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Norbert Blüm von Schultern abwärts gelähmt: "Ich muss geduldig ausharren"

CDU-Politiker macht Schicksalsschlag öffentlich  

Norbert Blüm ist von den Schultern abwärts gelähmt

11.03.2020, 18:39 Uhr | jmt, t-online

Norbert Blüm von Schultern abwärts gelähmt: "Ich muss geduldig ausharren". Der CDU-Politiker Norbert Blüm (Archivbild): Nach einer Blutvergiftung ist er gelähmt. (Quelle: imago images)

Der CDU-Politiker Norbert Blüm (Archivbild): Nach einer Blutvergiftung ist er gelähmt. (Quelle: imago images)

Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm ist nach einer schweren Erkrankung von den Schultern abwärts gelähmt. Das berichtet er in einem Gastbeitrag für "Die Zeit". Er war zunächst ins Koma gefallen.

CDU-Politiker Norbert Blüm ist nach einer schweren Erkrankung im vergangenen Jahr von den Schultern abwärts gelähmt. "Noch nehme ich das Urteil nicht ganz so ernst, wie ich eigentlich müsste, weil mein Lebensgefühl es nicht akzeptiert, auf Dauer gelähmt zu sein", schreibt der 84-Jährige in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit", den er seiner Frau diktierte. 

Der frühere Arbeits- und Sozialminister war dem Beitrag zufolge nach einer Blutvergiftung in ein Koma gefallen und kann seit seinem Erwachen Arme und Beine nicht mehr bewegen. Das Krankenhaus habe er nach Monaten mittlerweile wieder verlassen. "Ich fühle mich wie eine Marionette, der sie die Fäden gezogen haben, sodass ihre Teile zusammenhangslos in der Luft baumeln", schreibt Blüm. 

Ich muss geduldig ausharren

Seine Lähmung verändere seine Wahrnehmung der Welt erheblich. "Meine Lähmung verändert die Proportionen. Aus Bagatellen werden Problemfälle", schreibt Blüm. "Mich reizt gerade unter dem linken Auge ein Jucken. Früher hätte ich mit einem Handstrich den Juckreiz beseitigt. Heute kann meine Hand das nicht. Und so muss ich geduldig ausharren, bis der Reiz aufgibt."

Noch vor einem Dreivierteljahr hatte der bekannte CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur ein Interview gegeben und über sein Alter gesprochen. "Mit dem Alter muss man sich abfinden, und man muss es auch annehmen. Es ist mit Einbußen verbunden. Das gehört zum Leben", sagte er damals. Er hoffe, dass er noch lange mit seiner Frau zusammenbleiben könne "und dass wir uns gegenseitig unterstützen".

Nun schreibt Blüm, er habe ein intensives öffentliches Leben geführt – "zeitweise als Rummelboxer der Politik". Im Horizont des Rollstuhls falle der Rückblick anders aus als in der herkömmlichen Panoramasicht. "Ich beurteile manche Ereignisse meines Lebens anders als bisher, und der Rollstuhl bildet die Wasserscheide." Er habe sich nun wieder in die Arme der Familie geflüchtet. "Ich bin daheim."

Verwendete Quellen:
  • Die Zeit: Vorabmeldung vom 11. März 2020
  • mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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