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AfD-Politiker stirbt an Corona ÔÇô Nachfolger zweifelt Impfungen an

Von afp, lw

Aktualisiert am 21.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Bernd Grimmer: Der AfD-Landtagsabgeordnete war offenbar nicht geimpft.
Bernd Grimmer: Der AfD-Landtagsabgeordnete war offenbar nicht geimpft. (Quelle: Bernd Wei├čbrod/dpa-bilder)
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Er hatte scharfe Kritik an den Pandemie-Ma├čnahmen der Regierung ge├╝bt, nun ist der AfD-Politiker Bernd Grimmer an Covid-19 gestorben. Sein Nachfolger sieht eine Impfung dennoch h├Âchst kritisch.

Der baden-w├╝rttembergische AfD-Landtagsabgeordnete Bernd Grimmer ist an Covid-19 gestorben. Er erlag in der Nacht zum Sonntag seiner Erkrankung, sagte ein Sprecher seines Kreisverbands Pforzheim-Enz. Grimmer wurde 71 Jahre alt.

In den vergangenen Monaten hatte er die Corona-Eind├Ąmmungsma├čnahmen der Regierung wiederholt scharf kritisiert. Im September schrieb er auf seiner Facebookseite, das "Corona-Regime" k├Ânne "nur noch als krank bezeichnet" werden. Er beklagte "Alarmismus" und "Panikmache".

Nachfolger zweifelt an Impfungen

Grimmer war 2016 zum ersten Mal in den Stuttgarter Landtag gew├Ąhlt worden. Damals erreichte er f├╝r die Landespartei das erste Direktmandat. 2021 verlor er sein Direktmandat, zog aber ├╝ber die Liste erneut in den Landtag ein. Grimmer war Vorsitzender des Kreisverbands Pforzheim-Enz. Sein Mandat im Landtag ├╝bernimmt nach Angaben der AfD Alfred Bamberger.

Den "Badischen Neuesten Nachrichten" sagte Bamberger, Grimmer sei nicht gegen das Coronavirus geimpft gewesen. Das sei f├╝r ihn aber kein Anlass, seine kritische Haltung gegen├╝ber der Corona-Impfung zu ├╝berdenken: "Bei der mRNA-Technologie gibt es aus meiner Sicht noch zu viele Ungereimtheiten und Widerspr├╝che", so Bamberger. Er sei kein Impfgegner, werde sich aber gegen Corona fr├╝hestens dann impfen lassen, wenn sogenannte Totimpfstoffe zur Verf├╝gung st├╝nden, sagte er der Zeitung.

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"Die Nachricht kam f├╝r mich ├╝berraschend"

Bamberger war demnach nicht nur Grimmers Stellvertreter in der Gemeinderatsfraktion. Bei der Landtagswahl im M├Ąrz 2021 trat der 1957 geborene Diplom-Informatiker auch als Grimmers Ersatzbewerber im Wahlkreis Pforzheim an. Deshalb r├╝ckt er nun f├╝r Grimmer im Landtag nach.

"Wir werden nun die notwendigen Formalien in die Wege leiten. In der Plenarsitzung des Landtages am Mittwoch ist ein w├╝rdevoller Abschied geplant", sagte Bernd G├Âgel, Landtagsabgeordneter aus dem Enzkreis und Vorsitzender der AfD-Fraktion, den "Badischen Neuesten Nachrichten". Er habe nicht nur auf Landesebene, sondern auch im Kreisvorstand viele Jahre mit Grimmer zusammengearbeitet. "Die Nachricht kam f├╝r mich ├╝berraschend und ich bin immer noch tief best├╝rzt", so der AfD-Politiker.

Tod l├Âst unterschiedliche Reaktionen aus

Mit Blick auf die Impfdebatte sagte G├Âgel der Zeitung: "Dieser Todesfall ├Ąndert nichts an der Grundeinstellung der AfD, dass jeder selbst entscheiden soll, wie er sich sch├╝tzt und ob er sich impft." Er selbst habe f├╝r sich aber eine andere Entscheidung getroffen als Grimmer. "Ich bin dreifach geimpft."

Der Facebook-Beitrag zum Tod von Bernd Grimmer l├Âste unterschiedliche Reaktionen bei den Nutzern aus. In den Kommentaren diskutierten sie ├╝ber die Tatsache, dass Grimmer offenbar nicht geimpft war und vor seiner Covid-Erkrankung scharfe Kritik an den Ma├čnahmen zur Eind├Ąmmung des Virus ge├Ąu├čert hatte. "Ein vermeidbarer Tod. Wie viele Menschenleben m├Âchte die Partei denn noch auf ihrem Gewissen haben? Vielleicht bringt es zum Umdenken", schrieb eine Nutzerin. Ein Nutzer kommentierte: "Corona hin oder her, es ist ein Mensch gestorben und da muss man nicht l├Ąstern, was f├╝r eine ├ťberzeugung er gehabt hat ÔÇô geimpft oder ungeimpft."

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AfD weiterhin gegen Impfpflicht

Die AfD kritisiert im Kampf gegen Corona immer wieder die Ma├čnahmen zur Bek├Ąmpfung des Virus. Auch die Pl├Ąne der Bundesregierung, eine allgemeine Impfpflicht einzuf├╝hren, stehen bei der Partei in gro├čer Kritik. Ein Sprecher des AfD-Kreisverbands, in dem Grimmer t├Ątig war, sagte dem "Spiegel", die AfD sei weiterhin gegen eine Impfpflicht.

In einer Mitteilung des Landesvorstandes, dem Alice Weidel vorsitzt, dankte die AfD Grimmer f├╝r seine Dienste und sprach den Angeh├Ârigen ihr Beileid aus. "Es schmerzt uns sehr, mit Herrn Dr. Grimmer ein Mitglied der ersten Stunde zu verlieren, das mit uns mehr als acht Jahre durch dick und d├╝nn gegangen ist", hei├čt es in dem Schreiben.

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