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Drogenkrieg in Antwerpen: Elfjährige nach Schüssen im Drogenmilieu tot


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Elfjährige nach Schüssen im Drogenmilieu tot

Von dpa
Aktualisiert am 10.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Schüsse in Belgien
Tatort im belgischen Antwerpen: Hier haben Unbekannte ein elfjähriges Mädchen erschossen. (Quelle: Kristof Van Accom/BELGA/dpa/dpa-bilder)
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Unbekannte haben in Belgien ein elfjähriges Mädchen erschossen. Medienberichten zufolge war das Kind die Nichte eines berüchtigten Drogenschmugglers.

Ein elfjähriges Mädchen ist nach Schüssen im belgischen Antwerpen gestorben. Die Tat steht vermutlich in Zusammenhang mit Drogenkriminalität, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigte.

Unbekannte schossen am Montagabend nach Informationen der Staatsanwaltschaft auf ein Garagentor im Stadtteil Merksem. Bewohner des Hauses, ein Vater (58) und zwei weitere Töchter im Alter von 18 und 13 Jahren, wurden leicht verletzt. Das jüngste Mädchen erlitt tödliche Verletzungen.

Welle der Gewalt in Antwerpen

Eine Untersuchung soll nun klären, ob und wie der Fall mit dem Drogenmilieu in Verbindung steht. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem getöteten Mädchen um die Nichte eines berüchtigten Drogenschmugglers. Die Staatsanwaltschaft der Hafenstadt betonte jedoch, dass es bisher keine Hinweise gebe, dass die Bewohner des Hauses "selbst in den Drogenhandel verstrickt" seien. Die Ermittlungen laufen.

Seit dem Sommer 2022 wird die Hafenstadt Antwerpen überrollt von einer Welle von Gewalt im Zusammenhang mit Drogenkriminalität. Dem Polizeisprecher zufolge wurden bereits häufiger Schüsse oder Sprengkörper vor Türen oder Garagen gezündet, um Menschen einzuschüchtern. Es sei jedoch das erste Mal, dass Menschen zu Schaden kamen.

"Kinder haben nichts mit einem Drogenkrieg zu tun"

Politiker in Belgien zeigten sich entsetzt. "Kinder haben nichts mit einem Drogenkrieg zu tun", schrieb Innenministerin Annelies Verlinden auf Twitter. "Tiefer kann die Drogenmafia nicht mehr fallen", erklärte Justizminister Vincent Van Quickenborne. Polizei und Staatsanwaltschaft würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Verantwortlichen zu finden und zu bestrafen.

Die Drogenkriminalität von Antwerpen ist eng verzahnt mit den Banden im Nachbarland Niederlande. Die Häfen von Antwerpen und Rotterdam sind auch die größten Einfuhrhäfen von Kokain in Europa.

Große Mengen Kokain beschlagnahmt

Zollfahnder stellten im vergangenen Jahr in beiden Ländern insgesamt rund 160 Tonnen Kokain sicher. Allein in Antwerpen ging es um rund 109 Tonnen – so viel wie nie zuvor. 2021 waren es rund 90 Tonnen.

In Rotterdam, dem größten Hafen Europas, dagegen zeigten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen Erfolge: Rund 47 Tonnen Kokain wurden sichergestellt, deutlich weniger als die rund 70 Tonnen 2021, wie die Staatsanwaltschaft in Rotterdam mitteilte.

Doch der Verkaufswert betrage noch immer "schwindelerregende 3,5 Milliarden Euro". Im kleinen Hafen von Vlissingen im Südwesten stellten die Fahnder rund vier Tonnen Kokain sicher, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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