten Polizisten um die Einhaltung des Strandverbots zu kontrollieren und verteilten Kn├Âllchen f├╝r die Missachtung der Mundschutzpflicht. Am Donnerstag erteilte die Polizei demnach landesweit ├╝ber 100 Verwarnungen an Gewerbetreibende, 15 erhielten Vorladungen, f├╝nf mussten ihre Gesch├Ąfte schlie├čen.

Die Armee soll helfen

Weil auch die Testkapazit├Ąten inzwischen knapp sind, bat das Gesundheitsministerium die Armee nochmals um Hilfe. Die Labore k├Ąmen mit der Analyse der Tests nicht mehr hinterher und bed├╝rfen weiterer medizinischer Unterst├╝tzung, sagte der Chef des Gesundheitsdienstes im Gesundheitsministerium, Siegal Sadetsky.

Auch mussten inzwischen ├╝ber 200 Schulen wieder schlie├čen. Nachdem dort insgesamt an die 900 neue Corona-F├Ąlle registriert wurden, befinden sich ├╝ber 22.000 Sch├╝ler und Lehrer in Quarant├Ąne. Bemerkenswert an der zweiten Welle in Israel ist, dass die ├Ąltere Bev├Âlkerung bislang kaum betroffen ist. Die ganz ├╝berwiegende Zahl an positiven Tests entf├Ąllt auf j├╝ngere Menschen oder Menschen mittleren Alters. Personen ├╝ber 60 Jahre machen weniger als zehn Prozent der neuen Infektionen aus.

Keine Extra-Gelder f├╝r die Forschung

W├Ąhrend der israelische Premier Benjamin Netanjahu nun ├╝ber den laxen Umgang seiner Landsleute mit der Mundschutzpflicht und den Abstandsregeln schimpft, sehen Experten auch ein Versagen der Politik. Nach den Worten von Eli Waxman, Professor am Weizmann-Institut in Rehovot nahe Tel Aviv und Berater der Regierung bei der Wiederer├Âffnung des Landes nach dem Lockdown, h├Ątte mehr Geld in die epidemiologische Forschung gesteckt werden m├╝ssen, um lokale Ausbr├╝che schneller erkennen und isolieren zu k├Ânnen.

Die Pl├Ąne daf├╝r h├Ątten vorgelegen, sagte Waxman der Zeitung "Haaretz". Doch geschehen sei nichts. Nun steckt Israel mittendrin in der zweiten Corona-Welle und k├Ąmpft damit, sie in den Griff zu bekommen. "Der israelischen ├ľffentlichkeit kann ich daf├╝r nicht die Schuld geben", sagte Waxman. "Es war ein schweres Versagen des Krisenmanagements."

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