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Wölfe in Deutschland: Kabinett erleichert Abschuss von "Problemwölfen"

Schäfer zufrieden  

Kabinett erleichert Abschuss von "Problemwölfen"

22.05.2019, 20:47 Uhr | dpa, AFP

Wölfe in Deutschland: Kabinett erleichert Abschuss von "Problemwölfen". Wolf (Canis lupus) in einem Gehege im Wildpark Neuhaus: Jeder Abschuss eines Tieres muss einzeln genehmigt werden. (Quelle: dpa/Swen Pförtner)

Wolf (Canis lupus) in einem Gehege im Wildpark Neuhaus: Jeder Abschuss eines Tieres muss einzeln genehmigt werden. (Quelle: Swen Pförtner/dpa)

Der Wolf fühlt sich wieder heimisch in Deutschland, auf etwa 400 Tiere schätzt die Bundesregierung den Bestand. Jetzt hat das Kabinett den strengen Schutz der Wölfe gelockert.

Nach langem Ringen hat sich die Bundesregierung auf einen leichteren Abschuss von Wölfen geeinigt. Die Tiere sind streng geschützt und dürfen nur in sehr eng definierten Grenzen ausnahmsweise gejagt werden. Dies soll auch nach dem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch so bleiben. Allerdings werden die Kriterien für sogenannte Entnahmen etwas gelockert.

Nach Wolfsrissen sollen den Plänen der Bundesregierung zufolge Einzeltiere so lange abgeschossen werden, bis es keine weiteren Schäden mehr gibt – auch wenn nicht klar ist, welcher Wolf genau die Nutztiere angegriffen hat. Allerdings muss jeder Abschuss zuvor genehmigt werden. Wölfe stehen unter Schutz. Mischlinge zwischen Wolf und Hund in der freien Natur sollen aber abgeschossen werden.

Kritik vom BUND

Der Beschluss stößt bei Berufsschäfern auf Zustimmung. "Das ist für uns eine enorme Erleichterung", sagte Vorsitzende des Bundesverbands der Berufsschäfer, Günther Czerkus, der Deutschen Presse-Agentur. "Das wird den Abschuss von Problemwölfen deutlich nach vorne bringen." Die Politik schöpfe mit dem Gesetzentwurf aus, was rechtlich derzeit möglich sei.

Kritik kam von der Umweltschutzorganisation BUND. Mit der Änderung werde "quasi durch die Hintertür" auch der Schutz anderer Arten von Eisvogel bis Fischotter geschwächt, sagte Geschäftsführer Olaf Bandt. Nach Rissen einfach auf Verdacht das ganze Rudel abzuschießen, könne keine Lösung sein. Angriffe auf Nutztiere können sogar zunehmen, wenn die Rudelstruktur zerstört werde, fremde Wölfe einwanderten oder junge Wölfe ohne Elterntiere Nahrung jagen müssten.

Nicht mehr als 400 Tiere

Der ehemals ausgerottete Wolf breitet sich in Deutschland seit Jahren wieder aus: Im Jahr 2000 wurden in Sachsen erstmals wieder freilebende Wolfswelpen geboren. Bis heute ist Sachsen ein Bundesland mit einer der größten Wolfspopulationen, ebenso wie Brandenburg und Niedersachsen. Insgesamt breiten sich die Tiere vor allem im Nordosten Deutschlands aus. Aber auch etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden sie schon gesichtet.

Nach offiziellen Angaben lebten in Deutschland im Monitoringjahr 2017/18 insgesamt 73 Rudel, 30 Paare und drei Einzeltiere. In 56 Rudeln wurden 218 Welpen bestätigt. Da gerade bei den Jungtieren aber die Sterblichkeit hoch ist, wird im Bundesumweltministerium von einer Gesamtzahl von nicht mehr als etwa 400 Tieren ausgegangen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa

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