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Hildesheim: Ex-SS-Mann stirbt vor seiner Verurteilung

Beteiligung an Massaker  

Ex-SS-Mann stirbt vor seiner Verurteilung

23.09.2019, 17:09 Uhr | dpa

Hildesheim: Ex-SS-Mann stirbt vor seiner Verurteilung. Landgericht Hildesheim: Hier wurde der Mann wegen Volksverhetzung angeklagt. (Quelle: imago images/Rust)

Landgericht Hildesheim: Hier wurde der Mann wegen Volksverhetzung angeklagt. (Quelle: Rust/imago images)

Er sollte wegen Volksverhetzung vor Gericht stehen, doch der ehemalige SS-Mann starb nun vor dem Prozess. 1944 war er an einem Massaker beteiligt. In Frankreich war der 96-Jährige dafür bereits zum Tode verurteilt worden. 

Ein wegen Volksverhetzung am Landgericht Hildesheim angeklagter früherer SS-Mann, der 1944 an einem Massaker im nordfranzösischen Ascq beteiligt war, ist tot. Das bestätigte die Gemeinde Nordstemmen am Montag. Der 96-Jährige hatte den Holocaust Ende vergangenen Jahres in einer Fernsehsendung heruntergespielt und den französischen Zivilisten Schuld an ihrem Schicksal gegeben. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.

Bei dem Massaker in Ascq wurden 86 Zivilisten von SS-Mitgliedern als Racheakt für einen Sprengstoffanschlag auf einen Zug willkürlich getötet. Der frühere SS-Mann wurde nach dem Krieg von einem französischen Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach französischem Recht war die Strafe wegen eines Kriegsverbrechens nach 20 Jahren verjährt. In Deutschland 2017 begonnene Ermittlungen wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord wurden eingestellt, weil niemand wegen derselben Tat zweimal bestraft werden darf.

Angehörige reagierten enttäuscht

Wie die "Hildesheimer Zeitung" berichtete, gab es noch in den letzten Monaten Kontakte des ehemaligen SS-Mannes in die rechtsextreme Szene. So sprach er auf Einladung der NPD vor mehr als 100 Rechten. Auf die Nachricht vom Tod des SS-Manns reagierte der Bürgermeister von Villeneuve d'Ascq, Gérard Caudron, mit der Feststellung: "Das ist ein Grund mehr für mich, nicht in der Hölle zu enden, um ihn dort nicht wiederzusehen", berichtete die Zeitung "La Voix du Nord".
 

 
Angehörige reagierten enttäuscht, dass es nicht mehr zu einem Gerichtsverfahren kommt. "Während dieses Prozesses wären wir zu Wort gekommen und hätten an die bei dem Massaker getöteten Männer erinnern können", sagte die Tochter eines Getöteten, Marguerite-Marie Beghin, der Zeitung. "Wir hätten berichten können, was unseren Vätern widerfahren ist, und das ganze Leid, was darauf gefolgt ist."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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