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"Hart aber fair": Karl Lauterbach spricht Klartext über Corona-Proteste


Minister zu den Corona-Protesten
Lauterbach: "Wir lassen uns nicht erpressen"

Von dpa
Aktualisiert am 11.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Gesundheitsminister Lauterbach: "Der Staat muss die Mehrheitsmeinung respektieren, die demokratisch legitimiert ist, und die Bevölkerung schützen."Vergrößern des BildesGesundheitsminister Lauterbach: "Der Staat muss die Mehrheitsmeinung respektieren, die demokratisch legitimiert ist, und die Bevölkerung schützen." (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)
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In einer ARD-Talkshow hat sich Karl Lauterbach klar gegen die Corona-Proteste positioniert. Außerdem sei die deutsche Corona-Politik nicht für die Zunahme psychischer Störungen verantwortlich.

Immer wieder protestieren Tausende Menschen gegen die Corona-Politik und eine mögliche Impfpflicht in Deutschland – zuletzt gingen Demonstranten bundesweit am Montagabend auf die Straßen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach positionierte sich am Montagabend in der ARD-Sendung "Hart aber fair" deutlich gegen die teils gewaltsamen Proteste.

"Wir lassen uns nicht erpressen", so der SPD-Politiker. "Der Staat muss die Mehrheitsmeinung respektieren, die demokratisch legitimiert ist, und die Bevölkerung schützen." Das ändere sich nicht, "nur weil eine kleine Gruppe Menschen Druck macht".

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"Da muss man vorsichtig sein"

Lauterbach wies außerdem die Vorwürfe zurück, dass die deutsche Corona-Politik mit ihren international eher etwas strengeren Maßnahmen für die Zunahme psychischer Störungen verantwortlich sei.

"Da muss man vorsichtig sein, das geben die Studien aus meiner Sicht nicht her", sagte der Gesundheitsminister. Es gebe mehr psychische Störungen auch in Staaten, die weniger gemacht hätten als Deutschland. Als Beispiel nannte er die USA, wo seiner Ansicht nach sehr viele Tote vermeidbar gewesen wären. Die Störungen seien mutmaßlich eher auf die Corona-Lage insgesamt als auf die Schutzmaßnahmen zurückzuführen.

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Großbritannien macht "unethische Wette"

Den Verzicht der britischen Regierung auf strenge Maßnahmen trotz explodierter Infektionszahlen nannte er eine "unethische Wette". Deutschland sei mit seinem Kurs, die Menschen zu schützen, auch ökonomisch nicht schlechter gefahren als etwa Großbritannien.

Der britische Kurs komme auch schon deshalb nicht infrage, weil die Impfquote in Deutschland insbesondere bei den Älteren viel schlechter sei als die in Großbritannien. "Ich würde eine solche Strategie wie in England, die auf Durchseuchung hinausläuft, ohne dass man es so nennen will, eine solche Strategie würde ich uns niemals empfehlen. Und dafür steht auch die Bundesregierung nicht zur Verfügung."

Lauterbach: Gibt mehr Impfstoff als nötig

Mit Blick auf Klagen von Ärzten über eine unzureichende Versorgung mit Impfstoff sagte Lauterbach: "Das ist also Aufgabe der Länder, diese Zuteilung vorzunehmen. Und ich würde mir da auch also eine etwas andere Zuteilung von Land zu Land vorstellen."

Insgesamt gebe es mehr Impfstoff als nötig, um die gesamte zu Auffrischungsimpfungen bereite Bevölkerung abdecken zu können – allerdings nicht den vor allem nachgefragten der Hersteller Biontech und Pfizer, sondern vor allem den von Moderna. Moderna-Dosen seien in großer Menge gekauft worden, Biontech hingegen habe "aus Produktionsgründen" nicht ausreichend beschafft werden können.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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