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100 Menschen in Texas wegen Ebola unter Beobachtung

Nach Kontakt mit Infiziertem  

100 Menschen in Texas wegen Ebola unter Beobachtung

02.10.2014, 21:36 Uhr | AP, AFP, dpa

100 Menschen in Texas wegen Ebola unter Beobachtung. Der erste in den USA erkrankte Ebola-Patient hatte offenbar Kontakt zu Dutzenden Menschen und könnte diese infiziert haben. (Quelle: AP/dpa)

Dalls, Texas: Ein aus Afrika zurückgekehrter Mann mit dem Ebola-Virus könnte viele Menschen, darunter auch Kinder infiziert haben. (Quelle: AP/dpa)

Der erste in den USA erkrankte Ebola-Patient hatte offenbar Kontakt zu mehreren Dutzend Menschen in Dallas. Der Sender NBC berichtet von etwa 100 Leuten, die mit Thomas E. Duncan aus Liberia direkt zu tun hatten oder aus dessen Umfeld sind - darunter sind auch mehrere Kinder - und nun unter Beobachtung oder Hausarrest stehen.

Das sagte die Sprecherin des Gesundheitsdienstes des Bezirks Dallas, Erikka Neroe.

Mit vielen Menschen bei Festessen in Kontakt gekommen

Freunde berichteten der "Washington Post", für den Liberianer sei ein Festessen gegeben worden - dabei sei er mit vielen Menschen in Kontakt gekommen.

Offiziell wird von "bis zu 18 Personen" gesprochen, darunter fünf Kindern im Schulalter, die direkten Kontakt zu Duncan hatten. Die Kinder stünden zu Hause unter Beobachtung. Sie würden aber keinerlei Symptome zeigen. Alle anderen Schüler ihrer Schule hätten einen Brief mitbekommen, der die Eltern über die Umstände informiere. Sie sollten auf Symptome achten, Grund zur Sorge gebe es aber nicht.

Die circa 100 Personen sollen jetzt 21 Tage lang täglich überprüft werden. So viel Zeit vergeht nach einer Ansteckung, bis erste Zeichen der Krankheit wie Fieber und Übelkeit auftreten. Der Zustand von Duncan wird als ernst beschrieben.

Weiter Fälle möglich, aber keine Epidemie

Die Behörden wiesen nach eigenen Angaben zudem vier "enge Familienmitglieder" des Mannes an, ihre Häuser nicht zu verlassen und keinen Besuch zu empfangen. Die Kontaktsperre gilt bis zum 19. Oktober. Die Angehörigen müssen Blutproben abgeben und sich regelmäßig untersuchen lassen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit: "Es kann weitere Fälle geben, aber es wird keine Ausbreitung geben", so CDC-Chef Tom Frieden auf einer Pressekonferenz in Atlanta.

"Unsere erste Aufgabe ist jetzt, jeden zu identifizieren, der Kontakt gehabt haben könnte", so Frieden weiter Dazu würden Teams die etwa 100 Menschen befragen wollen. "Das heißt nicht, dass jeder von ihnen tatsächlich Kontakt hatte. Es war vielleicht nur eine Handvoll, die dem Erreger ausgesetzt war. Aber wir wollen ein großes Netz auslegen, damit wir möglichst alle Gefährdeten befragen und untersuchen können."

Kranke bekam keine Hilfe

Als Duncan die Krankheitssymptome verspürte, war er in eine Klinik gegangen und hatte von seinem Afrika-Aufenthalt berichtet - und trotzdem von den dortigen Verantwortlichen abgewiesen worden, weil die ihn nicht ernst genommen hatten. Erst zwei Tage später habe das Krankenhaus Duncan tatsächlich auf Ebola untersucht. Dabei wurde dann das Virus im Körper des Mannes eindeutig nachgewiesen.

Trotz Fiebers und Schmerzen sei sein Onkel vom Krankenhaus abgewiesen worden, sagte sein Neffe dem Sender NBC. "Ich musste die (Bundesgesundheitsbehörde) CDC anrufen, damit etwas passierte. Ich hatte Angst um sein Leben und er hat nicht die angemessene Hilfe bekommen." Von Atlanta aus habe die Behörde dann die Einweisung des 42-Jährigen angewiesen.

Er habe zudem befürchtet, dass sein Onkel andere Menschen anstecken werde, solange dieser nicht in eine Klinik kommt, sagte der Neffe. Noch gibt es darauf keine Hinweise.

In Liberia infiziert

Wie die "New York Times" berichtet, war der 42-Jährige Duncan von Monrovia über Brüssel und Washington nach Dallas geflogen.

In Liberia sei er Mitte September mit einer an Ebola erkrankten Frau in Kontakt gekommen. Der Mittvierziger habe geholfen, eine 19-Jährige mit einem Taxi in ein Krankenhaus der Hauptstadt Monrovia zu bringen. Die junge Frau sei dort abgewiesen worden, weil es nicht genügend Platz gegeben habe. Auf dem Rückweg half Duncan demnach, die im siebten Monat schwangere Frau zu tragen. Später an diesem Abend sei die Frau verstorben.

Es ist das erste Mal, dass sich ein Mensch in Afrika mit Ebola infiziert hat und erst auf einem anderen Kontinent erkrankt ist. Zuvor waren schon fünf Ebola-Patienten aus Westafrika eigens zur Behandlung in die USA geflogen worden. 1976 hatte sich ein Forscher bei Laborarbeiten in Großbritannien mit dem Ebola-Virus angesteckt, er zeigte aber nur geringe Symptome.

An dem Ebola-Erreger, der über Körperflüssigkeiten übertragen wird, sind in Westafrika bereits mehr als 3300 Menschen gestorben. Neben Liberia sind Sierra Leone und Guinea von der Epidemie besonders betroffen.

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