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Experte r├Ąumt nach Dresdner Juwelenraub mit Klischees auf

Von dpa
Aktualisiert am 28.11.2019Lesedauer: 2 Min.
Der Einbruch auf einem ├ťberwachungsvideo: Ein Experte geht nicht davon aus, dass das Museum die gestohlenen Diamanten wiedersieht.
Der Einbruch auf einem ├ťberwachungsvideo: Ein Experte geht nicht davon aus, dass das Museum die gestohlenen Diamanten wiedersieht. (Quelle: Polizei Sachsen/dpa-bilder)
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Die Einbrecher im Gr├╝nen Gew├Âlbe Dresden haben mit den Schmuckst├╝cken Hunderte Diamanten erbeutet. Ein Kenner der Kunstdiebstahl-Szene hat eine Vermutung, was mit ihnen passiert.

F├╝r die aus dem Gr├╝nen Gew├Âlbe Dresden gestohlenen Kunstwerke aus Brillanten und Diamanten gibt es aus Sicht eines Experten wenig Hoffnung. Die Chance, dass sie auf dem Kunstmarkt auftauchen und das Museum sie unversehrt zur├╝ckbekommt, sind nach Einsch├Ątzung des Kunstdiebstahl-Experten Willi Korte eher gering. "Meine gro├če Bef├╝rchtung ist, dass die Steine herausgebrochen und individuell verkauft werden", sagte er. "Diamanten haben schon immer als Zahlungsmittel gegolten." Sie w├╝rden meist in S├╝damerika, Osteuropa oder Asien weitergereicht.


Dresdner Juwelen-Diebstahl: Fotos der gestohlenen Sch├Ątze

Bruststern des polnischen Ordens des Wei├čen Adlers; er wurde zwischen 1746 und 1749 von Goldschmied Jean Jacques Pallard aus Brillanten, Rubinen, Gold und Silber geschaffen und ist 15,5 x 15,5 Zentimeter gro├č.
Eine weiterer Bruststern des Ordens des Wei├čen Adlers; er wurde zwischen 1782 und 1798 f├╝r Friedrich August III. geschaffen, den ersten K├Ânig von Sachsen.
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Korte h├Ąlt auch die Beute aus dem Gr├╝nen Gew├Âlbe f├╝r verk├Ąuflich, im Unterschied zu den Museumsleuten. "Selbst wenn sie nur einen Bruchteil ihres realen Marktwerts erbringen von zehn bis 20 Prozent, rentiert sich das gemessen am Aufwand immer noch", sagte er. "Von der Investition her hielt sich das in Grenzen." Der Einbruch, bei dem am Montagmorgen rund zwei Dutzend wertvolle Schmuckst├╝cke aus dem barocken Schatzkammermuseum im Residenzschloss gestohlen wurden, sei das Werk von Profis.

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Experte: Interessierter reicher Sammler ist Filmidee

Die Theorie von einem reichen Sammler, der so etwas unbedingt haben und im Keller seiner Villa verstecken will, sei eher eine Filmidee. "Mir ist aus all den Jahren kein Fall bekannt, wo sich so etwas nachweisen lie├č", sagte der Provenienzforscher, der sich mit Jahre zur├╝ckliegenden Kunstdiebst├Ąhlen besch├Ąftigt. "Bei den Juwelen w├╝rde ich einen Auftragsdiebstahl nicht ausschlie├čen, denn sie waren meiner Meinung nach hier das Ziel." In den letzten Jahren habe es vermehrt F├Ąlle gegeben mit Bez├╝gen zu Banden aus Osteuropa, die teils gewerbsm├Ą├čig solche Einbr├╝che organisieren.

Selbst im Gr├╝nen Gew├Âlbe war es zu leicht, sagte Korte mit Verweis auf Gitter, die durchges├Ągt werden k├Ânnen, Fenster, die sich ├Âffnen lassen, Videoaufzeichnungen ohne Beleuchtung und Wachpersonal, das trotz Bewaffnung nicht sofort eingreift. "Im Zweifelsfall ist ein hochpreisiger Juwelier besser gesichert." Und bei diesen H├Ąndlern in den gro├čen St├Ądten seien die Schaufenster in der Nacht leer und die Auslagen weggeschlossen.

Laut Korte hat Kunstdiebstahl in Europa erheblich zugenommen. "Das hat wohl etwas mit den exorbitanten Preisen zu tun, die Kunstwerke auf dem Markt erbringen", sagte er. Es sei immer noch eine lukrative Art des Verbrechens, da der Aufwand in der Regel relativ gering ist. "Die gr├Â├čte Herausforderung ist, die Beute abzusetzen."

Korte bef├╝rchtet, dass es schon vorher Pl├Ąne f├╝r den Absatz der Dresdner Schmuckst├╝cke gab. "Juwelen lassen sich gut zu Geld machen." Selbst wenn die gro├čen Steine identifizierbar sind, bei der Menge der Beute bleibe auch bei erheblichem Abschlag immer noch etwas ├╝brig. "Auch Einkar├Ąter haben ihren Marktpreis."


Korte war im Zusammenhang mit der R├╝ckkehr des Quedlinburger Domschatzes aus den USA nach Deutschland Anfang der 1990er Jahre bekannt geworden. Der Domschatz war in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verschwunden und ist heute wieder in Sachsen-Anhalt.

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  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
Dresden
Justiz & Kriminalit├Ąt




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