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Kopftuchstreit in Essener Apotheke eskaliert – Vorwurf des Rassismus

Vorwurf des Rassismus  

Kopftuchstreit in Essener Apotheke eskaliert

19.10.2018, 18:18 Uhr | dru, t-online.de

Kopftuchstreit in Essener Apotheke eskaliert – Vorwurf des Rassismus. Schild an einer Apotheke: In Essen kam es zu einem Streit zwischen einer Apothekerin und dem Vater einer 15-Jährigen. (Quelle: imago images/Symbolbild/Müller-Stauffenberg)

Schild an einer Apotheke: In Essen kam es zu einem Streit zwischen einer Apothekerin und dem Vater einer 15-Jährigen. (Quelle: Symbolbild/Müller-Stauffenberg/imago images)

Heftiger Disput in einer Apotheke in Essen: Weil eine junge Frau bei ihrem Praktikum ihr Kopftuch nicht ablegen will, kommt es zum Streit. Nun steht der Vorwurf des Rassismus im Raum.

In einer Essener Apotheke läuft ein Streit aus dem Ruder. Eine junge Frau will dort ein Praktikum beginnen, dann sieht die Apothekerin plötzlich ein Problem. Ihr Vater kommt hinzu und wird gegenüber der Frau laut. Am Ende fallen Worte wie "Rassistin".

Was war geschehen? Die junge Essenerin Amne Al Daraji, 15 Jahre alt, irakische Wurzeln, hatte eine Zusage für ein Praktikum in der Apotheke. Am Montag wollte sie die Bescheinigung für die Schule abholen, als die Apothekerin sie darum bat, während der Arbeitszeit ihr Kopftuch abzulegen, berichtet die Nachrichtenseite "Der Westen".

Die Schülerin habe sich schlagartig gewandelt, beschreibt die Apothekerin die Szene bei der "WAZ". "Sie war aufgebracht und wurde aggressiv." Dann holte die 15-Jährige ihren Vater hinzu. Es wurde laut.

"Ich sagte ihr, sie solle auf die Bescheinigung schreiben, dass sie meine Tochter wegen ihres Kopftuches ablehne. Damit würde ich an die Öffentlichkeit gehen", beschreibt Bashar Al Daraji den Disput mit der Apothekerin bei "Der Westen". "Da lachte sie uns aus und zerriss das Papier vor unseren Augen."

Die Apothekerin schilderte die Szene ganz anders. "Er wurde sehr laut und sehr aggressiv, er hat mich und meine Mitarbeiterinnen beschimpft und bedrängt." Der Vater habe sich regelrecht in seinen Zorn hineingesteigert. Als die Apothekerin daraufhin das Schulformular mit ihrer Zusage in Stücke riss, habe sie der Mann als Rassistin beschimpft.

Gegenüber der "WAZ" verwahrte sich die Frau gegen den Vorwurf. Sie sei weltoffen, tolerant und hilfsbereit. In ihrer Apotheke beschäftige sie drei türkischstämmige Frauen, die ebenfalls Muslima seien. Sie habe in der Vergangenheit eine Mitarbeiterin mit marokkanischen Wurzeln beschäftigt, für die das Ablegen des Kopftuches während der Arbeitszeit kein Problem gewesen sei.

Amne Al Daraji, die einmal Medizin studieren will, ist dennoch tief enttäuscht. "Viele Frauen mit Kopftuch haben Träume von einer Karriere. Doch sie werden wegen ihres Kopftuchs abgelehnt und bleiben arbeitslos. Das ist schade für das ganze Land, denn es verliert tolle Arbeitskräfte", sagte die 15-Jährige zu "Der Westen".

Verwendete Quellen:
  • Bericht der "WAZ"

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