Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextBoris Becker in anderes GefĂ€ngnis verlegtSymbolbild fĂŒr einen TextÜberfall auf Sebastian VettelSymbolbild fĂŒr einen TextWetter: Sommer pausiert in DeutschlandSymbolbild fĂŒr einen TextBrisante Fotos belasten Boris JohnsonSymbolbild fĂŒr einen TextBekannte Modekette wird verkauftSymbolbild fĂŒr einen TextLufthansa bietet fĂŒr Airline aus ItalienSymbolbild fĂŒr einen TextPolizistin verunglĂŒckt im Einsatz schwer Symbolbild fĂŒr einen TextBei Lidl gibt's jetzt ElektroautosSymbolbild fĂŒr einen TextWas Sie zur Relegation wissen mĂŒssenSymbolbild fĂŒr einen TextTV-Star trennt sich von Samenspender-FreundSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserSelbstbefriedigung: Therapeutin packt aus

Kretschmer nennt Triage-Äußerung aus Zittau "Hilferuf"

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 16.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Ein Notarzthubschrauber vor dem Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH in Zittau: Die Entwicklung der Pandemie in Sachsen nimmt weiter dramatische ZĂŒge an, der Ärztliche Direktor hat von Triage gesprochen,
Ein Notarzthubschrauber vor dem Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH in Zittau: Die Entwicklung der Pandemie in Sachsen nimmt weiter dramatische ZĂŒge an, der Ärztliche Direktor hat von Triage gesprochen, (Quelle: Daniel SchĂ€fer/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Triage in einem deutschen Krankenhaus? Nach den Äußerungen eines Mediziners aus Zittau spricht Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer von einem "Hilferuf". Der Arzt bekommt Widerspruch.

Was heißt "bestmögliche Therapie", wenn an allen Ecken und Enden Mitarbeiter fehlen, die Zahl der Betten reduziert werden muss und immer mehr Patienten kommen? Das Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau ist am Mittwoch durch die dramatische Corona-Situation bundesweit in die Schlagzeilen geraten. "Bestmögliche Therapie" erhielten die Patienten, teilte der TrĂ€ger, das Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz, am Mittwoch mit. Die Versorgungssituation sei aber extrem angespannt.

Vorausgegangen war eine Äußerung des Ärztlichen Direktors Mathias Mengel. Mengel hatte gesagt, es sei bereits mehrfach Triage nötig gewesen – eine Entscheidung, wem geholfen werden kann und wem nicht. Das hatte zuvor noch kein Arzt aus einer Klinik in Deutschland öffentlich berichtet. Und aus dem Kreis Görlitz wurden am Mittwoch 467 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Gesundheitsamr bei 701.

"Die Wortmeldung aus Zittau ist ein Hilferuf", sagte Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU). Der Arbeitsalltag in deutschen KrankenhĂ€usern sei "extrem angespannt". Schutzmaßnahmen machten die Arbeit schwieriger, es gebe Personalausfall wegen Erkrankungen oder QuarantĂ€ne. Auf das Klinikum selbst prasselten Anfragen aus ganz Deutschland ein. Der Mediziner, der t-online seine Aussagen bestĂ€tigt hatte, Ă€ußerte sich seither nicht mehr.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"2023 ist Putin weg – wahrscheinlich im Sanatorium"


Klinikum und Sozialministerin bestÀtigen Vorgang nicht

Am frĂŒhen Mittwochnachmittag gab der TrĂ€ger der Klinik eine ErklĂ€rung heraus, in der die Triage weder bestĂ€tigt noch dementiert wurde. Zu den Aussagen des Arztes Ă€ußerte sich die Klinik nur indirekt: Triage sei ein Begriff aus der Notfallmedizin, der ein Verfahren zur EinschĂ€tzung des Schweregrades von Erkrankungen und Verletzung beschreibe, hieß es. Die deutlichen SĂ€tze des Mediziners dementierte die Klinik darin nicht.

Die "SĂ€chsische Zeitung" zitierte allerdings eine Sprecherin, dass keine Patienten verstorben seien, weil ihnen als Folge von Triage beispielsweise kein Intensivplatz zur VerfĂŒgung gestanden habe oder keine Sauerstoffgabe möglich gewesen sei. GegenĂŒber der "Bild" sprach sie von einem "MissverstĂ€ndnis". Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) erklĂ€rte, sie könne den Fall nicht bestĂ€tigen. Die Verantwortlichen in Zittau hĂ€tten zeigen wollen, dass sie "bald" nicht mehr wissen, wie sie die Patienten versorgen sollen.

Intensivmediziner-Verband beruhigt

Die Meldung aus Zittau fĂŒhrt auch dazu, dass sich sie Deutsche InterdisziplinĂ€re Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Fachgruppe COVRIIN beim Robert-Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Stellungnehme meldeten: "Wir stehen derzeit nicht an dem Punkt, Priorisierungen von Patienten vornehmen zu mĂŒssen“, heißt es dort. Durch ein Verlegungskonzept könnten alle schwerkranken Patienten Betten in weniger belasteten Regionen auch erreichen."

Zittaus OberbĂŒrgermeister Thomas Zenker zeichnete die Lage in der Region dramatisch: Die KrankenhĂ€user der Region hĂ€tten ihre Leistungsgrenze ĂŒberschritten, teilte er mit. Es sei "schockierend, aus dem Munde eines hochangesehenen Mediziners, der die Ă€rztliche Leitung unseres Krankenhauses verantwortet, zu hören, dass bereits die so genannte Triage angewendet wird", so Zenker, der an dem GesprĂ€ch mit Mengel teilgenommen hatte.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Zustimmung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Klinikum kann geplante Betten nicht betreuen

In den beiden Standorten des Klinikums im Kreis Görlitz in Zittau und Ebersbach-Neugersdorf gibt es weniger nutzbare Betten fĂŒr Corona-Patienten, als dort vorgesehen waren. Die Bettenzahl musste "deutlich reduziert werden", erklĂ€rte die GeschĂ€ftsfĂŒhrung laut MDR. Der Grund: Personal ist krank oder in QuarantĂ€ne. Deshalb kann die Betreuung fĂŒr die geplante Bettenzahl nicht gewĂ€hrleistet werden.

Um 100 Betten fĂŒr Coronapatienten zu schaffen, waren auch andere Stationen geschlossen worden. Laut Klinik waren bis zu 85 Betten bereits belegt. Das Klinikum machte keine Angaben, wie viele Betten nun vorgesehen sind und wie viele Intensivbetten es gibt.

In der ErklĂ€rung hieß es, dass Erkrankte in umliegende KrankenhĂ€user geflogen werden, wenn eigene KapazitĂ€ten nicht reichen. Sei das nicht möglich, verschĂ€rfe sich die ohnehin angespannte Situation deutlich. Die Leitstelle in Dresden bestĂ€tigte, dass es "verstĂ€rkt" Verlegungen aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz in entferntere KrankenhĂ€user gegeben hat. Das geschieht, wenn es regional keine AufnahmekapazitĂ€ten mehr gibt. Allerdings sind auch nicht alle Patienten transportfĂ€hig.

Weitere Artikel

Not in Kliniken
Jurist: Recht erlaubt, Corona-Leugner bei Triage zu benachteiligen
Versorgung auf der Intensivstation (Archivbild): Bei immer volleren KrankenhÀusern droht Triage.

Überlastete Intensivstationen
Arzt: Klinik in Sachsen muss wegen Corona Triage anwenden
Triage wegen Corona: Im Krankenhaus in Zittau mussten Ärzte schon mehrfach entscheiden, wer Sauerstoff bekommen kann und wer nicht. Die Situation in den KrankenhĂ€usern in Sachsen ist sehr angespannt. (Symbolfoto)

GrĂ¶ĂŸte Impfaktion der Geschichte
Ist Deutschland fĂŒr die Corona-Impfung gewappnet?
Impfzentren in Hamburg und Lahnstein (Bildcollage t-online): In Deutschland lĂ€uft bald die grĂ¶ĂŸte konzentrierte Impfaktion der Bundesrepublik an.


Laut MinisterprĂ€sident Kretschmer wird die Bundeswehr in Sachsen "ĂŒber den Jahreswechsel hinaus weiter im Krankenhaus helfen". Derzeit sind in Sachsen zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie rund 700 Soldaten im Einsatz. Zudem sollen in den nĂ€chsten Wochen verstĂ€rkt niedergelassene Ärzte fĂŒr die Versorgung eingebunden werden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
CDUDeutschlandGörlitzMichael KretschmerRKI
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website