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UN: Zahl der Migranten im Mittelmeer aus Libyen stark erhöht

Von dpa
Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 2 Min.
In Libyen sind Migranten Menschenrechtlern zufolge hÀufig Gewalt, Erpressung und Zwangsarbeit ausgesetzt.
In Libyen sind Migranten Menschenrechtlern zufolge hÀufig Gewalt, Erpressung und Zwangsarbeit ausgesetzt. (Quelle: Bruno Thevenin/AP/dpa./dpa)
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New York/Tripolis (dpa) - Die Zahl der Migranten aus Libyen, die ĂŒber das Mittelmeer Europa erreichen wollten, hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr stark erhöht.

"Bis zum 14. Dezember hatte die libysche KĂŒstenwache 30.990 Migranten und FlĂŒchtlinge abgefangen und nach Libyen zurĂŒckgebracht, fast dreimal so viele wie im Jahr 2020 (12.000 Menschen)", geht aus einem internen Bericht von UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres an den Sicherheitsrat hervor. Mehr als 1300 Menschen seien bei der gefĂ€hrlichen Überfahrt mit oft schrottreifen Booten getötet worden.

Transitland Libyen

Auch hier stieg die Zahl nach Daten der Internationalen Organisation fĂŒr Migration (IOM) im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Die IOM listet fĂŒr 2021 ĂŒber 1500 Tote oder Vermisste auf der sogenannten zentralen Mittelmeer-Route, die allerdings auch Überfahrten aus Tunesien mit einbezieht. Im Jahr 2020 waren es weniger als 1000, zu Hochzeiten 2016 mehr als 4500. Das BĂŒrgerkriegsland Libyen hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Transitland fĂŒr Migrantinnen und Migranten entwickelt, die ĂŒber das Mittelmeer nach Europa kommen wollen.

Nach dem Bericht von UN-Chef Guterres wurden diejenigen, die auf dem Meer von der libyschen KĂŒstenwache abgefangen und zurĂŒck nach Libyen gebracht wurden, teilweise Opfer willkĂŒrlicher Inhaftierungen. Insgesamt sĂ€ĂŸen in dem nordafrikanischen Land Tausende Menschen - nicht nur Migranten - in GefĂ€ngnissen, die nicht in offiziellen Listen zu Insassen auftauchten.

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Guterres "zutiefst besorgt"

Sie wĂŒrden unter "illegalen und oft unmenschlichen Bedingungen" in von Milizen kontrollierten GebĂ€uden gehalten oder seien in "geheimen Einrichtungen" untergebracht. "Ich bin nach wie vor zutiefst besorgt ĂŒber die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen von Migranten, FlĂŒchtlingen und Asylsuchenden in Libyen", schrieb Guterres an die Mitglieder des Sicherheitsrats.

Migranten sind nach Angaben von Menschenrechtlern in Libyen immer wieder Gewalt, Erpressung und Zwangsarbeit ausgesetzt. Laut UN gibt es glaubwĂŒrdige Informationen, dass etwa 30 nigerianische Frauen und Kinder in vergangenen Jahr sexuell missbraucht und verkauft wurden. Zudem seien libysche Behörden im Oktober angeblich aus SicherheitsgrĂŒnden gegen mehr als 5000 Migrantinnen und Migranten vorgegangen, darunter mindestens 1000 Frauen und Kinder. Dabei seien Familien getrennt, ein Migrant getötet und andere verletzt worden.

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