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Lützerath: Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis für Proteste


Exklusive Umfrage
So denken die Deutschen über die Lützerath-Proteste

Von dpa, lw

Aktualisiert am 13.01.2023Lesedauer: 2 Min.
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Aktivisten unter der Erde: Protestler haben unter Lützerath ein Tunnelsystem gegraben. (Quelle: t-online)
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Die spektakuläre Räumung von Lützerath sorgt für heftige Debatten. Eine exklusive Umfrage zeigt, ob die Deutschen Verständnis für die Proteste haben.

Im nordrhein-westfälischen Lützerath stehen zahlreiche Aktivisten der Polizei gegenüber. Sie wollen verhindern, dass das Dorf nahe der Stadt Erkelenz zugunsten des Energiekonzerns RWE abgebaggert wird. Die Räumung des Ortes hatte am Mittwochmorgen begonnen und schritt zügiger voran als geplant.

Zahlreiche Holzhütten und Barrikaden der Demonstranten wurden von Baggern dem Erdboden gleichgemacht. Die Polizei trug Besetzer weg, darunter auch bekannte Gesichter wie Luisa Neubauer. Hier lesen Sie mehr zu den aktuellen Entwicklungen.

Aber wie stehen die Deutschen zu den Protesten im Braunkohlegebiet? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online zeigt: Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (54 Prozent, Stand: 12. Januar) hat mehr Verständnis für das Agieren der Landesregierung, also die geplante Abbaggerung des Kohledorfes, als für die Protestierenden (34 Prozent), die die Verbrennung der Kohle verhindern wollen, um Schäden für das Klima abzuwenden. 12 Prozent der Umfrageteilnehmer sind demnach unentschlossen.

Im Großen und Ganzen war Protest gewaltfrei

In der Politik gibt es hitzige Debatten über die Räumung von Lützerath, vor allem mit Blick auf die Gewalt zwischen Aktivisten und Polizeibeamten. Besetzer hatten am Donnerstag Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte geworfen, diese wiederum hatten Berichten zufolge Pfefferspray gegen die Demonstrierenden eingesetzt. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, er könne dies weder bestätigen noch ausschließen.

Doch Angriffe auf Polizeibeamte bleiben nach Einschätzung von Beobachtern die Ausnahme. Im Großen und Ganzen war der Protest gewaltfrei. Einige Aktivisten hatten sich mit Kleber in ihren Holzhütten festgeklebt, um der Polizei die Räumung zu erschweren. Beamte konnten sie aber schnell lösen. Eine Aktivistin hatte mit einem Autowrack einen Zufahrtsweg versperrt und ihre Füße durch das Bodenblech in die Straße einzementiert. "Wir haben Erfahrung mit Lock-ons aller Art", sagte ein Polizeisprecher.

Auch aus den in bis zu zehn Meter Höhe errichteten Baumhäusern ließen sich Besetzer von Höhenrettern ohne große Gegenwehr nach unten holen. Anschließend schnitten Polizisten die Halteseile durch, sodass Baumhäuser krachend in die Tiefe stürzten und dort in viele Einzelteile zerbrachen, wie ein dpa-Reporter berichtete.

"Es ist bitter, bitter, bitter"

Ein Klimaaktivist, der in einem Baumhaus ausharrte, postete ein Video auf Twitter, in dem er seine Enttäuschung über die Baumfällarbeiten zum Ausdruck brachte. "Es ist bitter, bitter, bitter, dass während der Klimakrise Bäume gefällt werden, damit Braunkohle verbrannt werden kann, was den Planeten zerstört."

Der Energiekonzern RWE, dem Lützerath inzwischen gehört und der die Braunkohle unter dem Ort für die Stromerzeugung gewinnen will, baute einen massiven Zaun rund um den kompletten Ort. So soll die Anreise weiterer Demonstranten verhindert werden. Trotzdem machte sich vom Nachbarort Keyenberg aus ein Demonstrationszug auf den Weg nach Lützerath.

Verwendete Quellen
  • Civey hat für t-Online vom 10. bis 12. Januar 2023 online 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 Prozent (Gesamtergebnis).
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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