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"Beispiellose" WaldbrÀnde in der Arktis beunruhigen Forscher

Von dpa
Aktualisiert am 25.07.2019Lesedauer: 3 Min.
WaldbrÀnde in Sibirien: Die russische Feuerwehr bekÀmpft nur noch BrÀnde, die Dörfer und StÀdte direkt bedrohen.
WaldbrÀnde in Sibirien: Die russische Feuerwehr bekÀmpft nur noch BrÀnde, die Dörfer und StÀdte direkt bedrohen. (Quelle: Russian Look/imago-images-bilder)
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Alleine in Alaska sind dieses Jahr bereits 400 BrĂ€nde ausgebrochen – in den arktischen Gebieten von Kanada und Russland brennt es ebenfalls. Die extrem hohen Emissionen dieser BrĂ€nde alarmieren Wissenschaftler.

In der Arktis und anschließenden Regionen toben Forschern zufolge WaldbrĂ€nde in einer bislang nicht gemessenen Zahl. In Alaska, Kanada und Sibirien gebe es Dutzende Brandherde, teilte das von der EU finanzierte "Copernicus Atmosphere Monitoring Service" (Cams) im britischen Reading mit. Auch wenn WaldbrĂ€nde im hohen Norden im Sommer immer wieder vorkommen, sei die Anzahl um ein Vielfaches höher als in den Vorjahren.

Dadurch gibt es auch eine extreme Luftverschmutzung und Erzeugung von Hitze, wie aktuelle Cams-Daten zeigen. Demnach waren die CO2-Emissionen in der Arktis mit 60 Megatonnen fĂŒr den Monat Juli bislang doppelt so hoch wie in den entsprechenden Monaten der Vorjahre. Der Wert, der bis zum 24. Juli erfasst wurde, war auch deutlich höher als in jedem in der Statistik aufgelisteten Jahr seit 2003.

Brandherde so groß wie 100.000 Fußballfelder

Mitte Juli hatte das Cams, das im Auftrag der EuropĂ€ischen Union den Zustand der AtmosphĂ€re beobachtet, bereits Alarm geschlagen und mitgeteilt, dass Sattelitenaufnahmen mehr als 100 schwere WaldbrĂ€nde innerhalb des nördlichen Polarkreises zeigten. Die im Juni emittierten 50 Millionen Tonnen CO2 – der Jahresausstoß von Schweden – hĂ€tten die Juni-Emissionen der vergangenen acht Jahre zusammen ĂŒberstiegen. Die Forscher betonten, dass sommerliche Feuer zwar normal, GrĂ¶ĂŸe und Dauer dieser BrĂ€nde aber sehr ungewöhnlich seien. Einige der Herde seien etwa so groß wie 100.000 Fußballfelder. Alleine in Alaska seien in diesem Jahr schon etwa 400 BrĂ€nde ausgebrochen.

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Cams-Wissenschaftler Mark Parrington fĂŒhrte die hohen Zahlen auf die Temperaturen in der Arktis zurĂŒck, die weitaus schneller stiegen als im globalen Mittel. "Bei wĂ€rmeren Bedingungen können Feuer leichter anwachsen und auch lĂ€nger andauern, wenn sie einmal entfacht sind." Alleine im Gebiet der WaldbrĂ€nde in Sibirien waren die Juni-Temperaturen der Organisation zufolge im Schnitt fast zehn Grad höher als im Durchschnitt zwischen 1981 und 2010. Zudem trage Trockenheit in der Arktis zu den BrĂ€nden bei.

Russische Löschtrups löschen nur bei absoluter Notwendigkeit

Nach Angaben der Forstverwaltung Russlands vom Donnerstag war im Osten des Landes bereits eine WaldflĂ€che von insgesamt mehr als zwei Millionen Hektar abgebrannt. Das entspricht etwa der GrĂ¶ĂŸe von Hessen. Aktuell gebe es 162 BrĂ€nde auf einer FlĂ€che von fast 150.000 Hektar. Am stĂ€rksten betroffen sei die Region Irkutsk am Baikalsee. In den meisten FĂ€llen bestehe aber keine Bedrohung fĂŒr StĂ€dte und Siedlungen, teilten die Behörden mit.

Russischen Medienberichten zufolge brennen meist WĂ€lder in schwer zugĂ€nglichen Gebieten. Dort zu löschen, kĂ€me teurer als der Schaden, den die Feuer anrichteten. Löschtrupps rĂŒcken demnach nur an, wenn Dörfer und StĂ€dte oder Infrastruktur gefĂ€hrdet seien. Nach offiziellen Angaben bekĂ€mpfen derzeit mehr als 2.300 EinsatzkrĂ€fte die Feuer. Auch Löschflugzeuge werden eingesetzt.

Sibirien kÀmpft mit Trockenheit und hohen Temperaturen

Dichter Rauch zieht in viele Dörfer und StĂ€dte Sibiriens. Bilder aus den Regionen zeigen, wie der Himmel von Qualm bedeckt und die Sonne kaum zu sehen ist. In der Stadt Krasnojarsk rieten die Behörden den Einwohnern, nur dann nach draußen zu gehen, wenn dies wirklich notwendig sei. Rauchwolken seien mittlerweile bis zum Ural gezogen.


In Russland kommt es immer wieder zu schweren Wald- und FlÀchenbrÀnden mit Verletzten und Toten. Bereits im April brannten in der Region Transbaikalien mehrere HÀuser nieder. Sibirien hat derzeit mit Trockenheit und hohen Temperaturen zu kÀmpfen.

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