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Scholz zum Tod Manfred Stolpes: "Große Persönlichkeit – mit Ecken und Kanten"

Reaktionen zum Tod Stolpes  

Olaf Scholz: "Große Persönlichkeit – mit Ecken und Kanten"

30.12.2019, 20:05 Uhr | dpa, job, rok, t-online

SPD-Politiker Manfred Stolpe gestorben

Er war Ministerpräsident und Bundesminister – im Alter von 83 Jahren ist der SPD-Politiker Manfred Stolpe gestorben. Das teilte die Staatskanzlei Brandenburg mit.

Im Alter von 83 Jahren gestorben: Ein Rückblick auf das Wirken des SPD-Politikers Manfred Stolpe. (Quelle: t-online.de - Reuters)


Der Tod des SPD-Politikers Manfred Stolpe sorgt für Trauer in seiner Partei. Vizekanzler Olaf Scholz würdigt ihn als "Brückenbauer und Versöhner", SPD-Chef Norbert Walter-Borjans als "prägende Persönlichkeit" für die Sozialdemokratie.

Vizekanzler Olaf Scholz erklärte gegenüber t-online.de: "Manfred Stolpe war eine große Persönlichkeit – mit Ecken und Kanten, integer, warmherzig und klug. In der Gründungsphase der neuen Bundesländer wurde er zur prägenden Figur und zum ersten Landesvater Brandenburgs. Zeit seines Lebens verstand er sich als Brückenbauer und Versöhner. Die SPD verliert einen aufrechten Sozialdemokraten, der Osten eine wichtige Stimme, Brandenburg einen großen Politiker und seine Frau Ingrid ihren geliebten Mann." Scholz war SPD-Generalsekretär, als Manfred Stolpe von 2002 bis 2005 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in der Regierung von Gerhard Schröder war.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Stolpe als "überragende politische Persönlichkeit". Stolpe habe "weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus den Weg Ostdeutschlands in die Demokratie des geeinten Deutschland geprägt und gestaltet", hieß es in einem Kondolenzschreiben an Stolpes Witwe. Stolpe sei den Bürgern verbunden gewesen, schrieb der Bundespräsident weiter. "Bescheiden in eigener Sache, war er doch anspruchsvoll und fordernd, was den sozialen Ausgleich in unserem Land angeht. Er hat persönliche Härten bis zur Selbstverleugnung zurückgestellt und zugleich mit Mut und Tatkraft dem Gemeinwesen gedient."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach der Familie Stolpes ihre Anteilnahme aus. "Leidenschaftlich und geradlinig im Einsatz für seine Mitbürger prägte er die Politik unseres wiedervereinigten Deutschlands auf Landes- und Bundesebene entscheidend mit", hieß es in einer Mitteilung.

Auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder würdigte seinen einstigen Weggefährten: "Manfred Stolpe war ein großer Sozialdemokrat, aber vor allem war er ein großartiger Mensch", hieß es in einer Mitteilung. Er habe sich durch eine besondere Mitmenschlichkeit und Bodenhaftung ausgezeichnet und sei ihm in seiner Zeit als Kanzler "ein treuer und loyaler Mitstreiter" gewesen.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans schrieb auf Twitter, Stolpes Tod mache ihn "sehr traurig". "Mit ihm verlieren Deutschland, Brandenburg und die Sozialdemokratie eine prägende Persönlichkeit", fügte Walter-Borjans hinzu.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte zum Tod Stolpes: "Dies ist ein Tag tiefer Trauer. Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst. Manfred Stolpe war der Vater des modernen Brandenburgs. Er trug die Liebe zu Brandenburg in seinem Herzen, lange schon bevor unser Land 1990 gegründet wurde. Er gab dem Land Stimme und Gesicht. Im besten Sinne des Wortes war Manfred Stolpe Landesvater und Mutmacher in einem." Woidke fügte hinzu: "Manfred Stolpe war ein großer Glücksfall für unser Land. Seine historische Leistung wird vor der Geschichte Bestand haben. Brandenburg hat Manfred Stolpe unendlich viel zu verdanken – er wird uns unvergessen bleiben."

Klara Geywitz, die stellvertretende Vorsitzende der SPD schrieb auf Twitter:

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigt Stolpe als "großartigen Ministerpräsidenten und echten Landesvater". Er habe die Entwicklung Brandenburgs nach 1990 ganz entscheidend geprägt, sagte die SPD-Politikerin. Stolpe sei außerdem ein engagierter Streiter für Augenhöhe im vereinten Deutschland gewesen. Mit seiner ausgleichenden und ruhigen Art habe er sich sehr hohes Ansehen erworben. "Als ich Anfang der Neunzigerjahre in Brandenburg aufgewachsen bin, waren Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt die Persönlichkeiten, die mich mit ihrem Eintreten für soziale Gerechtigkeit und für Augenhöhe im vereinten Deutschland besonders beeindruckt haben", sagte Schwesig. Auch nach Ende seiner politischen Tätigkeit habe er immer wieder für Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen geworben. "Ich habe ihn auf verschiedenen Veranstaltungen getroffen. Unsere persönlichen und politischen Gespräche habe ich immer sehr geschätzt. Er hat uns, der nachfolgenden Generation, Mut gemacht, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen."

Auch Hubertus Heil, SPD-Minister für Arbeit und Soziales, reagierte auf Twitter: 

Nach Ansicht des sächsischen SPD-Chefs Martin Dulig hat Stolpe wie kaum ein anderer den Neuanfang der ostdeutschen Sozialdemokratie geprägt. Dulig würdigte den Verstorbenen als "herausragenden Politiker, engagierten Sozialdemokraten und einen Menschen mit Herz und Seele". Stolpe habe den Menschen in Ostdeutschland eine Stimme gegeben und sich stets für die Belange anderer eingesetzt. Er werde schmerzlich fehlen. "Eindeutig in der Sprache, sachlich im Ton und immer mit einem klaren Ziel vor den Augen, so habe ich Manfred Stolpe vor vielen Jahren kennengelernt", sagte Dulig. Stolpe habe die Verständigung zwischen Ost und West gesucht, sei Mittler und Ratgeber gewesen. Seine Worte zur Einheit sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen: "Ich hoffe sehr, dass eine jüngere Generation, die keine eigene Anschauung mehr von der DDR hat, diese Wahrheit nicht vergisst: Es gab nicht nur Täter und Opfer, es gab in der ganz überwältigenden Mehrheit vielfache Versuche, im falschen System ein anständiges Leben zu führen", zitierte Dulig Stolpe.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich "tief betroffen" über den Tod des früheren Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg. "Er war eine der großen Persönlichkeiten unseres Landes in Zeiten der Teilung und auch später, als der Kirchenmann zum Politiker wurde. Der überzeugte und engagierte Christ und Demokrat hat aus seiner religiösen Überzeugung heraus in der DDR vieles an Humanitärem für die Menschen bewerkstelligt", erklärte Müller.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • AFP, dpa, Twitter

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