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Borkenkäferplage setzt deutschen Wäldern massiv zu

"Vorstufe zur Apokalypse"  

Borkenkäferplage zerstört deutsche Wälder

23.08.2019, 11:07 Uhr | ssp, dpa

Der Borkenkäfer frisst sich durch Fichtenbestände. (Quelle: Osthessen News)

"Wir sind hier einem Drama unterworfen": Förster Kersten Eidam muss am Eisenberg gegen massive Schäden durch den Borkenkäfer ankämpfen. (Quelle: Osthessen News)

Borkenkäfer frisst sich durch Fichtenbestände

"Wir sind hier einem Drama unterworfen", sagt Kersten Eidam. Er ist Förster und kämpft am Eisenberg gegen den schwindenden Waldbestand. Das Kernproblem ist etwa vier Millimeter groß: der Borkenkäfer. (Quelle: Osthessen News)

"Wir sind hier einem Drama unterworfen": Förster Kersten Eidam muss am Eisenberg gegen massive Schäden durch den Borkenkäfer ankämpfen. (Quelle: Osthessen News)


Der Borkenkäfer ist eine Plage. In Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen-Anhalt hat er bereits massive Schäden angerichtet. Gegen den Schädling hilft nur eines: Kahlschlag. Hektarweise wird der aber zum Problem.

"Wir sind hier einem Drama unterworfen", sagt Kersten Eidam. Er ist Förster und kämpft am Eisenberg gegen den schwindenden Waldbestand. Das Kernproblem ist etwa vier Millimeter groß: der Buchdrucker, eine Unterart des Borkenkäfers. "Insbesondere an den Fichtenbeständen am Eisenberg hat der sogenannte Buchdrucker hektarweise, mindestens 500 Fußballfelder an Fläche, verschlungen", sagt Eidam.

Laut Hessenforst haben Dürre und Hitze die massenhafte Vermehrung des Schädlings im Wald begünstigt. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde. Um den Wald zu schützen, müssen die vom Borkenkäfer befallenen Bäume so schnell wie möglich gefällt und abtransportiert werden. Damit stellt die Borkenkäferplage die Mitarbeiter von Hessenforst auch vor eine logistische Herausforderung. Mit schwerem Gerät sind sie beinahe rund um die Uhr im Einsatz. Einige Wanderwege wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Deutschlandweite Plage: Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Quelle: dpa)Deutschlandweite Plage: Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Quelle: dpa)

Die Stämme sollen zunächst nach Belgien gebracht und von dort aus zur Weiterverarbeitung nach China verschifft werden. Am Eisenberg beginnt für die Förster dann der Aufbau für den Wald von morgen. "Es ist unsere erste Pflicht, jetzt dafür zu sorgen, dass ein klimastabiler Mischwald angebaut wird. Wir haben für die Zukunft mindestens vier Baumarten auf eine Fläche zu bekommen", sagt Kersten Eidam.

"Vorstufe zur Apokalypse"

Nicht nur in Hessen ist der Borkenkäfer ein großes Problem. Auch in anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen, hat die Borkenkäferplage massive Folgen. "Die Krise in den Wäldern hat die Vorstufe zur Apokalypse erreicht. Wir kriegen das allein nicht mehr gemanagt", sagte die Geschäftsführerin des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW, Ute Kreienmeier, am Mittwoch in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen dringend Hilfe." In Nordrhein-Westfalen sind vor allem Fichten stark betroffen. Waldbesitzer sind aufgerufen, befallene Bäume möglichst schnell zu fällen, aus dem Wald zu holen und so die Vermehrung der Käfer einzudämmen.

Und auch in Sachsen-Anhalt sind die Auswirkungen des Borkenkäfers verheerend. Deshalb will das Bundesland im Kampf gegen die Schädlingsplage die Hilfe des Militärs in Anspruch nehmen. Vor allem bei logistischen Problemen, wie dem Abtransportieren der gefällten Bäume, wäre militärische Unterstützung äußerst hilfreich. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagt am Donnerstag in Magdeburg, er habe ein entsprechendes Angebot von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bekommen und dankend angenommen.

Nach Angaben des sachsen-anhaltischen Landesforstes ist vor allem der Harz von vielen Schädlingen betroffen, auch im Südharz und in kleineren Lagen in der Altmark und in Anhalt gibt es Meldungen. Seit Jahresanfang habe der Landesforstbetrieb 500.000 Festmeter Holz wegen des Käfers und der Trockenheit zwangsweise abholzen müssen, sagte eine Sprecherin. Das ist so viel, wie sonst regulär in einem Jahr im Landesforst an Bäumen eingeschlagen wird. Es sei wichtig, möglichst viele betroffene Bäume aus dem Wald zu holen, um im kommenden Jahr nicht wieder eine große Plage zu haben.

Verwendete Quellen:
  • dpa, Osthessen News, Hessenforst

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