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Fridays for Future am 29.11.: Menschen aller Altersklassen kämpfen fürs Klima

"Fridays for Future"  

"Wir sind hier, weil wir das Klimapäckchen scheiße finden"

Von Arno Wölk, Nathalie Helene Rippich

29.11.2019, 17:41 Uhr
"Fridays For Future" ‒ kein reiner Schüler-Protest mehr

Die "Fridays For Future"-Bewegung ist kein reiner Schüler-Protest mehr. Das zeigt dieser Video-Bericht. t-online.de-Reporterin Nathalie Rippich hat sich mitten hinein begeben und eingefangen, was die Menschen bewegt. (Quelle: t-online.de)

Kein reiner Schüler-Protest mehr: So lief die aktuelle "Fridays For Future"-Demonstration in Berlin. (Quelle: t-online.de)


In 500 Orten in ganz Deutschland hat die "Fridays for Future"-Bewegung erneut Zehntausende bewegt. Allein in Berlin waren 60.000 Menschen auf der Straße. Viele davon sind keine Schüler.

Die Schule schwänzen für das Klima. Ist das der richtige Weg? Am Black Friday 2019 ist das nicht die Frage, die sich stellt. Denn bei der "Fridays for Future"-Demo in Berlin sind viele Teilnehmer gar nicht mehr schulpflichtig. Vorbei die Zeiten, in denen vor allem Teenager durch die Straßen zogen und eine Zukunft für sich forderten. "Wir haben acht Enkel – und für die müssen wir hierher kommen", sagt Siegfried Metzger. Für seine Enkel müsse er sich den Rest seines Lebens einsetzen. "Wenn wir zusammenstehen, können wir sehr viel ändern. Und wir werden es schaffen." Er streckt den Daumen in die Luft.

Es ist kalt in Berlin, 4 Grad. Sonne, Wolken, Regen wechseln sich ab. Trotzdem sind Zehntausende dem Ruf der "Fridays for Future"-Organisatoren gefolgt. Sie haben Transparente beschriftet, haben T-Shirts bemalt, Boxen auf Fahrradanhänger gehievt. Sie tanzen zur Musik von Seeed, freuen sich über Seifenblasen, die gen Himmel ziehen und pushen sich gegenseitig. "What do we want? – Climate Justice! – When do we want it? – Now" (Auf deutsch: "Was wollen wir? – Klimagerechtigkeit! – Wann wollen wir das? – Jetzt!"). Kinder an Megaphonen singen vor, Teenager, Mittzwanziger, Eltern und Großeltern stimmen ein.

"Fridays For Future"-Demo in Berlin: 60.000 Menschen waren trotz Regen und Kälte auf der Straße – unter die Schüler mischen sich längst Menschen aller Altersklassen.  (Quelle: Reuters)"Fridays For Future"-Demo in Berlin: 60.000 Menschen waren trotz Regen und Kälte auf der Straße – unter die Schüler mischen sich längst Menschen aller Altersklassen. (Quelle: Reuters)

Der Protest ist freundlich – und das obwohl die Demonstranten wütend sind. Wütend vor allem auf große Unternehmen und die Politik, die in ihren Augen zu wenig bewegt. "Wir sind hier, weil wir das Klimapäckchen scheiße finden", macht "Fridays for Future"- Sprecher Maurice Conrad auf der Auftaktkundgebung klar. Er spricht von den Plänen der Bundesregierung zur Eindämmung der Erderwärmung.

Und die Menschen demonstrieren, weil in der kommenden Woche in Madrid der UN-Klimagipfel beginnt. Thema: Wie können die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen erreicht werden? Die Erwartungen sind hoch, das Vertrauen in die Politik gering. "Alle auf der Welt sollen uns zuhören, damit die Regierungen endlich mal sehen, dass sie was tun müssen und nicht immer nur reden", sagt Max. Er ist 11 Jahre alt, seine Oma steht an seiner Seite, nickt. 
 

 
All das findet in unmittelbarer Nähe zum Regierungsviertel statt. Der endlos scheinende Zug schiebt sich vom Brandenburger Tor in Richtung Potsdamer Platz, die riesige Leipziger Straße entlang, über die Spree hinweg und dann im großen Bogen zurück über das Gewässer, entlang der Straße des 17. Juni wieder zum Brandenburger Tor. Dort wird am Ende noch gesprochen – und wieder gesungen und getanzt. Denn die Demonstranten wollen zeigen, dass es eine lebenswerte Welt ist, auf der wir leben. Eine Welt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Für unsere Zukunft und die Zukunft derer, die heute noch nicht geboren sind. 

Verwendete Quellen:
  • Vor-Ort-Recherche

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