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Corona-Pandemie: Kassenärzte-Chef Andreas Gassen kritisiert Lauterbach-Vorstoß


Kassenärzte-Chef kritisiert Lauterbach-Vorstoß


Aktualisiert am 31.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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Andreas Gassen: Er ist Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, der Vertretung für alle niedergelassenen Ärzte in Deutschland.Vergrößern des Bildes
Andreas Gassen: Er ist Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, der Vertretung für alle niedergelassenen Ärzte in Deutschland. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago-images-bilder)

Experten befürchten eine neue Corona-Welle im Herbst, die Ampelregierung ringt um den richtigen Umgang mit der Pandemie. Andreas Gassen kritisiert Vorstöße des Gesundheitsministers und renommierter Kollegen.

In der Diskussion um Corona-Maßnahmen für den Herbst warnt Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), vor verfrühtem Handeln: "Vor einer Festlegung auf Maßnahmen muss zunächst einmal eine Evaluation erfolgen", sagte er t-online. "Klar muss auch sein, dass hohe Infektionszahlen alleine nicht die Grundlage für die Ergreifung von Maßnahmen, etwa einer erneuten Maskenpflicht, sein dürfen." Auch aktuell seien die Infektionszahlen hoch, die Erkrankungsverläufe aber seien "glücklicherweise überwiegend leicht".

Damit widerspricht Gassen dem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der drängt darauf, die Möglichkeit einer Maskenpflicht im Infektionsschutzgesetz über den 23. September hinaus festzulegen. Gassen hält das derzeit nicht für angezeigt: "Grundlage einer Entscheidung pro Maskenpflicht muss beispielsweise das Auftreten neuer Virusvarianten sein, deren Auswirkungen erst noch unbekannt sind." Die aktuell bekannten Omikronvarianten seien zwar leichter übertragbar, offenbar aber auch mit leichteren Verläufen verbunden.

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Lauterbach treibt, die FDP bremst

Die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes läuft bis zum 23. September. Die rot-grün-gelbe Bundesregierung ringt nun darum, wie die Corona-Schutzvorgaben für den Herbst aussehen sollen.

Gesundheitspolitiker der Grünen sprechen sich wie das SPD-geführte Gesundheitsministerium unter anderem für eine Maskenpflicht als Option aus und warnen davor, erneut zu spät zu reagieren. Die FDP bremst in der Diskussion. Auch sie pocht auf eine Evaluierung der Maßnahmen, die ein Sachverständigenrat zurzeit erarbeitet.

Gassen: Lockdown-Vorstoß offenbart "erschreckende Unkenntnis"

Das Robert Koch-Institut warnt mit Blick auf den Herbst vor wieder steigenden Infektionszahlen. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, fordert vor dem Hintergrund einen "Anti-Corona-Plan" und die Anpassung des Infektionsschutzgesetzes, "damit Eindämmungsmaßnahmen eingeführt werden können, wenn die Lage ernst wird, und zwar bundesweit einheitlich". Als Ultima Ratio, also letztes Mittel, müsse auch "die Möglichkeit zu einem Lockdown verankert werden", sagte Montgomery der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Gassen kritisiert Montgomerys Vorstoß im Gespräch mit t-online scharf: Die aktuell kursierenden Varianten bildeten keine Begründung dafür, gesetzliche Regelungen bis hin zum Lockdown zu ermöglichen. "Eine solche Forderung offenbart eine erschreckende Unkenntnis und hat in einer seriösen Debatte zur Vorbereitung auf den Herbst nichts zu suchen."

Verwendete Quellen
  • Anfrage an Andreas Gassen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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