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Wie viele an Corona sterben, hÀngt von der Regierungsform ab

Von rtr
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Polens regierende Populisten: Jaroslaw Kaczynski (Mitte) und Regierungschef Mateusz Morawiecki (rechts) von der PiS-Partei bei einer Sitzung des Innenministers.
Polens regierende Populisten: Jaroslaw Kaczynski (Mitte) und Regierungschef Mateusz Morawiecki (rechts) von der PiS-Partei bei einer Sitzung des Innenministers. (Quelle: newspix/imago-images-bilder)
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Forscher des Instituts fĂŒr Weltwirtschaft haben 42 LĂ€nder in der Corona-Krise unter die Lupe genommen. Sie ziehen den Schluss: Regierungsparteien einer bestimmten Strömung kosten zahlreiche Menschenleben.

In LĂ€ndern mit populistischen Regierungen ist das Corona-Sterberisiko einer Studie zufolge deutlich höher als anderswo. Die Übersterblichkeit sei dort im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie in nicht-populistisch regierten LĂ€ndern, geht aus dem am Donnerstag unter Mitwirkung des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) entstandenen Forschungspapier hervor. "Die Zahlen sind eindeutig: Populisten sind in der Corona-Pandemie die klar schlechteren Krisenmanager und fĂŒr viele vermeidbare Tote in den von ihnen regierten LĂ€ndern verantwortlich", sagte IfW-Experte Michael Bayerlein, der zu Populismus forscht.

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Die sogenannte Übersterblichkeit – also die Anzahl an TodesfĂ€llen oberhalb des Wertes, der auch ohne die Pandemie zu erwarten gewesen wĂ€re – liegt in nicht populistisch gefĂŒhrten LĂ€ndern bei gut acht Prozent. In populistisch gefĂŒhrten LĂ€ndern sind es der Studie nach hingegen fast 18 Prozent. Insgesamt 13 Regierungen stuften die Autoren dabei als populistisch ein – darunter die in Polen, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Großbritannien, Brasilien und Indien. Bei sonst 100 TodesfĂ€llen verursache die Corona-Pandemie dort 18 zusĂ€tzliche Tote, so das Fazit. Im Durchschnitt aller betrachteten LĂ€ndern liegt demnach die Übersterblichkeit bei zehn Prozent: Statt sonst 100 seien durch die Pandemie 110 SterbefĂ€lle zu verzeichnen.

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Bewegungen und Kontakte wesentlich höher

UrsĂ€chlich fĂŒr die deutlich höhere Übersterblichkeit ist den Angaben nach die bei vergleichbaren Infektionszahlen höhere BewegungsaktivitĂ€t der Bevölkerung in populistisch regierten LĂ€ndern. Zur Messung nutzen die Autorinnen und Autoren MobilitĂ€tsdaten von Google. Diese weisen darauf hin, wie stark bestimmte Orte wie LebensmittelgeschĂ€fte oder Parks wĂ€hrend der Pandemie besucht wurden. Den Daten zeigten laut Studie, dass der Bewegungsindex in populistischen regierten LĂ€ndern mit einem Wert von 20 doppelt so hoch ist.

FĂŒr die höhere MobilitĂ€t macht das Autorenteam zwei GrĂŒnde aus. Zum einen wĂŒrden populistische Regierungen weniger Maßnahmen zum Infektionsschutz erlassen, insbesondere zur KontaktbeschrĂ€nkung. Zum anderen sei die Kommunikation populistischer Regierungen darauf ausgelegt, die Gefahren durch das Virus zu verharmlosen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren. Das halte die Bevölkerung davon ab, ihre BewegungsaktivitĂ€t von sich heraus einzuschrĂ€nken.

42 LĂ€nder weltweit untersucht

"Unsere Studie belegt erstmals, dass Populisten bei der BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie schlechte Arbeit leisten, was sich auch direkt in den Todeszahlen niederschlĂ€gt", sagte Bayerlein. "Die hohe Übersterblichkeit wird getrieben durch eine zu hohe MobilitĂ€t, die wiederum wird hervorgerufen durch fehlende BeschrĂ€nkungen und eine Anti-Corona-Propaganda." Die einzig gute Nachricht sei: Der eindeutige Zusammenhang zwischen MobilitĂ€t und Todeszahlen heiße auch, dass sich die Menschen selbst schĂŒtzen könnten, indem sie ihre Kontakte wĂ€hrend der Pandemie freiwillig einschrĂ€nkten.

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Gemeinsam mit einem internationalen Team an Forscherinnen und Forschern wertete Bayerlein das Krisenmanagement wĂ€hrend der Corona-Pandemie im Jahr 2020 von 42 LĂ€ndern aus, die Mitglied der Industriestaaten-Organisation OECD sind oder zu den sogenannten Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China, SĂŒdafrika gehören, den fĂŒhrenden SchwellenlĂ€ndern.

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