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Dietmar Bartsch: Das macht Australien in der Corona-Krise besser

MEINUNGStrategie gegen das Virus  

Reiseverkehr außer Kontrolle

Ein Gastbeitrag von Dietmar Bartsch (Linke)

18.12.2020, 14:06 Uhr
Dietmar Bartsch: Das macht Australien in der Corona-Krise besser . Weihnachtsshopping in Sydney: Australien hat monatelang immer wieder mit strikten, lokalen Maßnahmen reagiert – nun sind die Corona-Zahlen niedrig. (Quelle: imago images/AAP)

Weihnachtsshopping in Sydney: Australien hat monatelang immer wieder mit strikten, lokalen Maßnahmen reagiert – nun sind die Corona-Zahlen niedrig. (Quelle: AAP/imago images)

Die Bundesregierung überlässt die Kontrolle von Reiserückkehrern ohnehin überforderten lokalen Behörden. Ein großes Versäumnis, meint Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch mit Blick auf ein anderes Land.

Das Coronavirus hat das "normale" Leben in Deutschland zum Erliegen gebracht. Der neuerliche "Lockdown" wurde unausweichlich, weil die Infektions- und Sterbezahlen dramatisch sind. Insbesondere Alte sterben in einem ungeheuerlichen Ausmaß. Die politische Verantwortung dafür wird zu einem späteren Zeitpunkt aufzuarbeiten sein.

In Australien zum Beispiel ist das anders. Zwischen 5 und 21 Menschen haben sich in Australien in den letzten 30 Tagen mit dem Coronavirus infiziert. Eine einzige Person ist in den letzten vier Wochen an oder mit Corona gestorben. 50.000 waren schon im November im vollen Rugby-Stadion in Brisbane. Das ist möglich, weil Australien mit klugen, häufig lokalen Maßnahmen gegen das Virus gearbeitet hat.

Quarantänepflicht wird nicht überwacht

Zu diesen klugen Maßnahmen gehört auch die Kontrolle über den Reiseverkehr. Wer einreist, muss in Quarantäne. Verbindlich. 270.000 Menschen sind allein im November-Lockdown aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland eingereist. Darüber, ob diese Menschen sich an ihre Quarantänepflicht halten, ob sie vielleicht getestet wurden, darüber weiß die Bundesregierung nichts. Es scheint ihr auch nicht besonders wichtig zu sein. Sie schiebt die Verantwortung auf überforderte Gesundheitsämter ab.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch: Er hadert mit der deutschen Corona-Strategie. (Quelle: imago images/Christian Spicker)Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch: Er hadert mit der deutschen Corona-Strategie. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Millionen Menschen sind in den vergangenen Monaten aus Risikogebieten eingereist, obwohl die Gesundheitsämter schon mit der Nachverfolgung der Infektionsketten überfordert sind. Während in Großbritannien in diesen Tagen Hunderttausende geimpft werden, reisen hier Hunderttausende ungetestet ein. Das Resultat davon sind auch die Zustände in einigen Altenheimen und die geschlossenen Schulen. Der Lockdown war jetzt zwingend. Aber, dass es ihn braucht, ist auch Ergebnis vielfach unzureichender Politik.

Während Jens Spahn nun prüfen will, ob Reiserückkehrer verbindlich getestet werden, haben andere Länder die Kontrolle über das Virus längst gewonnen. Nicht nur Australien.

Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.

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