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Vater und Söhne vor Gericht - Zwei Opfer mit Kettensägen zerlegt: Mordprozess in Ellwangen

Vater und Söhne vor Gericht  

Zwei Opfer mit Kettensägen zerlegt: Mordprozess in Ellwangen

26.11.2019, 20:08 Uhr | dpa

Vater und Söhne vor Gericht - Zwei Opfer mit Kettensägen zerlegt: Mordprozess in Ellwangen. An Händen und Füssen gefesselt wird der angeklagte Vater in einer Verhandlungspause aus dem Sitzungssaal in Ellwangen geführt.

An Händen und Füssen gefesselt wird der angeklagte Vater in einer Verhandlungspause aus dem Sitzungssaal in Ellwangen geführt. Foto: Stefan Puchner/dpa. (Quelle: dpa)

Ellwangen (dpa) - Zerstückelte Leichen, Körperteile in einer Gefriertruhe und ein Vater, der seinen Söhnen Mordanweisungen erteilt haben soll: Grauenhafte Details sind am ersten Tag des aufsehenerregenden Prozesses um drei Morde in Baden-Württemberg zur Sprache gekommen.

Vor dem Landgericht Ellwangen müssen sich seit Dienstag ein Vater und seine beiden Söhne verantworten. Der Vater soll drei Männer ermordet haben - teils zusammen mit ein oder zwei Söhnen. Die Leichen von zwei der drei Opfer wurden laut Staatsanwaltschaft mit Kettensägen zerlegt.

Tatort in allen Fällen: Sontheim an der Brenz, wo die Familie wohnt. Tatzeiten laut Staatsanwaltschaft: 2008, 2014 und 2019. Die Opfer: der Schwiegersohn des angeklagten Familienvaters, der neue Lebensgefährte seiner Tochter - und zuletzt ein Garagenbesitzer.

Alle Opfer wurden laut Anklage gewürgt, bis der Erstickungstod eintrat. Die beiden angeklagten Brüder - 33 und 31 Jahre alt - räumten die ihnen vorgeworfenen Taten zu Prozessbeginn weitgehend ein. Der 55 Jahre alte Vater machte zunächst nur Angaben zu seiner Person.

Laut Anklage soll der 55-Jährige den Ehemann der Tochter im Februar 2008 erwürgt haben, weil er "gegen die Beziehung seiner Tochter zu dem türkischen Staatsangehörigen muslimischen Glaubens" gewesen sei. Der Verbleib der Leiche dieses Opfers blieb unklar.

Im Oktober 2014 sollen der Vater und beide Söhne den neuen Lebensgefährten der Tochter beziehungsweise der Schwester in einer Garage umgebracht haben. Er habe die Frau und ihre zwei Kinder schwer misshandelt, gab der 33-Jährige bei der Befragung durch den Vorsitzenden Richter Gerhard Ilg als Mordmotiv an. "Ich habe am Seil gezogen, der Mann hat gezappelt - bis der keine Luft mehr bekam", schilderte der Sohn die Tat. Die Mordanweisung habe der Vater gegeben. "Papa hat gesagt, der muss weg", so der 33-Jährige. Beide Söhne schilderten den Vater als hart und befehlsgewohnt.

Die Leiche hätten sie zunächst in einer Gefriertruhe aufbewahrt. Tage später habe er seinem Vater geholfen, sie mit einer Kettensäge zu zerlegen, berichtete der 33-Jährige. Mehrfach beteuerte er: "Ich bereue das. Sowas zu sehen, wünsche ich niemandem." Die Leichenteile habe das Trio dann in Fässer gepackt und diese zubetoniert.

Einige Zeit später sei die Familie mit einem Pritschenwagen nach Sizilien in den Urlaub gefahren. Dort hätten der Vater und der ältere Sohn die Fässer in einem Wald abgeladen. Die Mutter habe von dem all dem nichts mitbekommen. Und der Schwester habe man weisgemacht, ihr Lebensgefährte sei "abgehauen" - genau wie angeblich Jahre vorher schon ihr Ehemann.

Den dritten Mord sollen im Mai 2019 der Vater und der ältere Sohn begangen haben. Das Opfer war ein 59 Jahre alter Mann, den die Familie schon lange kannte. Von ihm hatte sie eine Garage gemietet. Diesmal war laut Anklage Habgier das Motiv. Vater und Sohn sollen den Mann im Dachgeschoss ihres Wohnhauses geschlagen und gefesselt haben. Dann sei er gezwungen worden, gefälschte Verträge über Geldzahlungen in Höhe von 130.000 Euro zu unterschreiben und zudem die PIN seiner EC-Karten preiszugeben. Der 59-Jährige sei erdrosselt, dann ebenfalls in einer Gefriertruhe aufbewahrt "und einige Tage später in Teile zerlegt" worden, so die Anklage.

Die drei Angeklagten in dem von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Prozess sind italienische Staatsbürger. Die Söhne wurden in Heidenheim geboren, der Vater auf Sizilien. Das Landgericht hat für den Prozess elf Verhandlungstage angesetzt. Mit Urteilen wird kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, gerechnet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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