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Mann sitzt 20 Jahre unschuldig in US-Knast – Freispruch

Nach Doppelmord in Kirche  

Mann sitzt 20 Jahre unschuldig in US-Knast – Freispruch

21.07.2021, 08:20 Uhr | t-online, cck

Mann sitzt 20 Jahre unschuldig in US-Knast – Freispruch. Dennis Perry (mitte links) bedankt sich bei einem Mitarbeiter des Georgia Innocence Project: Die Organisation hatte sich jahrelang für seine Freilassung eingesetzt. (Quelle: imago images/Stephen B. Morton)

Dennis Perry (mitte links) bedankt sich bei einem Mitarbeiter des Georgia Innocence Project: Die Organisation hatte sich jahrelang für seine Freilassung eingesetzt. (Quelle: Stephen B. Morton/imago images)

Ein bezahlter Zeuge, Haare, die nicht zum Täter gehören: Ein Unschuldiger ist nach zwei Jahrzehnten Haft entlastet worden. An seinem Fall mutet vieles merkwürdig an. 

Unschuldig in Haft: Im US-Bundesstaat Georgia ist ein Mann freigesprochen worden, nachdem er wegen eines Doppelmordes mehr als 20 Jahre im Gefängnis saß. Darüber berichten mehrere US-Medien. Er wurde im Jahr  2000 festgenommen für einen Mord, der 15 Jahre zuvor in einer Kirche verübt wurde. 2003 wurde Dennis A. Perry auf Grundlage von Indizien verurteilt. 

Unstimmigkeiten in dem Fall soll es schon damals gegeben haben. Perry wurde zur Last gelegt, 1985 in einer Kirche den Diakon und dessen Frau erschossen zu haben. Der Fall wurde lange zu den Akten gelegt, niemand hatte den Schützen zweifelsfrei erkennen können.

Zeuge sagte für Belohnung aus

Im Jahr 2000 aber meldete sich ein angeblicher Zeuge. Für eine Belohnung von 12.000 Dollar sagte er gegen Perry aus. Ursprünglich hatte er sogar 25.000 Dollar verlangt. Dass der Zeuge Geld erhielt, wurde Perrys Anwälten damals nicht mitgeteilt, berichtet das "Georgia Innocence Project", das sich für die Freilassung Perrys eingesetzt hatte. Perry wurde 2003 auf Grundlage von Indizien verurteilt.

Den Ausschlag für seine Freilassung gab nun eine am Tatort gefundene Brille. An ihr fanden sich Haare, die – wie eine DNA-Analyse ergab – einem anderen Verdächtigen zugeordnet werden können. Auch 2003 war schon klar, dass Perry die Brille nicht gehören haben konnte: Er konnte mit ihr schlechter sehen als ohne.

"Es war eine lange Zeit, aber ich habe niemals aufgegeben"

Perry ist bereits im vergangenen Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden. Nun ist klar, dass die Staatsanwaltschaft ihn nicht weiter verfolgen wird. "Es war eine lange Zeit, aber ich habe niemals aufgegeben", teilte Perry in einer Pressemitteilung mit.

Der heute 59-Jährige ist den Berichten zufolge seit seiner Freilassung bei seiner Familie und versuche seine Freundschaften wieder aufzubauen. Ihn erwartet eine Entschädigungssumme von mindestens 50.000 Dollar pro Jahr. 

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