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Psychiater sollen Christchurch-Attentäter untersuchen

Von afp, dpa
Aktualisiert am 05.04.2019Lesedauer: 2 Min.
Ein Polizist steht vor dem Eingang zum High Court in Christchurch: Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch ist am Freitag (Ortszeit) per Video-Übertragung einem Gericht in der neuseeländischen Großstadt zugeschaltet worden.
Ein Polizist steht vor dem Eingang zum High Court in Christchurch: Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch ist am Freitag (Ortszeit) per Videoübertragung einem Gericht in der neuseeländischen Großstadt zugeschaltet worden. (Quelle: Mark Baker/ap-bilder)
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Drei Wochen nach dem Anschlag in Christchurch hat der mutmaßliche Attentäter einen Termin vor Gericht. Der Australier wird per Video zugeschaltet – und sagt nichts. Die Justiz lässt nun untersuchen, ob er prozessfähig ist.

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch soll psychiatrisch untersucht werden. Das ordnete ein Gericht in der neuseeländischen Großstadt am Freitag bei einer Anhörung an – drei Wochen nach dem Anschlag auf zwei Moscheen mit 50 Todesopfern. Mit der Untersuchung soll geklärt werden, ob dem 28 Jahre alten Rechtsextremisten aus Australien der Prozess gemacht werden kann. Dem ehemaligen Fitnesstrainer Brenton Tarrant droht wegen 50-fachen Mordes lebenslang Gefängnis.


Anschlag auf Moscheen in Neuseeland

Polizist in Christchurch: Der Anschlag auf die zwei Moscheen begann gegen 14 Uhr Ortszeit, als sich die Gläubigen zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Die Masjid-al-Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch war das Hauptziel des Anschlags; allein dort starben 41 Menschen.
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Zu der Anhörung erschien der mutmaßliche Täter nicht – wie eigentlich üblich – persönlich im Gerichtssaal, sondern wurde per Videoübertragung zugeschaltet. Tarrant sitzt in Auckland – etwa 1.000 Kilometer entfernt von Christchurch – im einzigen Hochsicherheitsgefängnis des Landes in Untersuchungshaft. Er trug während der Schalte graue Anstaltskleidung und Handschellen. Die etwa 30 Minuten dauernde Anhörung verfolgte er schweigend. Er zeigte auch keine Emotionen.

Obwohl es zunächst geheißen hatte, Tarrant würde sich selbst verteidigen, vertraten ihn die beiden Anwälte Shane Tait und Jonathan Hudson. Auf die Unterstützung eines ersten Pflichtverteidigers hatte er kurz nach seiner Festnahme verzichtet. Im Gerichtssaal saßen auch zahlreiche Angehörige von Todesopfern. Rund um das Gebäude war die Polizei stark präsent. Zwischenfälle gab es keine.

Wegen 50-fachen Mordes angeklagt

Richter Cameron Mander ordnete eine psychiatrische Untersuchung an. In Neuseeland ist dies in solchen Fällen ein gängiges Verfahren. "Das ist ein völlig normaler Schritt. Man sollte da nichts hineinlesen", sagte er. Der Richter trat damit Befürchtungen entgegen, dass Tarrant wegen Zweifeln an seinem Geisteszustand um einen Prozess herumkommen könnte. Einen Termin für einen Prozess gibt es noch nicht.

Drei Wochen nach dem Anschlag wurden auch die Anklagepunkte verlesen. Der Vorwurf lautet 50-facher Mord und versuchter Mord in 39 Fällen. Immer noch müssen 16 Verletzte wegen ihrer Schusswunden in Krankenhäusern behandelt werden. Eine Person ist nach Klinikangaben immer noch in kritischem Zustand. Der nächste Gerichtstermin mit Tarrant wurde auf den 14. Juni festgesetzt.

Der Täter hatte große Teile der Tat mit einer Helmkamera über Facebook live ins Internet übertragen. Auszüge aus dem etwa 17-minütigen Video kursieren immer noch. Zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge einen terroristischen Hintergrund hatten.

Inzwischen hat Neuseeland seine Waffengesetze verschärft. Der Besitz von halbautomatischen Waffen – also automatisch nachladenden Waffen, wie sie der Schütze verwendet hatte – ist dort nun verboten. Im Nachbarland Australien beschloss das Parlament am Donnerstag, dass Internetunternehmen, die Videos von Terrorangriffen verbreiten, mit hohen Geldstrafen und deren Manager sogar mit Haft bestraft werden können.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa
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