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Corona-Videos der Bundesregierung sorgen fĂŒr Aufsehen

Von dpa
Aktualisiert am 16.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Video der Bundesregierung: Mit ironisierenden Szenen sollen die Menschen dazu bewegt werden, soziale Kontakte zu minimieren.
Video der Bundesregierung: Mit ironisierenden Szenen sollen die Menschen dazu bewegt werden, soziale Kontakte zu minimieren. (Quelle: Bundespresseamt/dpa-bilder)
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Um das Coronavirus einzudĂ€mmen, mĂŒssen die Menschen soziale Kontakte nach Möglichkeit vermeiden. Mit ironisch gemeinten Videos will die Regierung diesem Ansinn Nachdruck verleihen. Die Meinungen sind geteilt.

Die Bundesregierung wirbt mit augenzwinkernden Videos fĂŒr das Zu-Hause-Bleiben in der Corona-Krise, in denen sie Nichtstuer auf der Couch zu Helden erklĂ€rt. Die unter dem Schlagwort "#besonderehelden" im Internet verbreiteten Clips sorgten am Wochenende fĂŒr viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien – dabei gab es Lob, aber auch kritische Reaktionen. In den mit dramatischer Musik untermalten Videos erzĂ€hlen fiktive Ă€ltere Menschen aus der Zukunft rĂŒckblickend, wie sie als junge Leute die zweite Welle "damals in diesem Corona-Winter 2020" erlebt haben.


Coronavirus-Fotoshow: Das sind die wichtigsten Symptome

Husten: Ein trockener Husten ist ein besonders hĂ€ufiges Symptom fĂŒr das Coronavirus. Der Husten kann zusĂ€tzlich zu Atemnot fĂŒhren.
Fieber: Eine erhöhte Temperatur ist ebenfalls ein hĂ€ufiges Symptom fĂŒr Covid-19. Viele Patienten haben zudem Gliederschmerzen oder fĂŒhlen sich schwach.
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Die Videos finden Sie oben in diesem Text – oder hier.

"Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten", sagt ein Mann, der als Anton Lehmann vorgestellt wird. "Und das Schicksal dieses Landes lag plötzlich in unseren HÀnden." Also hÀtten sie getan, was von ihnen erwartet worden sei: "Absolut gar nichts. Waren faul wie die WaschbÀren", so der Mann. "Tage- und nÀchtelang blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kÀmpften gegen die Ausbreitung des Coronavirus."

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"So wurden wir zu Helden"

"Unsere Couch war die Front, und unsere Geduld war die Waffe." Das sei ihr Schicksal gewesen. "So wurden wir zu Helden." In einem zweiten Clip taucht neben der Figur Anton Lehmann auch seine Frau Luise Lehmann auf: "Damals" habe das ganze Land "voller Hoffnung auf uns junge Leute" geschaut, sagt diese. "Vielleicht stimmte es, wenn die Leute damals sagten: Besondere Zeiten brauchen besondere Helden. Und weiß Gott, ja, das waren wir."

Die Videos enden jeweils mit dem Appell der Bundesregierung: "Werde auch du zum Helden und bleib zu Hause". Allein auf dem Twitter-Account von Regierungssprecher Steffen Seibert wurden die Clips, die in ihrer Inszenierung an TV-Geschichtsdokus erinnern, bis Sonntagnachmittag hunderttausendfach aufgerufen.

Ein Sprecher des Bundespresseamts erklĂ€rte auf Anfrage, die Videos seien Teil der Informationsmaßnahmen in der Corona-Pandemie. "Ihre Botschaft ist klar: Kontakte zu reduzieren ist derzeit unser wichtigstes und wirksamstes Mittel, um die Pandemie einzudĂ€mmen." Diesen Appell wolle man mit den Videos an möglichst viele junge Menschen herantragen.

"Und so verdammt wichtig"

Der Versuch, diese Botschaft humorvoll zu verbreiten, stieß auf ein gemischtes Echo. "So stark. So herzerwĂ€rmend. Und so verdammt wichtig", schrieb die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli auf Twitter. Eine Reihe von Nutzern des sozialen Netzwerks lobte die Aktion. Andere bemĂ€ngelten hingegen etwa, dass Themen wie Einsamkeit, hĂ€usliche Gewalt oder ExistenzĂ€ngste in den Spots keine Rolle spielen – oder dass die eigentlichen Helden doch beispielsweise die BeschĂ€ftigten im Gesundheitswesen seien.

Der Autor Sascha Lobo trat wiederum der Kritik entgegen: "Deutsches Twitter selten knalldackeliger (und deutscher), als wenn diese brillanten Corona-Spots auf Krampf scheiße gefunden werden", schrieb er auf Twitter. "Manche Leute erreicht man so und nur so, also lasst eure innere Abiturientenkonferenz EINMAL fĂŒr 10 Minuten NICHT raushĂ€ngen."

Die Kampagne sorgte auch außerhalb Deutschlands fĂŒr Reaktionen. Ein Journalist der Londoner "Financial Times", Henry Mance, kommentierte auf Twitter: "Ich kann damit umgehen, dass die deutsche Antwort auf die Pandemie besser ist als unsere, aber ich glaube, ich kann nicht damit umgehen, dass sie lustiger ist."

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Vom Bundespresseamt hieß es, man freue sich "ĂŒber viele positive RĂŒckmeldungen und die Aufmerksamkeit, die so auf diese wichtige Botschaft gelenkt werden kann". Zu kritischen Stimmen Ă€ußerte der Sprecher sich zunĂ€chst nicht. Zu den Kosten sagte er: "Die Videos fĂŒgen sich in unsere bisherigen Maßnahmen ein. Genauere Angaben können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht machen."

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Von Miriam Hollstein
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