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Brände in Kalifornien nicht unter Kontrolle: "Sieht aus wie ein Kriegsgebiet"

Feuer in Kalifornien noch nicht gelöscht  

"Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet"

15.11.2018, 18:29 Uhr | dpa

Zahl der Toten nach Bränden in Kalifornien steigt auf über 50
Zahl der Toten steigt weiter

Diese Bilder stehen für die schlimmste Brandkatastrophe in der Geschichte Kaliforniens. Viele der Brände im Bundesstaat konnten zwar eingedämmt werden, die Lage bleibt aber angespannt. (Quelle. Reuters)

Waldbrände in Kalifornien: Die Zahl der Toten steigt weiter. (Quelle. Reuters)


Täglich steigt die Zahl der Todesopfer durch die verheerenden Brände in Kalifornien. Der Ort Paradise muss komplett wieder aufgebaut werden. Helfer stehen dort vor riesigen Aufgaben.

Die Großbrände in Kalifornien sind noch lange nicht unter Kontrolle, die Rettungskräfte finden jeden Tag neue Opfer. Beim "Camp"-Feuer im Norden des Bundesstaats stieg die Zahl der Toten auf 56, nachdem in den Trümmern acht weitere Leichen gefunden wurden. Das sagte der Sheriff von Butte County, Kory Honea. Das sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat.

Von dem kleinen Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, sagte, der Wiederaufbau und die vorübergehende Versorgung der Menschen dort seien eine enorme Herausforderung.

Feuer im Promi-Ort

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütet weiter das "Woolsey"-Feuer. Beide Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört. Im Süden belief sich die Zahl der Todesopfer bislang auf zwei. Insgesamt starben also 58 Menschen durch die verheerenden Feuer.

In Südkalifornien fraßen sich die Flammen durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Tausende Bewohner der Gegend mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab – darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und TV-Moderator Thomas Gottschalk.

130 Menschen werden in Paradise vermisst

Seit einer Woche sind mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden Kaliforniens zu bekämpfen. Der Ort Paradise nördlich von Sacramento glich nach dem "Camp"-Inferno einer Geisterstadt. Suchteams und Spürhunde arbeiten sich dort durch die Trümmer, um nach Leichen zu suchen. Mehrere Todesopfer seien noch nicht identifiziert, sagte Sheriff Honea. DNA-Tests sollten dabei helfen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen. 130 Menschen werden laut Honea dort derzeit noch vermisst.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown äußerte sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. "Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet", sagte er. US-Innenminister Ryan Zinke, der die betroffenen Gebiete besuchte, sprach von einer verheerenden Tragödie und betonte: "Das ist das schlimmste Feuer, das ich je gesehen habe."

Katastrophenschützer Long sagte, es handele sich um ein komplexes Desaster, insbesondere wegen der völligen Zerstörung des Ortes Paradise. Die Helfer müssten sich dort zunächst vorsichtig durch die Trümmer arbeiten, um nach Toten zu suchen. Danach müssten die Trümmer weggeschafft werden. Die komplette Infrastruktur der Stadt müsse wieder aufgebaut werden.

Wiederaufbau dauert Jahre

In der Zwischenzeit müssten die Menschen untergebracht werden. Vorübergehend müssten Schulen und eine medizinische Versorgung für die Bewohner des Ortes organisiert werden. Und jene, deren Geschäfte abgebrannt seien, bräuchten neue Jobs. "Das wird ein sehr langer und sehr frustrierender Prozess für die Menschen in Paradise." Der Wiederaufbau werde Jahre dauern.


Derzeit sind viele Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden sind besorgt, dass sich dort Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auch auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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