Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextKlopp und Bayern: Hoeneß verrĂ€t DetailsSymbolbild fĂŒr einen TextSpanien bekommt neues Sex-GesetzSymbolbild fĂŒr einen TextMallorcas StrĂ€nde schrumpfenSymbolbild fĂŒr einen TextF1: Teamchef macht Druck auf SchumacherSymbolbild fĂŒr einen TextDjokovic spricht emotional ĂŒber BeckerSymbolbild fĂŒr einen TextRTL-Serie verliert drei StarsSymbolbild fĂŒr einen TextMercedes-Bank kĂŒndigt 340.000 KundenkontenSymbolbild fĂŒr einen Text"Let's Dance": Dieses Profi-Paar gewinntSymbolbild fĂŒr einen Text"Modern Family"-Star wird erneut VaterSymbolbild fĂŒr einen TextQueen Elizabeth II. nimmt eine AuszeitSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserRTL-Moderatorin nimmt "GNTM" auseinander

Die ersten Ängste bei der kritischen Infrastruktur werden wahr

  • Annika Leister
Von Annika Leister

Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin am Montag: Ginge es nach der Polizeigewerkschaft GdP, wĂŒrden auch Corona-Proteste bald nicht mehr so eng begleitet wie bisher.
Protest gegen die Corona-Maßnahmen am Montag in Berlin: Ginge es nach der Polizeigewerkschaft GdP, wĂŒrden auch Corona-Proteste bald nicht mehr so eng begleitet wie bisher. (Quelle: A. Friedrichs/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Zu viele Polizisten sind infiziert oder sitzen in QuarantĂ€ne – Berlin ruft deswegen "Pandemiestufe I" aus. Auch andere Branchen und BundeslĂ€nder zittern. Und bald droht die berufsbezogene Impfpflicht.

Benjamin Jendro ist kein Ă€ngstlicher Typ. Der langjĂ€hrige Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft GdP ist große, kritische Lagen in der Hauptstadt gewöhnt. Zurzeit aber ist Jendro besorgt. Seit Wochen lĂ€sst er sich nĂ€mlich die Kranken- und QuarantĂ€nezahlen der Berliner Polizei und Feuerwehr durchgeben – und die Zahlen, die er seit Weihnachten erhĂ€lt, gefallen ihm gar nicht. "Wir sind zurzeit noch dienstfĂ€hig", sagt Jendro t-online, "aber jeder Kollege, der fehlt, ist einer zu viel. Wir mĂŒssen das sehr genau im Blick behalten."

Der Expertenrat der Bundesregierung hat mit Blick auf die Omikron-Variante bereits im Dezember vor Ausnahmesituationen gewarnt. Zu viel Personal könne sich infizieren oder sich in QuarantĂ€ne begeben mĂŒssen, so das Gremium – bei Polizei und Feuerwehr, in Pflegeheimen und KrankenhĂ€usern, in Wasser- und Stromwerken, in Handel und Logistik.

DienstplĂ€ne wurden seither umgestellt, Kontakte reduziert. Derzeit sind die Infektionszahlen vor allem in den Stadtstaaten aber hoch – und bundesweit schlagen mehr und mehr Behörden und Branchen Alarm. Wo droht die kritische Infrastruktur in Gefahr zu geraten?

Mehr als 800 Berliner Polizisten fallen wegen Corona aus

881 Polizisten fallen derzeit laut GdP bei der Berliner Polizei wegen Corona aus. 571 sind infiziert, 310 sitzen in QuarantĂ€ne. Das sind mehr als drei Prozent der 26.000 Personen starken Belegschaft. Weitere zehn Prozent fallen laut Jendro ohnehin weg – der ĂŒbliche Krankenstand in der hart beanspruchten Behörde in den Wintermonaten. Die Berliner Polizei nĂ€hert sich damit einem Personalausfall von 15 Prozent.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Sanktionen treffen jetzt auch manche deutsche Rentner
Anti-Kriegs-Demo in MĂŒnchen (Symbolbild): Mit Sanktionen gegen Russland versucht der Westen, das Kriegstreiben Putins aufzuhalten.


Die PolizeiprĂ€sidentin hat deswegen am Montag die "Pandemiestufe I" ausgerufen. Ein Krisenstab bĂŒndelt nun die interne Kommunikation und hĂ€lt Überblick ĂŒber den Krankenstand. Der Rest des Apparats konzentriert sich auf Kernaufgaben. Fortbildungsmaßnahmen werden – bis auf "systemrelevante" Fortbildungen wie das Schießtraining – reduziert oder ganz eingestellt. Eine Behörde im Notbetrieb light.

Ab 30 Prozent Personalausfall tritt Pandemiestufe II in Kraft, ab 50 Prozent Pandemiestufe III. Mit jeder Stufe werden mehr TĂ€tigkeiten der Behörden heruntergefahren. Schon jetzt aber dringt die GdP darauf, weiter zu priorisieren und auch EinsĂ€tze einzuschrĂ€nken, "um den Personalkörper nicht weiter zu gefĂ€hrden", so Jendro. Sonst wĂŒrden die Corona-Zahlen, die sich in den vergangenen Wochen zum Teil verdoppelten, weiter in die Höhe schnellen. "Denkbar wĂ€ren der temporĂ€re Wegfall von Streifen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, von Durchsuchungen in Shisha-Bars oder von personalintensiver Begleitung von Corona-SpaziergĂ€ngen." All das seien aufwendige Maßnahmen mit sehr direktem Kontakt zur Bevölkerung – und deswegen mit hohem Infektionsrisiko.

Feuerwehr droht mit Impfpflicht rund 20 Prozent Ausfall

Die Polizei ist allerdings Jendros kleinere Sorge, noch stĂ€rker im Fokus steht die Berliner Feuerwehr, deren BeschĂ€ftigte zum Großteil ebenfalls von der GdP vertreten werden. 119 Corona-FĂ€lle verzeichnete die Behörde laut Senatsinnenverwaltung mit Stand vom 14. Januar, zusĂ€tzlich sitzen 104 Feuerwehrleute in QuarantĂ€ne. Niedrigere Zahlen als bei der Polizei. Bei nur 4.300 Feuerwehrleuten in der Hauptstadt insgesamt machen sich AusfĂ€lle allerdings rasch bemerkbar.

Und das große Problem steht erst noch bevor: Ab 15. MĂ€rz tritt fĂŒr die Feuerwehr eine berufsbezogene Impfpflicht in Kraft – wie dann genau mit Ungeimpften verfahren wird, ist noch unklar. Fest steht aber bereits: Auch sie werden zeitnah aus dem Dienstplan fallen, vielleicht auf Dauer. Am Stichtag wĂŒrden ungeimpfte Feuerwehrleute dem Gesundheitsamt gemeldet, erklĂ€rt Jendro. "Ob man die Reaktion dann abwartet oder die Behörde eventuell gleich ein Berufsverbot ausspricht, wird sich zeigen."

"Wir können weder auf zwanzig noch auf zehn Prozent verzichten"

Die Impfquote bei der Berliner Feuerwehr betrĂ€gt derzeit laut Senatsinnenverwaltung rund 80 Prozent. Immerhin 86 Prozent sind es bei der Polizei. Mehr als in der Bevölkerung, aber nach wie vor zu wenig, befindet Jendro. Und er zweifelt daran, dass sich Impfzögerer und -verweigerer von der berufsbezogenen Impfpflicht im großen Stil ĂŒberzeugen lassen. "Es ist fraglich, wie viele sich komplett verweigern – aber wir können weder auf zwanzig noch auf zehn Prozent verzichten." In jedem Fall rechnet Jendro mit mehr Krankmeldungen von Ungeimpften im MĂ€rz. "Das war auch der Fall, als bei der Polizei die 3G-Regel fĂŒr Dienststellen eingefĂŒhrt wurde."

Wesentlich entspannter klingt man in anderen BundeslĂ€ndern. In Bremen, das derzeit mit 1.297 die höchste Inzidenz aufweist und damit noch vor Berlin liegt (962), verweist man auf die sehr hohe Impfquote bei Polizei und Feuerwehr: 97 und 94 Prozent. Bisher hĂ€tten prĂ€ventive Maßnahmen – wie die Bildung von Kohorten, FFP2-Maskenpflicht und engmaschige Testungen – gute Wirkung gezeigt, heißt es von einer Sprecherin des Innenressorts. Derzeit seien bei der Berufsfeuerwehr 20 Personen, bei der Polizei 223 infiziert oder in QuarantĂ€ne. Wer könne, arbeite im Homeoffice.

Im FlĂ€chenstaat Bayern ist der Krankenstand in absoluten Zahlen höher: Hier sind 357 Polizisten an Corona erkrankt, 207 sind außerdem in QuarantĂ€ne. Das Staatsministerium fĂŒr Inneres verweist auf Anfrage von t-online auf die hohe Impfquote von rund 93 Prozent – und die mit 44.000 Polizeibeamten große PersonalstĂ€rke. Zur Feuerwehr liegen dem Ministerium keine Zahlen vor, sie werden kommunal erhoben.

BĂŒrgermeister warnt vor Zusammenbruch in Pflegeheimen

Vor einer zu niedrigen Impfquote zittern gerade auch andere Branchen und ganze BundeslĂ€nder. Am Wochenende warnte Steffen Köcher, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von drei Pflegeheimen im sĂ€chsischen Freiberg, mit Blick auf die bald greifende einrichtungsbezogene Impfpflicht vor einem bedrohlichen Personalverlust.

Der Freiberger OberbĂŒrgermeister Sven KrĂŒger beziffert den Anteil der Ungeimpften in Pflegeheimen in seiner Stadt derzeit noch immer auf 30 Prozent – und warnte: Mit nur 70 Prozent des bisherigen Personals werde es nicht möglich sein, voll belegte Heime zu versorgen. Schon jetzt gebe es deutlich weniger Personal als zu Beginn der Pandemie.

Weitere Artikel

"Dauert lange und nicht unumstritten"
Lauterbach ist gegen ein Impfregister
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: Er ist gegen ein Impfregister.

Olaf Scholz
Entschuldigen Sie, ist das hier die Corona-Zukunft?
Olaf Scholz landet in Madrid: Der Bundeskanzler ist zum Antrittsbesuch beim spanischen MinisterprÀsidenten Pedro Sånchez.

Zu niedrige Impfquote
FDP: "Omikron Àndert Spielregeln" in Impfpflicht-Debatte
Stephan Thomae: Er hat Bedenken, ob eine Impfpflicht derzeit sinnvoll ist.


Sachsen ist Schlusslicht bei der Impfquote in Deutschland. Laut Robert Koch-Institut genießen nur 61,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollstĂ€ndigen Impfschutz. Bundesweit sind es 72,8 Prozent. Immerhin verzeichnet die Polizei in Sachsen derzeit keine hohen AusfĂ€lle. Nach Horrormeldungen im November und Dezember, als Hunderte Beamte in QuarantĂ€ne saßen, scheint sich die Lage vorerst normalisiert zu haben: 202 Bedienstete fallen bei der Polizei derzeit wegen Infektion oder QuarantĂ€ne aus, das macht bei 11.350 Beamten 1,7 Prozent.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Fabian Jahoda
Von Miriam Hollstein, Fabian Jahoda
BundesregierungCoronavirusFeuerwehrImpfpflichtPolizeiWeihnachten
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website