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Habeck verlangt von Söder Öko-Patriotismus

Von dpa, rtr
Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 2 Min.
"Die Offensive will ich sehen": Als Söder gegen Habecks Anmerkung schießt, kontert der Wirtschaftsminister erneut. (Quelle: t-online)
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Die neue Ampelregierung will den Ausbau von Windkraft in Deutschland massiv beschleunigen – Bayern stellt sich quer. Bei einem Treffen von Minister Habeck und Landeschef Söder wurden die Differenzen deutlich.

Klimaminister Robert Habeck hat von Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) ZugestĂ€ndnisse beim stockenden Ausbau der Windenergie in seinem Land gefordert. "Wir brauchen eben auch einen ökologischen Patriotismus zum Ausbau von schwierigen Techniken wie der Windkraft", sagte der GrĂŒnen-Politiker am Donnerstag in MĂŒnchen nach einem Treffen mit Söder.

Es sei zwar richtig, in Solar- oder Geothermie zu investieren. Die Bauraten bei WindrĂ€dern mĂŒssten aber auch steigen. Habeck sieht ein Hauptproblem in den bayerischen Abstandsregeln zu WohngebĂ€uden, die mindestens das Zehnfache der Höhe der WindrĂ€der vorsehen (10H-Regel).

Söder machte deutlich, er wolle an der Regel festhalten. Man könne aber ĂŒber Ausnahmen reden. GeprĂŒft werden zum Beispiel auch, was im bayerischen Staatsforst möglich sei. Habeck und Söder vereinbarten, dass Bayern bis spĂ€testens MĂ€rz dazu einen Bericht vorlegen werde. "Ob das dann reicht, mĂŒssen wir sehen", sagte Söder. Mit den VorschlĂ€gen wolle Bayern auch WĂŒnsche auf den Tisch legen, kĂŒndigte er an.

Bayern baut kaum noch WindrÀder

"Wir glauben, dass mehr geht, aber Wind ist nicht die Hauptmöglichkeit in Bayern", sagte Söder. Schon jetzt wĂŒrden 53 Prozent des Stroms in Bayern ĂŒber erneuerbare Energien gewonnen. Eine Absage erteilte er der Forderung, zwei Prozent der LandesflĂ€che fĂŒr Windenergie zur VerfĂŒgung zu stellen. "Bei den zwei Prozent sind wir einfach skeptisch", sagte Söder.

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Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Windenergie an Land kommt dabei die zentrale Rolle zu. DafĂŒr sollen zwei Prozent der FlĂ€che Deutschlands reserviert werden. In den vergangenen Jahren war der Ausbau wegen fehlender FlĂ€chen fast vollstĂ€ndig zum Erliegen gekommen. Schon im Jahr 2023 soll nun fĂŒnf Gigawatt an Leistung zugebaut werden, was an das Rekordjahr 2017 anknĂŒpfen wĂŒrde. Bis 2027 sollen es dann mit zehn Gigawatt sogar doppelt soviel jĂ€hrlich werden.

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In Bayern wurden im vergangene Jahr nur etwa ein Dutzend neue WindrĂ€der gebaut. Das entspricht etwa zwei Prozent des gesamten Zubaus. Zum Vergleich: In Niedersachsen wurden ĂŒber 100 Anlagen errichtet, was fast einem Viertel der neuen Leistung bundesweit entspricht.

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