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Corona: Biontech/Pfizer startet Impfstoffproduktion in Marburg

Neuer Standort in Hessen  

In Marburg laufen jetzt die ersten Biontech-Impfdosen vom Band

10.02.2021, 11:37 Uhr | dpa

Corona: Biontech/Pfizer startet Impfstoffproduktion in Marburg. Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg: Bis zu 750 Millionen Impfdosen will das Pharmaunternehmen dort jährlich produzieren. (Quelle: dpa/© BioNTech SE 2020)

Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg: Bis zu 750 Millionen Impfdosen will das Pharmaunternehmen dort jährlich produzieren. (Quelle: © BioNTech SE 2020/dpa)

In Marburg ist die Produktion des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer angelaufen. Millionen Dosen sollen produziert werden – doch bis sie auch verimpft werden dürfen, dauert es noch.

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Als erster Schritt werde der Botenstoff mRNA hergestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Biontech hatte vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dafür erhalten.

Marburg als wichtigster Pfeiler der Impfstoffherstellung

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden nach Unternehmensangaben voraussichtlich Anfang April ausgeliefert.

Die Impfreihenfolge: Zunächst sollen in Deutschland Bewohner und Beschäftigte in Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden. Dazu bekommen Menschen über 80 Jahren eine Impfung sowie Ärzte und Pfleger, die einem hohen Corona-Risiko ausgesetzt sind. Danach werden Hochrisikopatienten geimpft und die Altersgrenze wird sukzessiv nach unten gesetzt. Lehrer und Erziehen kommen in der dritten Impfgruppe dran. 

Sobald das Werk voll betriebsbereit ist, will Biontech dort bis zu 750 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs jährlich herstellen. Der neue Standort in Mittelhessen gilt als wichtiger Pfeiler in dem Bemühen von Biontech und Pfizer, in diesem Jahr die weltweite Produktionskapazität auf zwei Milliarden Dosen des Impfstoffs zu erhöhen.

Genehmigung von der EMA steht aus

Das Botenmolekül mRNA ist den Angaben zufolge der eigentliche Wirkstoff in dem Vakzin. Es wird in Marburg in weiteren Schritten gereinigt, konzentriert und schließlich in eine schützende Hülle aus Lipiden gebracht. So kann die empfindliche mRNA besser in die Zellen gelangen und dort ihre Wirkung entfalten. Biontech will den hergestellten Impfstoff schließlich zu einem Produktionspartner transportieren, wo er abgefüllt und fertiggestellt werden soll.

Arbeiterin in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg: Das Werk soll dazu beitragen den Impfstoff auf zwei Milliarden Dosen zu erhöhen – noch in diesem Jahr. (Quelle: dpa/© BioNTech SE 2020)Arbeiterin in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg: Das Werk soll dazu beitragen den Impfstoff auf zwei Milliarden Dosen zu erhöhen – noch in diesem Jahr. (Quelle: © BioNTech SE 2020/dpa)

Der Produktionsprozess wird von mehreren Qualitätsprüfungen begleitet, wie Biontech weiter erklärte. Die einzelnen Produktionsschritte der neuen Anlagen müssen demnach von der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) genehmigt werden. Entsprechende Daten würden im Februar und März eingereicht.

Impfstoffproduktion auf historischem Boden

Die Qualität des Endprodukts wird den Angaben zufolge vom firmeneigenen Labor im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen geprüft, bevor das Vakzin schließlich zur Verwendung freigegeben wird.

Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen. Der Standort liegt auf historischem Grund, auf dem Gelände der ehemaligen Behringwerke. Aktuell beschäftigen hier rund zehn Firmen insgesamt etwa 6.500 Mitarbeiter, darunter sind "CSL Behring", "GSK Vaccines" und "Siemens Healthineers". Hergestellt werden unter anderem Mittel gegen Blutgerinnungsstörungen und verschiedene Impfstoffe wie gegen Diphtherie oder Tetanus. Vor mehr als 100 Jahren waren es sogenannte Heilseren, die den Ort zu einem Hoffnungsträger im Kampf gegen Infektionskrankheiten machten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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