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US-Studie: Klimawandel macht Hitzewellen 150 Mal wahrscheinlicher

US-Studie  

Klimawandel macht Hitzewellen 150 Mal wahrscheinlicher

08.07.2021, 10:49 Uhr | dpa

US-Studie: Klimawandel macht Hitzewellen 150 Mal wahrscheinlicher. Sanitäter im US-Staat Oregon versorgen einer Opfer der jüngsten Hitzewelle: "Nicht normal, dass Wärmerekorde um vier oder fünf Grad Celsius gebrochen werden". (Quelle: AP/dpa/Nathan Howard)

Sanitäter im US-Staat Oregon versorgen einer Opfer der jüngsten Hitzewelle: "Nicht normal, dass Wärmerekorde um vier oder fünf Grad Celsius gebrochen werden". (Quelle: Nathan Howard/AP/dpa)

Hitzewellen wie im Westen der USA und Kanadas dürften eigentlich nur alle 1.000 Jahre auftreten, haben US-Forscher ermittelt. Sie ziehen eine klare Verbindung zur Erderwärmung durch Treibhausgase. 

Die Extremhitze der vergangenen Tage im Westen Nordamerikas mit Temperaturen bis knapp 50 Grad wäre einer Studie zufolge ohne den Klimawandel so gut wie unmöglich gewesen. Einer hochrangig besetzten internationalen Gruppe von Klimaforschern zufolge habe die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung der Erde die Hitzewelle in Kanada und den USA 150 Mal wahrscheinlicher gemacht. Die Studie des Projekts World Weather Attribution (WWA) wurde bislang allerdings in keinem Fachjournal veröffentlicht.

Die Wissenschaftler verglichen die Temperaturen von Ende Juni und Anfang Juli mit historischen Daten seit dem Jahr 1800. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass die Hitzewelle selbst angesichts des derzeitigen Fortschritts beim Klimawandel ein Ereignis war, das wohl nur in einem von 1.000 Jahren vorkommen dürfte. "Das statistische Äquivalent von wirklichem Pech", wie in einer Mitteilung steht. Die beteiligte Forscherin Friederike Otto von der Uni Oxford sagte: "Was wir sehen, ist beispiellos. Es ist nicht normal, dass Wärmerekorde um vier oder fünf Grad Celsius gebrochen werden".

Extreme Hitzewellen alle paar Jahren 

Vor allem Kanada, aber auch der Nordwesten der USA war in den vergangenen Wochen von einer ungekannten Hitze erfasst worden. Rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver waren in der kanadischen Gemeinde Lytton 49,6 Grad gemessen worden – zuvor hatte der Rekord in Kanada bei 45 Grad gelegen. Wenige Tage danach war die Ortschaft in einem Flammeninferno fast vollständig zerstört worden. In der Provinz British Columbia wurden innerhalb einer Woche zudem über 700 plötzliche und unerwartete Todesfälle gemeldet.

Dabei betonen die Forscher, dass es zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich scheint, dass es neben dem Zufall gepaart mit der Erderwärmung noch einen anderen Grund für die Hitze geben könnte: Nämlich, dass der Klimawandel eine Schwelle erreicht habe, bei der sich bislang nicht für möglich gehaltene extreme Wetterphänomene sprunghaft häufen. Darauf deuteten die gesammelten Daten allerdings bislang nicht hin.

Der Studie zufolge könnten die außergewöhnlichen Vorkommnisse nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft auch in nördlichen Breiten wie in Deutschland sein: Eine globale Erderwärmung um zwei Grad Celsius, die bei derzeitigen Emissionen in wenigen Jahrzehnten erreicht würde, könnte Ereignisse wie die Hitze in Nordamerika statt im Schnitt einmal in 1.000 Jahren alle fünf bis zehn Jahre geschehen lassen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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