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"Waldläufer von Oppenau": Yves R. zu drei Jahren Haft verurteilt

Spektakuläre Flucht vor der Polizei  

Drei Jahre Haft für "Waldläufer von Oppenau"

19.02.2021, 17:44 Uhr | AFP

"Waldläufer von Oppenau": Yves R. zu drei Jahren Haft verurteilt. Yves R.: Wegen seiner spektakulären Flucht wurde er als "Waldläufer von Oppenau" bekannt.  (Quelle: dpa/Philipp von Ditfurth)

Yves R.: Wegen seiner spektakulären Flucht wurde er als "Waldläufer von Oppenau" bekannt. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa)

Er überwältigte mehrere Polizisten und tauchte tagelang im Wald unter: Mit seiner aufsehenerregenden Flucht hielt Yves R. Deutschland in Atem. Beim Prozess galten besondere Sicherheitsvorkehrungen.  

Das Landgericht Offenburg hat den sogenannten Waldläufer von Oppenau zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 32-jährigen Yves R. am Freitag wegen illegalen Waffenbesitzes, Widerstands gegen die Staatsgewalt, gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme in einem minderschweren Fall schuldig.

R. hatte im vergangenen Sommer in einer Waldhütte nahe der baden-württembergischen Stadt vier Polizisten entwaffnet, bevor er in den Schwarzwald floh und von Polizeihundertschaften tagelang gesucht wurde. Der Großeinsatz, der auch zur Schließung von Schulen und Geschäften in Oppenau führte, sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Yves R. vor der Urteilsverkündung: Für den Prozess wurde eine Reithalle zum Gerichtssaal umfunktioniert.  (Quelle: dpa/Philipp von Ditfurth)Yves R. vor der Urteilsverkündung: Für den Prozess wurde eine Reithalle zum Gerichtssaal umfunktioniert. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa)

Der Prozess fand wegen der Corona-Maßnahmen in einer Mehrzweckhalle statt und stand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Fünf Tage lange Fahndung mit 500 Beamten 

Mit ihrem Urteil blieben die Richter unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die in dem seit Mitte Januar laufenden Prozess drei Jahre und neun Monate Haft gefordert hatte. Die Verteidigung bestritt im Prozess den Vorwurf der Geiselnahme und forderte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Der zur Tatzeit 31-Jährige hatte im Frühjahr vergangenen Jahres seinen Wohnsitz verloren und sich illegal in einer Gartenhütte aufgehalten. Von dort wurde der Polizei dann ein Verdächtiger in Tarnkleidung und mit Pfeil und Bogen gemeldet. Bei einer Überprüfung bedrohte der Mann am 12. Juli vier Beamte mit einer echt aussehenden Schreckschusswaffe, entwaffnete sie und floh mit ihren Pistolen in den Wald.

Fünf Tage lang suchte die Polizei mit fast 500 Beamten und einem Hubschrauber nach dem auch "Schwarzwald-Rambo" genannten R., dem seit seinem 30. Lebensjahr und einer einschlägigen Vorstrafe das Führen von Waffen verboten war. Yves R. versteckte sich in Gruben und Erdlöchern, bevor die Polizei ihn in einem Gebüsch entdeckte. Bei seiner Festnahme am 17. Juli soll er der Anklage zufolge einen SEK-Beamten mit einem Beil am Fuß verletzt haben.

R. legt Geständnis ab 

R. hatte in dem Verfahren ein Geständnis abgelegt. Er habe in einer unüberlegten Aktion die Polizisten entwaffnet, weil er befürchtet habe, verhaftet zu werden und erneut ins Gefängnis zu kommen. Nie habe er jedoch jemanden mit den gestohlenen Waffen verletzen wollen.

Am Ende seiner Flucht habe er sich absichtlich einem Postboten gezeigt und so die Polizei auf seine Fährte gelockt. Aufgeben sei für ihn jedoch keine Option gewesen, er habe überwältigt werden wollen. Vor der Kontrolle der Hütte habe er schon länger im Wald gelebt. Dort habe er sich auf eine Wanderung quer durch Deutschland vorbereiten wollen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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