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Nach Tsunami in Indonesien: Vulkan auf Sulawesi bricht aus – Opferzahlen steigen

Nach Tsunami-Katastrophe  

Vulkan auf Sulawesi bricht aus – Opferzahlen steigen

04.10.2018, 07:38 Uhr | dpa

Nach Tsunami in Indonesien: Vulkan auf Sulawesi bricht aus – Opferzahlen steigen. Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Sulawesi: Nachdem die Insel schon von einem Tsunami heimgesucht worden ist, folgt zu allem Unglück jetzt auch die Eruption des Vulkans Soputan. (Quelle: Twitter/BNPB Indonesia)

Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Sulawesi: Nachdem die Insel schon von einem Tsunami heimgesucht worden ist, folgt zu allem Unglück jetzt auch die Eruption des Vulkans Soputan. (Quelle: Twitter/BNPB Indonesia)

Keine Entwarnung für die indonesische Insel Sulawesi. Nach der Tsunami-Katastrophe bricht jetzt auch noch ein Vulkan aus – Die Suche nach Überlebenden wird für die Helfer noch schwerer.

Auf der indonesischen Insel Sulawesi ist nach der Tsunami-Katastrophe mit mehr als 1400 Toten nun auch ein Vulkan ausgebrochen. Der knapp 1800 Meter hohe Vulkan Soputan schleuderte am Mittwoch Asche bis zu vier Kilometer in die Höhe. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde gab es zunächst keine Informationen über größere Schäden. Die Suche nach Überlebenden der Tsunami-Katastrophe wird unterdessen immer verzweifelter.

Bei der Serie von Erdbeben und der folgenden Flutwelle auf Indonesiens viertgrößter Insel kamen am vergangenen Freitag mindestens 1407 Menschen ums Leben, wie der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes, Sutopo Nugroho, am Mittwoch bekanntgab. Unter den Trümmern von Häusern und im Schlamm werden noch viele weitere Leichen vermutet. Befürchtet wird, dass die Zahl der Todesopfer in die Tausende geht.

Mehr als 70.000 Menschen haben ihre Häuser verloren

Bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar ist, wird es aber wahrscheinlich noch Tage dauern. Laut Nugroho wurden mehr als 2500 Menschen schwer verletzt. 113 Menschen werden offiziell vermisst. Mehr als 70.000 haben ihre Häuser verloren. Die Lage auf der Insel wird derweil immer chaotischer. Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast 200.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

Bei den Überlebenden wachsen Verzweiflung und Zorn, weil es an den wichtigsten Dingen wie Strom, Wasser, Nahrung und Treibstoff fehlt. In der besonders schlimm betroffenen Stadt Palu kam es zu Plünderungen. Nach Polizeiangaben wurden 45 Menschen festgenommen. Sie hatten versucht, in Einkaufszentren unter anderem Flachbildfernseher, Schuhe, Kleidung und einen Geldautomaten zu stehlen.

In zwei Stadtteilen Palus verwandelte sich der Boden bei der Katastrophe in einen weichen Brei - ein Phänomen, das als Bodenverflüssigung bekannt ist. Durch Wasser, das aus dem Boden gepresst wird, entsteht ein wabbeliges Etwas, das alles aufsaugt und durcheinander wirbelt, bevor es wieder fester wird. Anwohner fürchten, dass allein hier noch Hunderte Tote in der Erde liegen. Damit keine Seuchen ausbrechen, werden die Leichen in schnell ausgehobenen Massengräbern beigesetzt.

Indonesisches Militär ist im Dauereinsatz

Unterdessen flog das indonesische Militär vom Flughafen Palu aus mit Hercules-Transportmaschinen Verletzte aus. Die Menschen wurden in die Provinzhauptstadt Makassar gebracht, wo sie in Krankenhäusern besser versorgt werden können. Ein Militärsprecher sagte: "Sie müssen behandelt werden. Das geht in Palu nicht, weil es immer noch keinen Strom gibt." Am Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt wurden auch Feldlazarette aufgestellt.

Der Vulkan Soputan liegt im Nordosten von Sulawesi, mehrere Hundert Kilometer vom Gebiet der Tsunami-Katastrophe entfernt. In den vergangenen Jahren war er immer wieder ausgebrochen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort kommt es immer wieder zu Erdbeben. Auch Vulkanausbrüche sind keine Seltenheit. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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