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US-Klinik vertauscht Embryos: Eltern verklagen Fruchtbarkeitsklinik

Nach künstlicher Befruchtung  

Embryos vertauscht: Eltern verklagen US-Fruchtbarkeitsklinik

09.11.2021, 08:29 Uhr | dpa, joh

US-Klinik vertauscht Embryos: Eltern verklagen Fruchtbarkeitsklinik. Eine künstliche Befruchtung unter einem Mikroskop (Symbolbild): In einer Klinik in den USA kam es zu einer Verwechslung. Jetzt klagen die Eltern. (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Eine künstliche Befruchtung unter einem Mikroskop (Symbolbild): In einer Klinik in den USA kam es zu einer Verwechslung. Jetzt klagen die Eltern. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Es ist der Albtraum aller Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch: Als sie nach der Geburt ein kleines Mädchen mit sehr dunkler Haut in den Armen hielten, bekamen sie Zweifel, ob es wirklich ihr Baby ist.

Ein Ehepaar in Kalifornien, das nach einer Embryo-Verwechslung das Baby fremder Eltern zur Welt brachte, zieht gegen eine Fruchtbarkeitsklinik vor Gericht. Das Paar aus Los Angeles schilderte am Montag (Ortszeit) vor der Presse unter Tränen das durchlebte "Trauma".

Mit der Klage wollten sie auch auf häufig vorkommende Pannen, Nachlässigkeiten und mangelnde Kontrolle in dem Geschäft mit künstlicher Befruchtung aufmerksam machen, teilte ihr Anwalt Adam Wolf mit.

Nach einer In-vitro-Fertilisation mithilfe einer Klinik in Los Angeles hatte das Paar im September 2019 ein kleines Mädchen bekommen. Er habe gleich Zweifel gehabt, denn das Baby hatte eine viel dunklere Haut und tiefschwarze Haare, sagte der Vater. Sie hätten sich in das Neugeborene verliebt, doch die Zweifel seien geblieben.

Kind wurde anderem Paar eingepflanzt

Ein genetischer Test brachte zwei Monate später ans Licht, dass es nicht ihr biologisches Kind war. Ihr Embryo war nach einer Verwechslung einem anderen Paar eingepflanzt worden, deren Baby eine Woche später geboren wurde.

Die Babys waren vier Monate alt, als beide Paare im Januar 2020 den Tausch vornahmen und jeweils ihre biologischen Kinder zurückerhielten. "Ich habe dieses fremde Baby zur Welt gebracht, gestillt und geliebt, und dann musste ich es abgeben", erklärte die Mutter unter Tränen. Zugleich habe sie die ersten Monate im Leben ihres eigenen Kindes verpasst.

Traumatisch sei dies auch für ihre damals fünfjährige Tochter gewesen, die plötzlich ihre kleine Schwester für ein anderes Baby aufgeben musste. "Das ist ein Albtraum, den unsere Familie ein Leben lang verfolgen wird", sagte der Vater.

Die Anwälte pochen in der Klage auf Schadenersatz für emotionales Trauma und Entschädigung für finanzielle Aufwendungen. Auch das zweite betroffene Ehepaar wolle eine Klage einreichen, teilte Anwalt Adam Wolf mit.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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