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Fall Jalloh: Angez├╝ndete Matratze vor Staatsanwaltschaft

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Todesumst├Ąnde von Oury Jalloh gelten auch nach zwei Landgerichtsprozessen als nicht aufgekl├Ąrt.
Die Todesumst├Ąnde von Oury Jalloh gelten auch nach zwei Landgerichtsprozessen als nicht aufgekl├Ąrt. (Quelle: Jan Woitas/dpa./dpa)
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Halle (dpa) - Genau 17 Jahre nach dem Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh haben Unbekannte eine Matratze vor dem Eingang des Justizzentrums in Halle angez├╝ndet.

Um exakt 1.40 Uhr in der Nacht h├Ątten Zeugen f├╝nf schwarz gekleidete Unbekannte vor dem Geb├Ąude gesehen, in dem unter anderem die Staatsanwaltschaft untergebracht ist, teilte die Polizei mit. Beim Eintreffen der Einsatzkr├Ąfte war die Matratze demnach fast vollst├Ąndig verbrannt und die T├Ąter verschwunden.

Am 7. Januar 2005 war Oury Jalloh aus Sierra Leone in einer Gewahrsamszelle des Polizeireviers in Dessau-Ro├člau ums Leben gekommen. Die Todesumst├Ąnde gelten auch nach zwei Landgerichtsprozessen als nicht aufgekl├Ąrt. Nach den Ermittlungen der Beh├Ârden soll Jalloh in der Gewahrsamszelle einen Brand selbst gelegt haben, obwohl er in dem Raum an H├Ąnden und F├╝├čen gefesselt war. Mehrere Initiativen zweifeln an dieser Darstellung und werfen Staatsanwaltschaft und Polizei Vertuschung vor. Sie sprechen von "Mord".

Die Polizei wollte am Freitag einen Zusammenhang mit dem Fall Jalloh nicht explizit best├Ątigen, schloss jedoch einen politischen Hintergrund nicht aus. Auf der linksextremen Onlineplattform "indymedia" postete kurz nach der Tat ein unbekannter User ein Bild von der brennenden Matratze vor dem Justizzentrum und schrieb dazu unter anderem: "Vor 17 Jahren wurde Oury Jalloh von Dessauer Polizisten gefoltert, ermordet und verbrannt, um Spuren zu verwischen."

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Weiter hei├čt es darin: "Die Ermittlungen dazu wurden (...) immer wieder verunm├Âglicht, von Polizisten, Richtern und Politikern. Als die Staatsanwaltschaft Dessau 2017 (...) den Einsatz von Brandbeschleuniger, also den Mord, endlich f├╝r wahrscheinlich hielt, wurde ihr das Verfahren entzogen und nach Halle ├╝bergeben. Hier wurde es eingestellt."

Tats├Ąchlich hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum Fall Jalloh im Oktober 2018 beendet, weil sie - auch nach zwei Prozessen vor dem Landgericht - keine weitere Aufkl├Ąrung erwartete. Die Generalstaatsanwaltschaft best├Ątigte bei einer ├ťberpr├╝fung, dass Ermittlungen nicht wieder aufgenommen werden m├╝ssten. Es lasse sich nicht belegen, dass Polizeibeamte oder andere Personen den auf einer Matratze gefesselten Jalloh angez├╝ndet h├Ątten, hie├č es damals zur Begr├╝ndung.

Jalloh war betrunken und stand unter Drogen, als er gefesselt auf einer Matratze liegend in der Zelle starb. Ein Polizist wurde 2012 verurteilt, weil er nicht daf├╝r sorgte, dass Jalloh korrekt beaufsichtigt wurde. Zwei Sonderermittler stellten w├Ąhrend der Aufarbeitung in einem 300 Seiten langen Untersuchungsbericht zahlreiche Fehler der Polizei und anderer Beh├Ârden fest.

Protestformen wie am Freitag gegen die Beh├Ârden im Fall Jalloh sind nicht neu. 2016 hatten Unbekannte vor dem Polizeirevier in Magdeburg eine angekokelte Matratze mit dem roten Schriftzug "Oury Jalloh, das war Mord" abgelegt. Rings herum verteilten sie Flugbl├Ątter mit Fotos des Asylbewerbers sowie der Nachstellung des Brandortes.

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