Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePanoramaJustiz

Polizistenmorde von Kusel: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextBericht: Ronaldo hat neuen Verein gefundenSymbolbild für einen TextNach 27 Jahren: ARD-Sendung eingestelltSymbolbild für einen TextÖlpreise steigen starkSymbolbild für einen TextNeue Megajacht in Hamburg gesichtetSymbolbild für einen TextEU-Behörde warnt vor HustenmittelSymbolbild für einen TextJetzt will Katar auch dieses GroßeventSymbolbild für einen TextFrauen-Bundesliga knackt Zuschauer-RekordSymbolbild für einen TextÖsterreich will Rasern Auto wegnehmenSymbolbild für einen TextTotes Baby in Wald gefunden – GewalttatSymbolbild für einen TextSchlagerstar verzichtet auf Bier und WurstSymbolbild für einen TextStreit um Parkplatz endet in SchlägereiSymbolbild für einen Watson TeaserRiesen-Zoff in Sat.1-SendungSymbolbild für einen TextDiese drei Krankheiten drohen "Best Agern"
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Staatsanwalt sieht "Hinrichtungscharakter" bei Polizistenmorden

Von afp, dpa, t-online
Aktualisiert am 22.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Polizistenmorde in der Pfalz - Prozess
Der Hauptangeklagte (r.) neben seinem Anwalt Leonhard Kaiser: Die Staatsanwaltschaft ist von S. Haupttäterschaft überzeugt. (Quelle: Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Das Verfahren um die Tötung zweier Polizisten bei Kusel steht kurz vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft sieht die Schuld einseitig beim Hauptangeklagten.

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten bei Kusel in Rheinland-Pfalz hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Hauptangeklagten Andreas S. gefordert. S. habe sich des Mordes aus Habgier und gewerbsmäßiger Jagdwilderei schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Stefan Orthen am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Kaiserslautern.

Zudem forderte die Staatsanwaltschaft die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Haftentlassung praktisch ausschließen würde.

Verteidiger fordern "gerechtes Urteil"

In dem Verfahren gibt es zwei Angeklagte. Neben dem 39-jährigen S. ist dies der 33-jährige Florian V., für den der Ankläger Straffreiheit forderte, auch wenn sich V. der gewerbsmäßigen Jagdwilderei schuldig gemacht habe. Von einer Strafe für den Nebenangeklagten sei abzusehen, weil der 33-Jährige wesentlich zur Aufklärung beigetragen habe, sagte Staatsanwalt Orthen.

Die beiden Verteidiger von S. wiesen den Mordvorwurf zurück. Einer der beiden Verteidiger warf der Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vor. Die Anwälte plädierten für ein "gerechtes Urteil", ohne eine konkrete Forderung zu nennen. Verteidiger Leonhard Kaiser erklärte: "Wir wissen einfach nach wie vor viele Sachen nicht."

Der Hauptangeklagte hatte im Prozess eingeräumt, auf den Polizisten in Notwehr geschossen zu haben. Für den Tod der Polizistin hatte er den Nebenangeklagten verantwortlich gemacht, was dieser stets bestritten hatte. "Wir haben hier zwei verschiedene Versionen, die nicht widerlegt werden konnten", sagte Kaiser. Aus Sicht der Verteidigung sei es "kein Mord, maximal Körperverletzung mit Todesfolge".

Staatsanwalt: Doppelmord mit "Hinrichtungscharakter"

Staatsanwalt Orthen zeigte sich hingegen nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass S. am 31. Januar eine Polizistin und einen Polizisten bei einer Verkehrskontrolle aus Habgier erschossen hatte. Das Motiv war demnach, eine vorangegangene Jagdwilderei zu verdecken. Ein Überleben der Polizisten hätte für S. die Identifizierung als Wilderer bedeutet, sagte der Staatsanwalt. Er fügte hinzu, der Doppelmord habe "Hinrichtungscharakter" gehabt. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Staatsanwalt Stefan Orthen: Die beiden Angeklagten seien völlig unterschiedliche Charaktere.
Staatsanwalt Stefan Orthen: Die beiden Angeklagten seien völlig unterschiedliche Charaktere. (Quelle: Uwe Anspach/dpa)

Der Staatsanwalt sagte, die Beweisaufnahme habe klar den Vorwurf der Haupttäterschaft von S. belegt. Dieser habe seine Aussage vor Gericht wie ein Theaterstück vorbereitet und sich bei zahlreichen Einlassungen "als sprachgewandter Blender präsentiert".

Tatsächlich seien die beiden Angeklagten völlig unterschiedliche Charaktere. Der Mitangeklagte sei ein seit Jahren von Gelegenheitsjobs lebender Kiffer, der Hauptangeklagte hingegen ein "Macher", der viel zur Jagd ging, bei der Qualität seiner Waffentechnik stets aufrüstete und "das hemmungslose Töten von Lebewesen zu seinem Markenzeichen machte". In den Monaten vor der Tat habe der mit seiner Firma insolvente S. monatlich um die 6.000 Euro durch seine Wilderei erwirtschaftet.

Brutale Details zum Tathergang

Wie der Staatsanwalt sagte, brachte der Prozess auch Erkenntnisse zu dem nach dem Doppelmord noch unklaren Tatgeschehen. Es sei davon auszugehen, dass die beiden Polizisten mit den Wilderern gesprochen hätten. S. habe beide dabei von Anfang an als Polizisten erkannt. Unmittelbar nach dem ersten Funkspruch habe S. erste Schüsse mit seinem Schrotgewehr abgegeben. Noch während seines dann folgenden Notrufs habe der Polizist mit seiner Dienstpistole zurückgeschossen.

Auf die Polizistin habe S. vermutlich aus zwei bis drei Metern Entfernung geschossen, auf den Polizisten wohl aus einer Entfernung von sieben bis zehn Metern. Ob die Schüsse aus der Schulter oder Hüfte abgegeben worden seien, sei nicht zu klären gewesen.

Der Polizist habe durch die ersten Schüsse bewegungsunfähig auf dem Boden gelegen und sei dann von S. mit einem Kopfschuss aus kurzer Entfernung hingerichtet worden. Dies habe das Gutachten ergeben. Die Polizistin sei nach dem ersten Schuss durch S. auf dem Bauch zum Liegen gekommen, habe danach noch gelebt. Der 39-Jährige habe ihre Kleidung durchsucht und sie mit einem Kopfschuss getötet.

Die Nebenklagevertreter schlossen sich der Staatsanwaltschaft überwiegend an. Die Anwälte der Angehörigen des getöteten Polizeibeamten forderten neben der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld eine anschließende Sicherungsverwahrung. Ein Urteil könnte am Mittwoch kommender Woche verkündet werden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
"Bullenschwein": Diese Gruppe machte Jagd auf Polizisten
Von Carsten Janz
Kaiserslautern
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website