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Fall Rebecca: Berliner Polizei gibt Suche nach zwei Monaten nicht auf

Polizei sucht weiter  

Seit zwei Monaten wird Rebecca vermisst

14.04.2019, 12:25 Uhr | Andreas Rabenstein, dpa

 (Quelle: Polizei Berlin)
Fall Rebecca: Das sind die wichtigsten Fakten

Die 15-jährige Rebecca ist seit dem 18. Februar spurlos verschwunden. Die Ermittler gehen rund 2.200 Hinweisen nach. Der bereits zwei Mal verhaftete Schwager Florian R. ist weiter der Hauptverdächtige. Das sind die wichtigsten Fakten zum Fall Rebecca. (Quelle: t-online.de)

Rebecca: Die wichtigsten Fakten zum Fall der verschwundenen 15-Jährigen aus Berlin in 80 Sekunden. (Quelle: t-online.de)


Die Schlagzeilen schwinden, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wendet sich anderen Fällen zu: Die Berliner Polizei gibt die Suche nach der verschwundenen 15-jährigen Rebecca aber nicht auf.

Fast zwei Monate sind vergangen und der anfängliche Optimismus der Polizei bei der Aufklärung des Falls Rebecca ist gewichen. Trotz aufwendiger Suche wurde die Leiche der vermissten Jugendlichen bisher nicht gefunden. Damit sank die Hoffnung der Mordkommission, schnell Beweise gegen den weiterhin verdächtigen Schwager Rebeccas zu finden. Die Suche aber geht weiter. Die Polizei und das Technische Hilfswerk konzentrierten sich in der vergangenen Woche wieder auf die Umgebung eines kleinen Sees in Ost-Brandenburg.

Am Montag vor acht Wochen, dem 18. Februar 2019, verschwand die 15-Jährige aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz, einem Stadtteil im Bezirk Neukölln. Die Kripo hält den Schwager wegen diverser Indizien weiterhin für den Mörder des Mädchens. Er sei an dem Vormittag allein mit Rebecca im Haus gewesen, habe laut seinen Handydaten nicht geschlafen, wie er behauptet habe, und könne seine beiden Fahrten an dem Vormittag und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären, teilte die Mordkommission mit. Rebeccas Familie beteuert immer wieder in Interviews die Unschuld des Schwagers.

Mehr als 2.000 Hinweise

Weiterhin sind die Mitglieder von zwei Mordkommissionen sowie Polizisten aus der Vermisstenstelle mit der Auswertung von mehr als 2.200 eingegangenen Hinweisen beschäftigt. Zwischenzeitlich kümmerten sich im Landeskriminalamt mehr als 30 Leute um den Fall. Zur Unterstützung wurden weitere Experten herangezogen: Hundeführer mit Leichenspürhunden aus anderen Bundesländern, sogenannte Mantrailer-Hunde von privaten Vereinen, Taucher, Polizei-Spezialisten mit Booten und Echolot, Männer vom Technischen Hilfswerk mit Bodenradar.

Brandenburg: Mit großem Aufwand sucht die Polizei nach der vermissten Rebecca, wie hier im März 2019. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)Brandenburg: Mit großem Aufwand sucht die Polizei nach der vermissten Rebecca, wie hier im März 2019. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Ein größerer und ein kleiner See im Osten Brandenburgs wurden abgesucht, die umliegenden Wälder durchkämmt, an der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) führten Polizisten die Suchhunde entlang, an einer Schotterstraße nahmen die Beamten Reifenabdrücke - konkrete Hinweise oder gar eine Leiche tauchten aber nicht auf.

Dabei könnte es die Kriminalpolizei im aktuellen Fall sogar etwas einfacher haben als bei anderen Vermissten. Wenn Mädchen, seltener auch Jungen, auf dem Weg zur Schule oder nach Hause spurlos verschwinden, nicht wieder auftauchen und es auch keine Zeugen gibt, hat die Polizei fast nichts in der Hand. Manche dieser Fälle werden nie aufgeklärt.

Polizei geht von Mord aus

Bei Rebecca geht die Polizei aber davon aus, dass sie das Haus nicht lebend verließ: daher der Verdacht gegen den Schwager. Ohne Leiche ist eine Anklage vor Gericht aber schwierig. Und je länger eine Leiche vergraben im Boden oder auf dem Grund eines Sees liegt, desto weniger Spuren dürften noch zu finden sein.


Offen ist, wann das Verschwinden von Rebecca zu einem sogenannten Cold Case wird, einem ungeklärten Fall. Und wann die Akten erstmal weggestellt werden. Eins steht aber fest: Endgültig geschlossen werden sie nicht. Denn die Polizei geht von einem Mordfall aus – und Mord verjährt nie.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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