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Spanien geht gegen Corona in "Winterschlaf"

Von dpa
Aktualisiert am 29.03.2020Lesedauer: 2 Min.
Eine Beerdigung in Madrid.
Eine Beerdigung in Madrid. (Quelle: Olmo Calvo/AP/dpa/Archiv./dpa)
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Madrid (dpa) - Spanien hat am zweiten Tag in Folge den Tod von mehr als 800 Corona-Patienten binnen 24 Stunden beklagen mĂŒssen. Die Zahl der Todesopfer sei um 838 auf mehr als 6500 geklettert, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Ein neuer, trauriger Rekord in dem von der Pandemie schwer betroffenen Land. Zur BekĂ€mpfung des Virus verschĂ€rft die linke Regierung nun das Ausgangsverbot. Ab Montag gehe die viertgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Eurozone in den "Winterschlaf", wie Sprecherin MarĂ­a JesĂșs Montero sich kurz nach der Billigung der Maßnahme durch den Ministerrat ausdrĂŒckte. Eine solche Aktion sei auf der Welt "einzigartig".

Nicht nur die Zahl der Toten nahm am Wochenende deutlich zu. Die Zahl der Infizierten stieg ebenfalls an. Am Sonntag lag sie bereits bei knapp 79.000 - gut 6500 mehr als am Vortag. Besonders betroffen ist die Region um Madrid, in der es bereits mehr als 22.000 InfektionsfÀlle und mehr als 3000 Tote gab.

Es gibt aber gute Nachrichten: Die Anstiegsraten gehen weiterhin deutlich zurĂŒck. Bei den Todeszahlen betrug die Zunahme am Sonntag nur noch knapp 15 Prozent, nach gut 17 Prozent am Samstag. Bei den Infektionszahlen ging der Anstieg im Vergleich zum Vortag sogar um fast vier Prozentpunkte auf neun Prozent zurĂŒck. "Das sind ermutigende Daten", kommentierte der Leiter der Behörde fĂŒr Gesundheitliche NotfĂ€lle (CCAES), Fernando SimĂłn. "Alle Indikatoren zeigen eine gute oder sehr gute Entwicklung auf."

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Der Experte hob unter anderem hervor, dass bereits knapp 15.000 der in KrankenhĂ€usern behandelten Infizierten inzwischen wieder als gesund entlassen worden seien. Man dĂŒrfe im Kampf gegen die Pandemie aber auf keinen Fall nachlassen. Die Intensivstationen seien in sechs Regionen des Landes am Limit, warnte SimĂłn.

Die StaatssekretĂ€rin fĂŒr Verkehr Maria JosĂ© Rallo hatte auch gute Nachrichten parat und versicherte, das seit dem 15. MĂ€rz und noch mindestens bis zum 11. April geltende strikte Ausgangsverbot werde von der großen Mehrheit der BĂŒrger befolgt. "Das (die Krise) wird bald zu Ende sein", sagte sie mit zuversichtlichem LĂ€cheln.

Nach Italien ist Spanien in Europa vorerst aber weiterhin das Land mit den meisten Corona-FĂ€llen. MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez schlug dem Ministerrat daher die VerschĂ€rfung der Ausgangssperre vor. Ab Montag und bis zum 9. April mĂŒssen alle Arbeitnehmer, die in nicht wesentlichen Sektoren tĂ€tig sind, zu Hause bleiben.

Das Gehalt soll den Betroffenen zwar weitergezahlt werden, die nicht geleisteten Stunden sollen diese aber spĂ€ter nachholen. Bisher durften alle BĂŒrger, die nicht Homeoffice machen konnten, zum Arbeitsplatz fahren. Vom auferzwungenen "Winterschlaf" sind vor allem Firmen der Industrie und des Baugewerbes betroffen. Die VerschĂ€rfung der Ausgehverbots wurde von einigen Unternehmern und Politikern kritisiert. Arbeitsministerin Yolanda DĂ­az betonte aber, man habe das Allgemeinwohl im Blick und werde sich nicht unter Druck setzen lassen.

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