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Hessen: Vier Todesfälle – Mutmaßlich falsche Ärztin in Untersuchungshaft

Haftbefehl erlassen  

Vier Todesfälle – mutmaßlich falsche Ärztin verantwortlich?

01.11.2019, 16:00 Uhr | dpa

Hessen: Vier Todesfälle – Mutmaßlich falsche Ärztin in Untersuchungshaft. Eine Patientin wird in Narkose versetzt: Eine Frau soll mehreren Patienten falsche Medikamente verabreicht haben. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Panthermedia)

Eine Patientin wird in Narkose versetzt: Eine Frau soll mehreren Patienten falsche Medikamente verabreicht haben. (Symbolbild) (Quelle: Panthermedia/imago images)

Vier Menschen starben in Hessen an einer fehlerhaften Narkose. Dafür soll eine Frau verantwortlich sein, die sich zwar als Ärztin ausgab – aber anscheinend gar keine war. Nun wurde Haftbefehl erlassen. 

Wegen mehrerer Todesfälle in einem Krankenhaus ist gegen eine mutmaßlich falsche Ärztin in Nordhessen Haftbefehl erlassen worden. "Durch fehlerhafte Anästhesien soll sie in vier Fällen den Tod der Patienten verursacht haben; in acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel. Die Frau war von 2015 bis 2018 als Assistenzärztin in einer Klinik in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) tätig – laut Ermittlern ohne ärztliche Zulassung. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Die Frau soll Fehler bei der Behandlung gemacht und Patienten falsche Medikamente verabreicht haben. Zunächst war gegen die 48-Jährige nur ermittelt worden, weil sie sich mit gefälschten Unterlagen in der Klinik beworben haben soll. Doch bei einer Durchsuchung im Januar stießen die Behörden auf weitere Beweise.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung, Betrugs und des Missbrauchs von Titeln.

Durchsuchungen in mehreren Bundesländern

Am Dienstag kam die Frau in Untersuchungshaft. Gleichzeitig gab es Durchsuchungen in verschiedenen Bundesländern: Neben der Klinik in Hessen wurden die Privaträume der Frau durchsucht, die zuletzt in Kiel (Schleswig-Holstein) wohnte.
 

 
Außerdem wurden Arbeitsplätze von zwei Medizinern im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Uckermark (Brandenburg) durchsucht. Es werde geprüft, ob die damals in der Klinik tätigen Ärzte ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, indem sie die Frau als Anästhesistin trotz mangelhafter Leistungen weiter arbeiten ließen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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