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Bundeswehr: Neuer Hubschrauber MH90 ist nicht seetauglich

"Spiegel"-Bericht enthüllt internes Gutachten  

Neuer Marine-Hubschrauber darf nicht über Meer fliegen

22.02.2015, 10:31 Uhr | t-online.de , AFP

Bundeswehr: Neuer Hubschrauber MH90 ist nicht seetauglich. Ein Helikopter des Typs MH90 im Einsatz. (Quelle: dpa)

Ein Helikopter des Typs MH90 im Einsatz. (Quelle: dpa)

Nächstes Problem für die Bundeswehr: Der neu zu beschaffende Marine-Hubschrauber MH90 darf laut international gültigen Bestimmungen nicht über Nord- und Ostsee eingesetzt werden. Dies geht nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus einem internen Gutachten des Luftfahrtamts der Bundeswehr hervor. Das Bundesverteidigungsministerium widersprach den Berichten.

Den Angaben zufolge ist der Helikopter in die "Flugleistungsklasse 3" eingestuft worden und darf daher nicht in dicht besiedeltem Gebiet landen oder starten und keine medizinischen Noteinsätze fliegen.

Auch eine Rettungswinde ist in dieser Leistungsklasse nur eingeschränkt zugelassen. Vor allem aber sei "der Betrieb über Gebieten mit schwierigen Umgebungsbedingungen nicht erlaubt", zitiert der "Spiegel" die Beamten des Luftfahrtamts. Somit dürften die Hubschrauber auch über der Nord- und Ostsee - für dieses Gebiet sind die Helikopter vorgesehen - nicht eingesetzt werden.

Von der Leyen plant Durchsetzung des Deals

Hoffnung auf eine Lösung ist offenbar nicht in Sicht. So rieten die Beamten von einer Ausnahmeregelung ab. Für ein "neu zu beschaffendes Luftfahrzeug in der Größenklasse" des MH90 dürften "keine Ausnahmen notwendig sein".

Die 18 Helikopter sind Teil "eines Beschaffungsvertrags über 168 Helikopter im Wert von 8,5 Milliarden Euro". Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will den Vertrag trotz des internen Gutachtens vom Parlament genehmigen lassen.

Probleme auch mit U-Booten

Für die Bundeswehr ist das Gutachten der MH90-Helikopter nicht das erste publik gewordene Problem dieses Jahres. Erst im Januar war bekannt geworden, dass die Bundeswehr erhebliche Verzögerungen bei der Indienststellung neuer U-Boote der Klasse 212A erwartet. Eines der beiden U-Boote der neuesten Tranche der 212A-Klasse, das Modell U35, soll laut "Spiegel"-Informationen erst Ende März dieses Jahres in Dienst gestellt werden. Dies wird eine Verzögerung von fast anderthalb Jahren bedeuten.

Das Verteidigungsministerium dementierte unterdessen die Berichte: "Natürlich wird der MH90 alle Fähigkeiten haben, um im Seeflug und als Rettungshubschrauber eingesetzt zu werden", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Das ist eine klare Voraussetzung."

"Die Meldung ist nicht richtig", sagte der Ministeriumssprecher. Der Prozess der Beschaffung der 18 Hubschrauber stehe noch am Anfang. "Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass auf dem langen Weg bis zur Einführung eines neuen Systems zahlreiche Tests und Überprüfungen gemacht werden, um ein leistungsfähiges System zu bekommen", fügte er hinzu. "Das was zählt, sind nicht die vielen Zwischenschritte sondern die Version, die von der Bundeswehr am Ende abgenommen wird. Und diese Version wird leistungsfähig sein."

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