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Hamburg: Miniatur Wunderland wirbt mit Schock-Plakaten für Tierschutz

Miniatur Wunderland  

Touristenattraktion wirbt mit Schock-Plakaten für Tierschutz

27.06.2019, 22:00 Uhr
Hamburg: Miniatur Wunderland wirbt mit Schock-Plakaten für Tierschutz. Mini-Plakate mit großer Wirkung: Das Miniatur Wunderland wirbt mit provozierenden Plakaten für mehr Tierschutz. (Quelle: Miniatur Wunderland)

Mini-Plakate mit großer Wirkung: Das Miniatur Wunderland wirbt mit provozierenden Plakaten für mehr Tierschutz. (Quelle: Miniatur Wunderland)

Nackte Frauen an Melkmaschinen, Förderbänder, die gerade geborene Babys zu einem Schredder transportieren: Solche Motive sind in einer Touristenattraktion zu sehen, die immer wieder klar Stellung bezieht. 

Das Miniatur Wunderland setzt mit drastischen Motiven ein deutliches Zeichen für Tierschutz. Die Motive stoßen bei Fans der Lilliput-Welt auf Beifall, könnten aber noch Diskussionen auslösen. Fotos davon verbreiten sich schnell. Es ist nicht das erste Mal, dass dort gesellschaftliche Themen öffentlichkeitswirksam aufgegriffen werden. 

Die Verantwortlichen verstecken sich selbst ein bisschen hinter ihren Figuren: "Die kleinen Wunderländer Tierschützer vom Tierschutzbund Knuffingen haben heute Nacht heftige Plakate aufgestellt. Was sagt Ihr dazu?", heißt es in einem Facebook-Posting.

"Stoppt das Jungenschreddern"

In der fiktiven Stadt Knuffingen, die sich auf rund 120 Quadratmeter ausdehnt, gibt es auch den fiktiven Tierschutzbund. An den Straßen sind nun auf vier "Großflächenplakaten" im Maßstab 1:87 die Tierschutzmotive zu sehen.

Deutlich mehr Wellen schlagen dürften aber die Fotos, die das Miniatur Wunderland davon in sozialen Netzwerken verbreitet hat. Auf dem drastischsten Motiv sind gebärende Frauen wie Hühner in Legebatterien zu sehen, deren Babys an einem Band automatisch sortiert werden. "Stoppt das Jungenschreddern!" lautet der Slogan dazu. 

Auf anderen Motiven heißt es mit nackten Menschen in einem Viehtransporter "Stoppt die Massentransporte!". "Stoppt die Massenmilch-Produktion" steht über einem Bild mit Frauen, deren Brüste an Melkmaschinen angeschlossen sind. In ersten Kommentaren auf Facebook und Instagram zollen Fans Respekt und bewundern den Mut. Zu lesen ist aber auch die Erwartung, dass es Ärger geben könnte. 

Gründer: "Ich verliere lieber Gäste als meine Seele"

Auf Kritik und auch wütende Proteste sind die Macher eingestellt. Gründer Frederik Braun hatte schon früher einmal in einem "Spiegel"-Interview gesagt: "Ich verliere lieber ein paar Gäste als meine Seele." Was er mit seinem Zwillingsbruder zum Thema mache, liege ihnen wirklich am Herzen. "Natürlich bekommt das Miniatur Wunderland so Aufmerksamkeit, aber deshalb tue ich das nicht."

Zur Bundestagswahl 2017 hatten sie ein düsteres Video veröffentlicht, das eine Welt zeigte, in der extreme Parteien die Macht übernommen haben. Damit forderten sie Nichtwähler auf, ihre Stimme abzugeben. Das Video wurde vielfach als Warnung vor der AfD verstanden.

Das Miniatur Wunderland in Hamburg eröffnete im August 2001 auf 300 Quadratmetern mit Mitteldeutschland, Österreich und der fiktiven Stadt Knuffingen. Inzwischen wird auf fast 1.500 Quadratmeter Modellfläche ausgestellt. In den Räumen steht die größte Modelleisenbahnanlage der Welt.

Verwendete Quellen:

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