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Corona-Diskussion: Kann ich mir meinen Covid-19-Impfstoff aussuchen?


Kann ich mir meinen Corona-Impfstoff aussuchen?

  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier

Aktualisiert am 02.02.2021Lesedauer: 3 Min.
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Eine Seniorin wird geimpft: Die Möglichkeiten, sich den Impfstoff auszusuchen, unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.
Eine Seniorin wird geimpft: Die Möglichkeiten, sich den Impfstoff auszusuchen, unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. (Quelle: Friso Gentsch/dpa-bilder)
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Je mehr Impfstoffe es gibt, desto drängender wird die Frage: Kann ich entscheiden, welches Produkt mir geimpft wird? Derzeit lautet die Antwort: Es kommt drauf an, wo man wohnt.

Bisher war die Corona-Impfstoffwelt in Deutschland überschaubar. Wer überhaupt schon die Möglichkeit hatte, sich wegen Krankheit oder hohen Alters impfen zu lassen, musste eigentlich nur eine Frage beantworten: Will ich – oder will ich nicht?


Corona-Impfstart: Edith, Lotte und Helga schreiben Impf-Geschichte

Nordrhein-Westfalen, Emsdetten: Im Altenwohnheim St. Josef-Stift erhält die Bewohnerin Ruth Geulen im Alter von 89 Jahren eine Corona-Impfung.
Bremen: Die Seniorin Alize Oesselmann sitzt vor der Tür eines Seniorenheims im Rollstuhl. Die 85-Jährige ist dort Bewohnerin und ließ sich als erste Bremerin gegen das Coronavirus impfen.
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Zunächst gab es ohnehin nur den Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech, etwas später dann auch den des US-Konzerns Moderna. Beide aber sind weitgehend vergleichbar: Sie verwenden die neuartige mRNA-Technologie, und sind mit rund 95 Prozent höchstwirksam.

Inzwischen ist allerdings auch der Impfstoff von Astrazeneca in der EU zugelassen und weitere wie der von Johnson & Johnson werden aller Voraussicht nach bald folgen. Beide sind traditionelle Vektorimpfstoffe und unterscheiden sich damit fundamental in der Art und Weise, wie sie die Menschen schützen. Und: Astrazeneca kommt in Studien auf eine Wirksamkeit von 60 bis 70 Prozent – also auf weniger als Biontech und Moderna.

Sobald die ersten Astrazeneca-Impfstoffe in den Bundesländern ankommen, und es insgesamt mehr Impfstoff gibt, wird also eine weitere Frage drängender werden: Kann ich mir aussuchen, mit welchem Impfstoff ich mich impfen lasse?

Fakten und Vertrauen

Politiker, aber auch die zuständigen wissenschaftlichen Fachberater von der sogenannten Ständigen Impfkommission (Stiko) betonen derzeit vor allem eines: Ein in der EU zugelassener Impfstoff ist sicher und wirksam. Und eine Impfung ist in jedem Fall besser als keine Impfung.

Das ist sicher richtig. Nur ist die Impfung wie alle medizinischen Behandlungen eben eine individuelle Entscheidung, bei der es nicht nur um Fakten, sondern auch um Vertrauen geht. Und da wird es beides geben: Menschen, die am liebsten den wirksamsten Impfstoff auf dem Markt hätten. Aber auch Menschen, die sich mit einem Vektorimpfstoff statt einem mRNA-Impfstoff wohler fühlen, weil dessen Funktionalität seit Jahren bekannt ist.

Rechtlich ist die Lage eindeutig: Einen Anspruch auf eine freie Auswahl gibt es derzeit in Deutschland nicht. Die bundeseinheitliche Coronavirus-Impfverordnung hält nur fest, dass Menschen in Deutschland "im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus" haben.

Große Unterschiede in den Ländern

Die Impfverordnung schließt die Möglichkeit, den Impfstoff auszuwählen, aber auch nicht aus. Und in der Praxis sind die Bundesländer für das Impfen selbst zuständig. Dies führt dazu, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt, wie Anfragen von t-online in den Gesundheitsministerien ergeben haben.

Bei knapp der Hälfte der Länder gibt es nach eigenen Aussagen keine Wahlmöglichkeit, und sie planen diese derzeit auch nicht: Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen und das Saarland gehören dazu. Aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern heißt es, es gebe "keinen Anspruch" auf eine Auswahl. Hessen hat auf mehrfache Anfrage nicht reagiert.

In anderen Ländern ist derzeit zwar eine Auswahl wegen knapper Impfstoffe nicht möglich, die Gesundheitsministerien schließen aber nicht aus, dass es sie künftig geben wird: In Schleswig-Holstein ist das etwa so und in Nordrhein-Westfalen. In Rheinland-Pfalz befindet sich eine Auswahlmöglichkeit sogar "gegenwärtig in Prüfung", wie es heißt.

Baden-Württemberg teilt mit, dass eine Auswahl möglich sein könnte, wenn nicht mehr in Impfzentren, sondern bei Hausärzten geimpft wird. Das wird jedoch ohnehin überall gelten: Wenn der eine niedergelassene Arzt nicht den Impfstoff nutzt, den man haben möchte, geht man eben zu einem anderen. Sofern genug Impfstoff-Auswahl da ist.

Andernorts kann man sich seinen Favoriten schon jetzt auswählen: In Berlin hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) angekündigt, sie werde "kein Geheimnis daraus machen, in welchem Impfzentrum gerade welcher Impfstoff geimpft wird". Wer in Berlin einen Termin vereinbart, kann sich das Impfzentrum aussuchen. In zwei von ihnen wird derzeit Biontech verimpft, in zwei anderen Moderna.

In Brandenburg ist es ähnlich. 18 Impfzentren soll es dort bald geben. Wo man sich impfen lässt, ist laut Gesundheitsministerium wählbar – sofern es Impfstoff und Termine gibt. "Die Impfzentren in Brandenburg an der Havel, Eberswalde, Prenzlau, Luckenwalde und Kyritz erhalten den Moderna-Impfstoff", heißt es aus dem Ministerium. Die anderen demnach nicht.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • Anfragen bei den Gesundheitsministerien aller Bundesländer
  • Bundesgesundheitsministerium: Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (PDF-Datei)
  • "Deutsche Apotheker Zeitung": Kann man sich den COVID-19-Impfstoff aussuchen?
  • "Pharmazeutische Zeitung": Kann ich mir den Corona-Impfstoff aussuchen?
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