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Corona-Rekordwerte: Drei Millionen Fälle in USA – Lockdown in Israel verlängert

Neue Corona-Rekordwerte  

Drei Millionen Fälle in den USA – Lockdown in Israel verlängert

08.07.2020, 19:11 Uhr | dpa, sth

Donald Trump: 99% der Corona-Fälle in den USA "harmlos"

US-Präsident Donald Trump hat mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, 99 Prozent der Corona-Fälle in den USA seien "harmlos". (Quelle: Reuters)

Unbeeindruckt von erschreckenden Prognosen: So verharmlost Präsident Donald Trump die Corona-Lage in den USA. (Quelle: Reuters)


So viele neue Infektionen mit dem Coronavirus wie noch nie an einem Tag: Israel wird von einer zweiten Infektionswelle überrollt. Auch Bulgarien und die USA erreichen traurige Rekordwerte – und müssen aktiv werden.

Rekordwerte in Israel, Bulgarien und den USA: Die Coronavirus-Pandemie trifft viele Länder schmerzlich. Am Mittwoch haben jedoch diese drei Länder die Schlagzeilen bestimmt. 

► In Israel ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mitteilte, wurden für Dienstag 1.320 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag.

In den USA nimmt die Corona-Explosion immer schlimmere Züge an. Innerhalb eines Tages sind über 60.000 Neuinfektionen nachgewiesen worden. Insgesamt verzeichnet das Land nun mehr als drei Millionen registrierte Infektionen. Warum Präsident Donald Trump dennoch gelassen regiert, können Sie hier nachlesen.

► Bulgarien erlebt nach der Lockerung seiner Corona-Einschränkungen nun einen rasanten Anstieg der nachgewiesenen Neuinfektionen. Mit 188 neuen Corona-Fällen wurde am Mittwoch ein Tagesrekord verzeichnet.

Israel verlängert den Lockdown

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mitteilte, wurden für Dienstag 1.320 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 32.700 Infizierte registriert. 

Zeitgleich musste der Verteidigungsminister Benny Gantz nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten vorsorglich in Quarantäne. Gantz soll Netanjahu im Herbst als Ministerpräsident nachfolgen. Sein Büro teilte mit, ihm gehe es gut, er werde untersucht und aus der Isolation heraus seine Amtsgeschäfte fortführen.

Ein Minister in Quarantäne, Lockdown verlängert

Im Westjordanland wurde der Lockdown wegen der auch dort steigenden Zahlen bis Montagmorgen verlängert. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte in Israel bereits in den vergangenen Tagen bei mehr als 1.000 gelegen. Zum Vergleich: Im gesamten Monat Mai waren in dem Land nur etwa 1.200 neue Infektionen gemeldet worden.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Corona-Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf die zu erwartende zweite Welle.

Rekordhoch in den USA – Donald Trump wiegelt ab

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60.000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 60.021. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten in den USA inzwischen auf über drei Millionen.  

Forscher schätzen, dass bis November rund 208.000 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben könnten. Wodurch sich das verhindern ließe, lesen Sie hierWie die Zahlen zu verstehen sind, hat t-online.de hier berichtet.

Trotz der dramatisch hohen Fallzahlen dringt US-Präsident Donald Trump auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien. "Wir werden Druck auf die Gouverneure (der Bundesstaaten) und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen Erwägungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure von Bundesstaaten an, die sich in großer Zahl gegen Trumps Druck für eine schnelle Rückkehr zur Normalität wehren.

Donald Trump schließt einen Lockdown aus

Trump schloss am Dienstag einen erneuten Lockdown wegen der Pandemie aus. "Wir bleiben offen, wir schließen nicht." Der Präsident betonte, die Zahl der Todesfälle habe deutlich abgenommen – das ist im Vergleich zum Höhepunkt der Krise richtig. Allerdings sagte er auch, dass die Sterblichkeitsrate in den USA "die niedrigste auf der Welt" sei, was nicht stimmt.

Am Mittwoch relativierte er auf Twitter, die Sterblichkeitsrate in den USA gehöre zu den niedrigsten weltweit. Nach Daten der John-Hopkins-Universität haben unter den 20 am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern 13 eine niedrigere Sterblichkeitsrate pro 100 bestätigter Corona-Infektionen als die USA.

Bulgarien droht mit strengen Maßnahmen

Bulgarien erlebt nach der Lockerung seiner Corona-Einschränkungen nun einen schnelleren Anstieg der nachgewiesenen Neuinfektionen. Mit 188 neuen Corona-Fällen wurde am Mittwoch ein Tagesrekord seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Damit stieg die Zahl der Infektionen in dem ärmsten EU-Land mit einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen insgesamt auf mehr als 6.100. Vor einem Monat lag sie noch bei rund 2.700.

Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen ordnete Regierungschef Boiko Borissow bereits Ende Juni an, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser umgehend erhöht werden sollen. In Bulgarien gilt seit 22. Juni wieder Maskenpflicht in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wie etwa Läden, Banken, Tankstellen, Behörden und Kirchen. Doch nicht wenige Bulgaren wollen sie demonstrativ nicht einhalten. Wirksame Kontrollen gibt es kaum. In Supermärkten tragen Mitarbeiter nicht selten keinen Mund-Nasen-Schutz oder ihre Masken hängen am Hals.

Die Maskenpflicht ist umstritten

Diese Infektionswelle in Bulgarien kommt nach einem anfangs guten Start bei der Bekämpfung des Coronavirus im März. Das Land konnte die Ausbreitung des Virus mit vielen Schutzmaßnahmen samt Lockdown in den Griff bekommen. Doch nach einer Reihe von Festtagen im April und im Mai und der Öffnung von Lokalen, Diskotheken, Nachtclubs sowie der Stadien für Zuschauer steigen die Fallzahlen wieder deutlich.

Gesundheitsminister Kiril Ananiew warnte, dass es bei mehr als 200 Neuinfektionen pro Tag wieder strengere Schutzmaßnahmen geben werde. Doch über den Sinn von Corona-Maßnahmen herrscht in Bulgarien große Verwirrung. Sie ist teils auf einen inzwischen aufgelösten, alternativen Corona-Stab zurückzuführen, der sich für das schwedische Modell im Umgang mit dem Coronavirus eingesetzt hatte. Die aktuelle Entwicklung ist nach Auffassung bulgarischer Experten ein zweiter Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Für den Herbst wird eine zweite Welle befürchtet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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