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Dresden: Millionenschaden im Grünen Gewölbe? Diebe flüchten mit Beute

Spektakulärer Einbruch  

Diebe stehlen Schätze aus Grünem Gewölbe in Dresden

25.11.2019, 13:02 Uhr | dpa , AFP , ds

Das Juwelenzimmer im Grünen Gewölbe: Knapp 100 Schmuckstücke wurden entwendet.  (Quelle: imago images)
Grünes Gewölbe: Sachsens Innenminister bestätigt Diebstahl von Kunstschätzen

Sachsens Innenminister Wöller verurteilt den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden. Er bestätigte, dass Kunstschätze gestohlen wurden. (Quelle: Reuters)

Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe: Sachsens Innenminister Roland Wöller gab im Interview neue Details bekannt. (Quelle: Reuters)


Es geht um besonders wertvolle Juwelen und Kunstschätze: Das Grüne Gewölbe in Dresden, eines der bekanntesten Museen Deutschlands, wurde zur Zielscheibe von Einbrechern. Wie hoch ist der Schaden?

In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Der Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung. Die Schadenshöhe war zunächst unklar. Die Räume des Museums sind eigentlich streng gesichert. Über Details will die Polizei im Tagesverlauf informieren. Wie t-online.de erfuhr, gilt es jedoch mittlerweile als gesichert, dass Gegenstände entwendet wurden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wurde antiker Schmuck im Millionenwert gestohlen. Laut Polizeiangaben ist die Schadenshöhe bislang noch unklar: "Aktuell ist unsere Tatortgruppe des LKA im Einsatz und untersucht den Tatort", teilte die Polizei Sachsen bei Twitter mit. "Aussagen zum Stehlschaden sind noch nicht möglich."

Michael Kretschmer (r.), Ministerpräsident von Sachsen: Hier seien nicht nur die Sächsischen Staatlichen Kunstsammlungen bestohlen worden, "sondern die Sachsen insgesamt". (Quelle: dpa)Michael Kretschmer (r.), Ministerpräsident von Sachsen: Hier seien nicht nur die Sächsischen Staatlichen Kunstsammlungen bestohlen worden, "sondern die Sachsen insgesamt". (Quelle: dpa)

Ministerpräsident Kretschmer zeigt sich bestürzt

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat nach eigenen Angaben mit einem Einbruch in das Dresdner Grüne Gewölbe "beim besten Willen nicht gerechnet". Auch für ihn seien die Sicherheitsmaßnahmen der Staatlichen Kunstsammlung am Residenzschloss ausgezeichnet und umfassend gewesen. "Wir sehen, dass das nicht der Fall ist", sagte Kretschmer.

Hier seien nicht nur die Sächsischen Staatlichen Kunstsammlungen bestohlen worden, "sondern die Sachsen insgesamt", sagte Kretschmer. "Wir wollen uns jetzt hier ein Bild machen über den Schaden und über die Ermittlungsarbeit. Und schauen, dass wir zügig auch in die Aufklärung dieses Verbrechens kommen", sagte Kretschmer.

Auch Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) beklagte die kulturelle Dimension des Überfalls: Es gehe dabei nicht nur um den materiellen Wert, sondern auch um die immaterielle Bedeutung der Kunstschätze. Wöller sprach von einem "Anschlag auf die kulturelle Identität aller Sachsen".

Antiker Schmuck gestohlen? Hier liegt die Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden. (Quelle: t-online.de)

Polizei und Ermittlungsbehörden arbeiteten mit Hochdruck an der Ermittlung des Falls. Es sei eine Sonderkommission gebildet worden. "Wir werden alles daran setzen, nicht nur die Kulturgüter zurückzubringen, sondern auch die Tatverdächtigen zu fassen", sagte Wöller.

Offenbar Stromzufuhr unterbrochen

Laut Zeitungsberichten brannte am Montagmorgen ein Stromkasten unter der Augustusbrücke, mit dem möglicherweise die Stromzufuhr zu den Staatlichen Kunstsammlungen unterbrochen wurde. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte den Vorfall: "Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen." Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist noch unklar. Die Polizei war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen.

Im Anschluss sollen die unbekannten Täter laut "Bild" durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen im Residenzschloss eingestiegen sein, in der sich große Teile des Wettinerschatzes befinden. Die Einbrecher sollen historischen Schmuck, Diamanten und Edelsteine gestohlen haben.

Eine Polizistin geht vor dem Gebäude der Schinkelwache hinter einem Absperrband entlang. (Quelle: dpa)Eine Polizistin geht vor dem Gebäude der Schinkelwache hinter einem Absperrband entlang. (Quelle: dpa)

Die Räume des historischen Grünen Gewölbes, das seinen Namen durch die teils malachitgrüne Bemalung erhielt, entstanden bereits im 16. Jahrhundert. Ab 1723 baute sie der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke zur Schatzkammer aus. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Residenzschloss und mit ihm Teile des berühmten Grünen Gewölbes weitgehend zerstört. Heute wird die Schatzkammer in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räumen der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.
  

 
Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt – der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung "Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe" des Metropolitan Museum of Art.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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