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Kanadas Premier Trudeau zu maskenloser Party: "Idioten"

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus. (Quelle: Justin Tang/The Canadian Press via ZUMA/dpa./dpa)
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CancĂșn (dpa) - Nach einem aufsehenerregenden Party-Flug nach Mexiko ohne Einhaltung von Corona-Maßnahmen steckt eine Gruppe junger Kanadier offenbar dort fest.

Mindestens zwei kanadische Fluggesellschaften wollten ihnen nach eigenen Angaben wegen des Verhaltens beim Hinflug aus SicherheitsgrĂŒnden die Beförderung zurĂŒck in die Heimat verwehren, nachdem eine weitere Airline den RĂŒckflug storniert hatte. Kanadas Premierminister Justin Trudeau nannte sie "Idioten".

Drastische Strafen drohen

Das kanadische Verkehrsministerium twitterte am Donnerstag, es ermittle in dem Fall. Es könnten Geldstrafen von bis zu 5000 kanadischen Dollar (knapp 3500 Euro) pro Vergehen verhĂ€ngt werden. Reisende, die die Leben anderer gefĂ€hrdeten und Schaden verursachten, könnten mit bis zu drei Jahren GefĂ€ngnis und/oder Geldstrafen von bis zu einer Million Dollar bestraft werden, hieß es in einer weiteren Mitteilung der Regierung.

Videos aus der Chartermaschine, die am 30. Dezember vom kanadischen MontrĂ©al in den mexikanischen Urlaubsort CancĂșn geflogen war, waren in sozialen Medien verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie junge Menschen ausgelassen feiern, ohne Masken zu tragen oder Abstand voneinander zu halten. Sie tanzen und trinken offenbar Alkohol, eine Frau raucht eine E-Zigarette. Medienberichten zufolge handelte es sich um Influencer und Reality-TV-Sternchen aus der Provinz QuĂ©bec. Angesprochen auf den Fall sagte Trudeau bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, das unverantwortliche Verhalten der Reisegruppe sei ein Schlag ins Gesicht. Er sei extrem frustriert.

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Einreise nach Mexiko ohne Impfnachweis

Es war zunĂ€chst unklar, wie das Flugpersonal auf die Party der Passagiere reagierte. Aber offensichtlich gelang es nicht, diese unter Kontrolle zu bringen. Kanada hatte zuletzt angesichts der Ausbreitung der neuen Omikron-Variante Höchstmarken bei den Corona-Neuinfektionen registriert. Die Regierung der Provinz QuĂ©bec verhĂ€ngte vor Silvester deshalb eine nĂ€chtliche Ausgangssperre und beschrĂ€nkte private Feste. In Mexiko dagegen ist eine Einreise ohne Impfnachweis und Corona-Test möglich. Beobachter erinnerte die Flugzeug-Sause auch an die in Mexiko berĂŒhmt-berĂŒchtigten "Springbreakers" aus den USA. US-amerikanische Studenten nutzen die Semesterpause, die je nach Region in den Zeitraum von Ende Februar bis Mitte April fĂ€llt, gerne, um im sĂŒdlichen Nachbarland wilde Partys zu feiern.

Eine 19-jĂ€hrige Studentin erzĂ€hlte der Nachrichtenagentur Canadian Press, sie habe die Teilnahme an der Reise bei Instagram gewonnen. In Mexiko sei sie positiv auf das Coronavirus getestet worden - ebenso wie geschĂ€tzt 30 weitere Angehörige der Gruppe. Sie sei nun in Tulum in Corona-Isolation und wisse nicht, wie sie den verlĂ€ngerten Hotelaufenthalt bezahlen solle. Ein Mann, der sich als Organisator der Reise ausgab, teilte mit, er arbeite unermĂŒdlich daran, die Gruppe so schnell wie möglich sicher zurĂŒck nach Hause zu bringen. Es sei das erste Reise-Event seines Privatclubs gewesen. Er habe viel gelernt.

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