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Zypern: Britin wegen Falschaussage verurteilt

Proteste in Zypern  

Britin für Falschaussage über Vergewaltigung verurteilt

07.01.2020, 11:52 Uhr | t-online.de, joh, dpa, AFP

Zypern: Britin wegen Falschaussage verurteilt. Frauen demonstrieren mit Plakaten vor dem Gericht in Zypern. (Quelle: dpa/Stefan Rousseau)

In Zypern lehnen sich Demonstranten gegen das Urteil auf: Sie glauben der 19-jährigen Britin, vergewaltigt worden zu sein. (Quelle: Stefan Rousseau/dpa)

Eine junge Frau beschuldigt auf Zypern mehrere Männer der Gruppenvergewaltigung. Die Aussagen scheinen nicht wahr zu sein, die 19-Jährige wird angeklagt. Nun hat das Gericht, begleitet von Protesten, ein Urteil gefällt.

Ein Gericht auf Zypern hat eine 19-jährige Britin wegen Falschaussage über eine Gruppenvergewaltigung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die viermonatige Haftstrafe werde zur Bewährung ausgesetzt und gelte dann drei Jahre, berichtete der zyprische Staatsrundfunk (RIK). Außerdem muss die junge Frau 140 Euro Geldstrafe zahlen.

Die Rechtsanwälte der Frau kündigten an, Berufung einzulegen. Zuvor hatten sie wiederholt erklärt, ihre Mandantin sei von der Polizei unter Druck gesetzt worden, ihre anfänglichen Aussagen über eine Vergewaltigung zurückzunehmen. Dutzende Mitglieder von Frauenorganisationen demonstrierten vor dem Gericht für die 19-Jährige, wie das zyprische Fernsehen weiter berichtete.

Regierung könnte die Frau begnadigen

Die Regierung Zyperns hatte bereits angedeutet, eine politische Lösung zu diesem Fall suchen zu wollen: Der zyprische Außenminister Nikos Christodoulides schloss in einem Gespräch mit dem Staatsrundfunk Zyperns nicht aus, dass der Staatspräsident Nikos Anastasiades die junge Britin in den kommenden Tagen begnadigen könnte. 

"Zyperns Justiz, Schande über Dich", riefen die Demonstranten. Zu ihnen zählten rund 50 Israelis, zumeist Frauen, die nach Zypern gereist waren, um die Britin moralisch zu unterstützen. Sie hielten Schilder hoch, auf denen zu lesen war "Ich glaube ihr – boykottiert Zypern" oder "Ungerechtigkeit egal an welchem Ort ist eine Bedrohung für Gerechtigkeit überall".

Teenager nach kurzer Zeit wieder frei

Die Frau hatte im Juli angegeben, von mehreren israelischen jungen Männern vergewaltigt worden zu sein. Daraufhin waren vorübergehend sieben Teenager festgenommen worden. Wenige Tage später konnten sie aber nach Israel ausreisen.

Auf die Frage der Richter, warum sie die Männer beschuldigt hat, soll die Frau angegeben haben, verärgert gewesen zu sein, als sie bemerkte, dass sie beim Sex gefilmt worden war, berichteten zyprische Medien unter Berufung auf Justizkreise. 

In Großbritannien hatte der Fall Empörung und Aufrufe zum Boykott des Urlaubslands Zypern ausgelöst. Außenminister Dominic Raab erklärte, er habe gegenüber den zyprischen Behörden "entschiedene" Bedenken wegen des Umgangs mit der jungen Britin geäußert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtendienste dpa, AFP

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